Sieht noch viel Arbeit auf und abseits des Handballfeldes auf sich zukommen: Petterweil-Trainer Martin Peschke. FOTO: NICI MERZ
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Sieht noch viel Arbeit auf und abseits des Handballfeldes auf sich zukommen: Petterweil-Trainer Martin Peschke. FOTO: NICI MERZ

Ergebnis nur Nebensache

  • vonPeter Hett
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Der TV Petterweil ist mit einem Testspiel gegen Goldstein/Schwanheim in die Vorbereitung auf die neue Handball-Saison gestartet. Das Ergebnis war für die Oberliga-Aufsteiger aber Nebensache.

Genau 145 Tage nachdem das letzte Landesligaspiel zwischen der TGS Langenhain und dem TV Petterweil abgepfiffen wurde, trug der Neu-Oberligist aus dem Wetterauer Süden wieder ein Handballspiel unter Wettkampfbedingen gegen die HSG Goldstein/Schwanheim aus. Es endete mit einem 20:20 (9:6).

Großes Interesse hat dieses Ergebnis auf Seiten aller Beteiligten allerdings nicht gefunden. Höchst erstaunlich, bei einer derart ergebnisorientierten Sportart wie dem Handball. Erklärung hierfür liefert das Phänomen Coronavirus, das die Welt seit seinem Ausbruch zu Beginn des Jahres auf den Kopf gestellt hat.

Es führte unter anderem dazu, dass der gesamte Spielbetrieb innerhalb des Hessischen Handballverbandes mit Wirkung zum 13. März eingestellt wurde. Der Beginn einer handballfreien Zeit.

Ehepaar Börstler mit guter Lösung

Ab Mai durften die Vereine dann in kleinen Schritten mit dem Wiedereinstieg in den Sport beginnen. Ab dem 1. August wurde der Trainings- und Wettkampfbetrieb in den Ballsportarten in Hessen wieder in vollem Umfang erlaubt. Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als sich die Zahl der täglichen Neuinfizierten in Deutschland wieder in Richtung 1000 orientiert.

Die Regularien unter denen der Wiedereinstieg in den Spielbetrieb vonstatten zu gehen hat, wurde vom Deutschen Handball-Bund (DHB) am 14. Juli in einem Arbeits-papier festgelegt, dass den sinnigen Titel "Return to Play" trägt.

Auf mehr als zehn Seiten wurde den Vereinen ein umfassendes Konzept an die Hand gegeben, das sämtliche Hygienerichtlinien beinhaltet. Für Vereine wie den TV Petterweil bedeutet dies eine Unmenge von zusätzlichem organisatorischem Aufwand. "Das ist bei uns aber richtig gut gelöst. Wir haben mit unserer Jugendkoordinatorin Elke Börstler eine Person, die gemeinsam mit ihrem Mann Andreas ein auf unseren Verein und unsere Halle zugeschnittenes Hygienekonzept entwickelt hat. Sie hält den Kontakt mit der Stadt und den entsprechenden Behörden", sagt Trainer Martin Peschke lobend und betont, dass es innerhalb seines Vereins einen hohen Informationsfluss gibt, alle immer auf dem neuesten Stand sind und so genau wissen, was zu tun ist.

Der Wiederaufnahme des Spielbetriebs begegnet er, trotz aller Freude darüber, skeptisch: "Wenn man sich überlegt, dass die Mannschaften über getrennte Eingänge und mit zeitlichem Abstand die Halle betreten sollen, und sich nicht einmal richtig ›Hallo‹ sagen können, danach aber Zweikämpfe auf dem Spielfeld bestreiten, runzelt man schon die Stirn", ist er der Meinung.

Trotz dieser und anderer widrigen Umstände war den Aktiven beider Mannschaft die große Lust auf Handball anzumerken. Beide Teams zeigten Tempohandball vom Feinsten, produzierten aber auch eine hohe Anzahl technischer Fehler. Das war auch der Tatsache geschuldet, dass sich der Trainingsbetrieb derzeit noch nicht auf dem gewohnten Stand befindet. "Jetzt, wo wir an sich wieder in normalem Umfang trainieren könnten, dürfen und wollen die Menschen Urlaub machen, auch in meiner Mannschaft", klärt er auf und begründet damit auch den Umstand, mit nur acht Feldspielern angetreten zu sein.

Schlüsselspieler fehlten

Unter anderem fehlten Schlüsselspieler wie Jonas Koffler, Iteb Bouali und Neuzugang Mario Fernandes. Dessen ungeachtet bestimmte Petterweil die Anfangsviertelstunde und legte mit 6:2 vor. Mit einer 9:6-Führung für die Hausherren wurden die Seiten gewechselt. Den Beginn der zweiten Halbzeit verschliefen die Gelb-Schwarzen und gestatteten den Frankfurter Handballern, das Spiel zu drehen (11:15/43.).

Lennart Trouvain stemmte sich jetzt energisch gegen die Niederlage und warf drei Tore in Folge, denen Niklas Wagner das 15:15 (49.) folgen ließ. Nach dem 16:16 waren wieder die Spieler der HSG Goldstein/Schwanheim am Zug und legten mit 19:16 (55.) erneut vor. In den verbleibenden fünf Minuten zeigte die Peschke-Sieben Moral und sicherte sich noch das Unentschieden.

"Das Spiel und vor allem auch das Ergebnis werde ich nicht zu hoch hängen. Aufgrund fehlender Praxis war die Zahl der technischen Fehler hoch. Dazu hatten wir eine schlechte Chancenverwertung, was fünf verworfene Siebenmeter eindeutig belegen", analysierte der Petterweiler Trainer..

TV Petterweil: Ahlborn, Schneiker; Wagner (3/2), Trouvain (3/1), Jankovic (1), Bachmann (2), B. Pfeiffer (2), J. Pfeiffer (3), Wassberg (6).

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