Von Enttäuschten und Überraschten

  • vonred Redaktion
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(sam). Die Torflut des ersten Wochenendes ist deutlich abgeflaut. Statt 8,4 und 6,7 Treffer pro Spiel gab es nun in der Deutschen Eishockey-Liga 2 "nur" noch 6,0- (Freitag) und 5,8-mal (Sonntag) Torjubel pro Partie. Nun ist es der Blick auf die Tabelle, der überrascht: Ravensburg und Landshut stehen oben. Die Auffälligkeiten nach dem zweiten Wochenende im Überblick:

Starke Neuzugänge tragen Top-Teams

Das Spitzenduo:Als Sechster hatten die Ravensburger im Frühjahr die Hauptrunde abgeschlossen, die Landshuter waren gar Letzter. Nun haben beide Teams elf von zwölf Zählern geholt, sind allein noch ungeschlagen. Der EVL hat somit bereits 17 Prozent seiner Punktausbeute von 2019/20 (62) erreicht. Garanten des Erfolgs sind bei den Oberbayern Felix Schütz mit fünf Treffern und sieben Vorlagen, Zach O’Brien (5+5) und - der Name ist Programm - Marcus Power (2+5).

Der 33-jährige Schütz, erfahrener Erdinger Nationalspieler, kehrte aus Straubing (DEL) nach 15 Jahren Wanderschaft zum EVL heim. O’Brien (28 Jahre alt) kam im Herbst in die DEL 2 zurück, nachdem er 2016/17 schon 20 starke Spiele gemacht hat - für Ravensburg.

Dort haben die Towerstars von Trainer Rich Chernomaz gleich vier Stürmer in den Topneun der ligabesten Scorer: Andreas Driendl (3+5), Mathieu Pompei (1+7), David Zucker (3+4) und Robbie Czarnik (3+3). Zum Vergleich: Beim EC Bad Nauheim teilen sich Jamie Arniel (3+1) und Cason Hohmann (0+4) Rang eins in der Mannschaftswertung.

Die Enttäuschten:Kassel, Frankfurt und Bietigheim wollen in die DEL. Davon sind Huskies (aktuell 7.) und Löwen (12.) nach schwachem Start noch weit entfernt, nur die Steelers (3.) spielen oben mit. Die Mannschaft aus der Mainmetropole musste schon dreimal nachsitzen, hat noch keinen "Dreier" gebucht. Was auch im Verletzungspech begründet ist. Darum holten die Löwen nun für zwei Monate den Ex-Berliner Landon Ferraro (29), der unter anderem bereits 84 NHL- und 387 AHL-Spiele bestritten hat.

Auch Freiburg (4.) hat nachgelegt. Für Christoph Kiefersauer, der nach einem Foul von Heilbronns Michael Knaub schwer verletzt ausfällt, kommt bis zum Saisonende Chad Bassen (37/zuletzt Nürnberg) mit der Erfahrung aus 807 (!) DEL-Spielen.

Erfolgreiche Debütanten

Die Nervenstarken:Stehvermögen und Charakter waren überall gefragt. Am Freitag wurden alle Spiele mit nur einem Tor Differenz entschieden, fünf von sechs erst im Nachsitzen und dabei vier von den Gästen gewonnen. Am Sonntag reichten dreimal 60 Minuten nicht zur Entscheidung. In Kassel kam Bad Nauheim 30 Sekunden vor Schuss zum 3:3-Ausgleich und nach 2:36 Minuten der Verlängerung zum Erfolg. Bietigheims 3:2-Siegtor in Bad Tölz gelang C. J. Stretch 34 Sekunden vor Ende der Overtime, Crimmitschaus Neuer Scott Timmins ließ die Eispiraten beim 2:1 gegen Dresden sogar erst nach 64:58 Minuten jubeln - sehr zum Frust der Eislöwen, die schon seit fünf Jahren kein Derby mehr im Sahnpark gewonnen haben.

Die Debütanten:Gleich zwei Neulinge waren die Garanten des ersten Heilbronner Saisonsieges. Beim 3:2 n. V. in Frankfurt beeindruckte Torwart Arno Tiefensee bei seinem Profi-Debüt, Jan-Luca Schumacher erzielte mit dem 1:0 sein erstes DEL 2-Tor. Gleich doppelt traf auch Bad Nauheims Förderlizenzspieler Julian Chrobot von den Kölner Haien - seine ersten beiden Treffer im Profibereich. Damit war er Matchwinner beim 4:3 n. V. am Sonntag in Kassel.

Die Scharfschützen:Dass es mit dem Toreschießen auch viel schneller geht, bewiesen Kaufbeuren und Landshut. Die Treffer vom 1:0 bis zum 4:1 wurden binnen 5:36 Minuten erzielt. Trotz des klaren Rückstands siegte der EVL noch 6:5 nach Penaltyschießen - aktuell ein Spitzenteam eben.

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