Experte im Interview

"Entscheidend ist ein kontinuierlicher Rhythmus"

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Die Bedeutung von sozialen Medien für den Amateursport sind auch dem Hessischen Fußballverband (HFV) nicht verborgen geblieben. Sascha Timmas, HFV-Referent für Social Media spricht im Interview über Einsatz und Nutzen von Sozialen Medien für Amateurvereine und wofür man welchen Kanal am besten nutzt.

Die Bedeutung von sozialen Medien für den Amateursport sind auch dem Hessischen Fußballverband (HFV) nicht verborgen geblieben. Seit diesem Jahr gibt es deshalb mit Sascha Timmas auch einen Referenten Social Media beim HFV. Der 27-Jährige hatte bereits vorher in der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit ein Praktikum absolviert und als Vertretung gearbeitet, hat zudem Erfahrung im digitalen Marketing eines Sportfachhandels. Im Interview spricht er über Einsatz und Nutzen von Sozialen Medien für Amateurvereine und wofür man welchen Kanal am besten nutzt.

Herr Timmas, welchen Nutzen sehen Sie im Bereich Soziale Medien für Amateurvereine im Fußball?

Sascha Timmas: Soziale Medien sind mit der beste Weg, um kostengünstig mit potenziellen Fans und Mitgliedern in Kontakt zu kommen – auch für kleine Vereine. Über Facebook und Co. kann man seine Community auf dem Laufenden halten, aber auch die Informationen breiter und dennoch zielgenauer streuen.

Welchen Kanal würden Sie empfehlen?

Timmas: Facebook ist wegen seiner großen Zahl der angemeldeten Nutzer und der Vielzahl an Möglichkeiten, Beiträge zu erstellen, immer noch die Nummer eins. Dahinter ist Instagram die Nummer zwei, vor allem wenn es um die Ansprache einer jüngeren Zielgruppe geht. Das Wachstum dort war zuletzt enorm, zudem ist die Kopplung von Instagram an Facebook ein weiterer Vorteil. Twitter sehe ich bei normalen Vereinen nicht als notwendig an, da es dort sehr wenige Privatnutzer gibt. Snapchat ist als neueste Plattform etwas für ganz junge User, wobei man hier auch sagen muss, dass Instagram zuletzt dort viele Nutzer abgeworben hat. WhatsApp wiederum ist klassischerweise eher privater, schließlich ist dort die eigene Handynummer nötig. Dabei bietet es sich für Vereine eher an, temporäre Gruppen etwa für Auswärtsfahrten oder Events anzulegen.

Was ist wichtig beim Bespielen von sozialen Medien durch Vereine?

Timmas: Zentral ist ein kontinuierlicher Rhythmus, was auch bedeutet, dass ich am Anfang nicht gleich mein ganzes Pulver verschießen sollte. Dafür reicht eine Person meistens aus. Wichtig ist, dass man sich im Verein vorher einigt, was kommuniziert wird und was nicht – und dann Kategorien festlegt, die in regelmäßigen Abständen bespielt werden. Vom Know-how her kann das eigentlich jeder, der die entsprechenden Medien privat nutzt. Denn mit der Zeit lernt man die nötigen Kniffe von ganz alleine, etwa wenn es um die perfekte Länge für ein Video oder die Nutzung von bezahlter Werbung geht.

Haben Sie abschließend noch einige Tipps für einen Verein, der sich eine entsprechende Präsenz aufbauen möchte?

Timmas: Erstens ist es wichtig, authentisch zu bleiben. Wir reden hier von Amateurklubs, d. h. es muss kein perfektes Foto oder ein toll bearbeitetes Video sein. Wenn es mal wackelt im Video, ist einem sicher niemand böse. Zweitens sollte man sich ausprobieren und den Mut haben, auch Neues zu versuchen. In den meisten Fällen verzeihen einem die User nämlich auch mal einen Fehlgriff. Beim Start ist es zudem wichtig, nicht nur online präsent zu sein, sondern das auch im Vereinsheim oder über Mund-zu-Mund-Propaganda zu kommunizieren. Zur Not kann man auch ein paar Euro in Werbung investieren. Am Anfang bietet sich besonders ein Gewinnspiel an, um Nutzer zu gewinnen. Außerdem sollte man die Spieler und Betreuer miteinbinden. Viele Vereine wissen nicht, was für ein Netzwerk und eine Ausstrahlung ihre eigenen Leute haben. So kann sich die Reichweite eines Beitrags schnell potenzieren.

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