Im Hessischen Fußball-Verband ruht der Ball seit Mitte März. Heute wird beim Verbandstag über eine Fortsetzung der Saison 2019/20 oder einen Abbruch entschieden. FOTO: NICI MERZ
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Im Hessischen Fußball-Verband ruht der Ball seit Mitte März. Heute wird beim Verbandstag über eine Fortsetzung der Saison 2019/20 oder einen Abbruch entschieden. FOTO: NICI MERZ

Fußball

HFV vor Entscheidung: Abbruch oder Fortsetzung?

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Jetzt werden Fakten geschaffen: 350 Delegierte des Hessischen Fußball-Verbandes entscheiden am Samstag bei einem virtuellen Verbandstag, ob die Saison 2019/20 fortgesetzt oder abgebrochen wird.

Drei Monate nach der abrupten Unterbrechung der Saison Mitte März entscheiden die Mitglieder des Hessischen Fußball-Verbandes im Rahmen eines virtuellen außerordentlichen Verbandstags (ab 10 Uhr/HFV überträgt per Livestream) über Fortführung oder Beendigung der Spielzeit 2019/20 und deren Wertung. Den Delegierten wird die Möglichkeit gegeben, am Verbandstag ohne Anwesenheit in Form einer Videokonferenz teilzunehmen und dann auch elektronisch abzustimmen.

Die Empfehlung des Verbandsvorstands vom 6. Juni: ein Ende der Saison 2019/2020 zum 30. Juni 2020 und die Wertung mit Hilfe der Quotienten-Regelung und mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger. Zudem soll ein Aufstieg der Teilnehmer von Relegations- und Aufstiegsspielen ebenfalls nach der Quotientenregel erfolgen. Dafür hatte sich eine klare Mehrheit ausgesprochen. Die Gegenstimmen kamen von den sieben Kreisfußballwarten der Region Frankfurt (Kreise Büdingen, Frankfurt, Friedberg, Gelnhausen, Hanau, Hochtaunuskreis, Offenbach). Begründet wurde die Ablehnung von Relegationsaufsteigern mit der Aufblähung von Verbandsspielklassen und dem Ausdünnen unterer Ligen auf Kreisebene.

Von einer Formsache sollte dennoch nicht gesprochen werden. Die Region Frankfurt beispielsweise hat zwar nur 13 Prozent der Stimmen im Verbandsvorstand, aber die Zahl der Delegierten ist deutlich höher. Diese berechnet sich nämlich nach der Zahl der Mitglieder der Vereine, und da sticht in der Rhein-Main-Region Bundesligist Eintracht Frankfurt mit rund 90 000 Mitgliedern natürlich heraus.

Eine Sonderrolle spielen die Pokal-Wettbewerbe. Im Kreispokal Friedberg sind noch die beiden Halbfinals (FSG Burg-Gräfenrode - Türk. SV Bad Nauheim sowie FC Karben - Türk Gücü Friedberg) sowie das Endspiel auszutragen. Hier wird eine Durchführung vor dem erhofften Saisonstart 20/21 im September angestrebt.

Aufgebläht

Konsequenzen hätten die angestrebten Beschlüsse in erster Linie für den Spielbetrieb auf Verbandsebene. In der Gruppenliga Frankfurt West, dann mit acht Klubs aus dem Fußballkreis Friedberg, wären beispielsweise 38 Spieltage zu absolvieren, was angesichts mancher Naturrasenspielstätte zu terminlichen Engpässen und auch bis zu sieben Absteigern in der Saison 20/21 führen würde. Über die entsprechende kalendarische Umsetzung entscheidet der Verbandsspielausschuss, wenn der Rahmenterminkalender vorliegt.

Vor den Beschlüssen zur Fortführung oder Beendigung der Saison 19/20 stehen die Bestätigungen zu Satzungsänderungen (ein 37 Seiten umfassendes Dokument ist den Vereinen zugegangen) sowie die Beschlüsse über Haftungsbeschränkungen an. "Es besteht eine Ausnahmesituation für die es keine eindeutigen Regelungen gibt. Trotzdem müssen Entscheidungen - ggf. unter Zeitdruck und erheblicher sportpolitischer und ökonomischer Relevanz - getroffen werden. Inhalt des Antrags ist die Begrenzung der persönlichen Haftung der Entscheidungsträger", heißt es in der in der Begründung des Anliegens des HFV-Präsidiums. Das Durchwinken sollte formellen Charakter haben.

Zehn der rund 350 Delegierten stellt der Fußballkreis Friedberg. Gerald Hengst, Karl-Ernst Kunkel, Dennis Weitz, Rainer Pausch, Richard Habram, Ruth Schütz, Lars Osadnik, Harald Wilke, Kevin Sürer und Thorsten Bastian werden die Interessen der Klubs vertreten.

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