Corona_130321_4c
+
Wird in der Runde 2020/21 noch einmal um Punkte gespielt? Oder wird die Saison annulliert? Nun sind die Vereine am Zug, sich an der Entscheidungsfindung zu beteiligen.

Amateur-Fußball

Entscheidung über Saison am 27. März

  • vonGerd Chmeliczek
    schließen

Am 27. März soll die Entscheidung fallen, ob die Fußball-Saison 2020/21 bei den Amateuren fortgesetzt wird. In der Zwischenzeit sollen die Vereine befragt werden.

Wie geht es weiter mit dem Amateurfußball in Hessen? Zwei Szenarien stehen zur Diskussion: Durchführung der Vorrunde oder Annullierung der Spielzeit 2020/21 ohne Auf- und Absteiger. Darüber berieten am Donnerstagabend in einer Vorstandssitzung des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) Präsidiumsmitglieder, Regionalverantwortliche und Kreisfußballwarte. Eine Entscheidung fiel noch nicht, das soll am 27. März geschehen, wie Friedbergs Kreisfußballwart Thorsten Bastian (Rockenberg) gestern bestätigte.

HFV-Präsident Stefan Reuß erklärte zur Videokonferenz am Donnerstagabend: In der Sitzung sei deutlich geworden, dass unter den Kreisfußballwarten noch kein abschließendes Meinungsbild herrsche. Die Einschätzungen über die beiden Optionen sollen nun in Kreiskonferenzen weiterdiskutiert werden. »Eine ruhige Hand ohne übereilte Entschlüsse hat sich bei solch weitreichenden Entscheidungen bisher bewährt«, erklärte Reuß weiter.

Da der nächste »Corona-Gipfel« mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder am 22. März wohl auch neue Entscheidungen bringen wird, sollen die Ergebnisse der Fußball-Kreiskonferenzen bis 25. März gebündelt werden. Am 27. März soll dann eine finale Entscheidung getroffen werden.

Kreisfußballwart: Auf Sicht fahren

Kreisfußballwart Bastian begrüßt das Vorgehen des Verbands. »Wir suchen nach einer Lösung, die für alle verbindlich ist. Für die Jugend, für die Frauen und für die Männer«, erklärt er. Sollte man sich für eine Fortsetzung entscheiden, müsse die Saison spätestens zum 30. Juni beendet werden, »darüber hinaus gibt es keine Rechtsgrundlage«, stellt er klar.

»Wir wollen keine voreiligen Entscheidungen treffen«, sagt Bastian. Man müsse abwarten, was die Politik entscheide. Es sei richtig vom HFV, »auf Sicht zu fahren und die Vereine einzubinden. Was bringt es denn, wenn wir jetzt die Runde abbrechen und am 22. März macht dann die Politik weiter auf? Nicht alles, was etwas länger dauert, ist auch unbedingt falsch«.

In der Zwischenzeit werde er mit den Vereinen Kontakt aufnehmen, um ein Stimmungsbild zu erhalten. In welcher Form das passiere - zum Beispiel per Videokonferenz oder per E-Mail -, werde er mit seinem Stellvertreter Lars Osadnik noch besprechen.

Welche Lösung er bevorzugt, lässt Bastian offen. Er wolle niemanden beeinflussen. »Die Vereine werden das ganz alleine für sich entscheiden.« Wenn er sich ein Bild von der Stimmung im Fußballkreis gemacht habe, werde er dies dann in die Sitzung am 27. März tragen und vertreten.

Im Fußballkreis Friedberg habe man relativ kleine Spielklassen, sodass man im Prinzip die Hinserie problemlos fortsetzen und auch beenden könne. »Aber es muss einheitlich für ganz Hessen sein«, mahnt Bastian. »Ich bin auch Klassenleiter der Gruppenliga Ost, wo durch die Hotspots viele Spiele ausgefallen sind. Da muss man sehen, ob das aufgeholt werden kann.« Auch die Quotientenregelung könnte bei einer Fortsetzung der Runde zur Anwendung kommen.

Denn den Vereinen soll eine vierwöchige Vorbereitungszeit gegeben werden. »Es ist sehr fraglich, ob die Politik am 22. März entscheidet, dass ab dem 23. März wieder voll trainiert werden kann.« Somit könne man frühestens am 22. April wieder spielen. Viele Fragen sind also noch zu klären, bis eine Entscheidung über die Saison 2020/21 gefallen ist. Zum Beispiel, wie mit dem Pokalwettbewerb verfahren wird oder was für die Hessenliga schlussendlich die beste Lösung ist, da in der Regionalliga ja gespielt wird.

Unklar ist auch noch, was man den Vereinen bei einer Annullierung der Spielzeit als Alternative anbieten kann. In den Kreisen soll nach Möglichkeiten gesucht werden. »Vielleicht ja ein Wettbewerb auf freiwilliger Basis, um die Vereine zu beschäftigen und auf die neue Runde vorzubereiten«, sagt Bastian. Auch das möchte er in den nächsten Tagen mit den Vereinen besprechen und Vorschläge sammeln.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare