Der Ex-Galaxy-Manager Tilman Engel wird den American Football Verband Deutschland künftig untersützen. ARCHIVFOTO: HÜBNER
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Der Ex-Galaxy-Manager Tilman Engel wird den American Football Verband Deutschland künftig untersützen. ARCHIVFOTO: HÜBNER

American Football

Engel: "Football funktioniert besser in größeren Stadien"

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Tilman Engel, einst Manager von Frankfurt Galaxy, unterstützt künftig den American Football Verband Deutschland.

In den glorreichen Zeiten um die Jahrtausendwende herum, in denen die Frankfurter Footballer als Galaxy viermal die Trophäe des World Bowl in die Luft stemmen und regelmäßig etwa 30 000 Fans zu ihren Partys im damaligen Waldstadion begrüßen durften, führte Tilman Engel die "Men in Purple" als Manager an. Nun hat sich der 56-Jährige bereit erklärt, an diese Zeiten anzuknüpfen und als Mitglied eines neuen Beirats dabei zu helfen, im Auftrag des American Football Verband Deutschland den German Bowl weiterzuentwickeln. Das Endspiel der höchsten deutschen Klasse, der German Football League (GFL), soll längerfristig in der Arena im Stadtwald beheimatet sein und sich als Premium-Sportevent etablieren.

Bei der Rückkehr nach neun Jahren Absenz zog das Duell 2019 auch ohne Beteiligung des heimischen Vertreters Universe 20 000 Zuschauer an, 5000 mehr als zuvor in Berlin. Das zentral gelegene Rhein-Main-Gebiet bestätigte damit seinen Ruf als gutes Pflaster für Events des US-Sports.

Engel geht davon aus, dass sich mit den richtigen Strategien weitere große Schritte in puncto Popularität vollziehen lassen. "In absehbarer Zeit" hält er eine deutlich größere Kulisse von mehr als 30 000 für möglich.

Über die Wege, die er dafür und zwecks besserer Vermarktung insgesamt mit seinen zukünftigen Kollegen im beratenden Gremium einschlagen will, möchte er noch nicht reden.

Galaxy hatte neues Verständnis erzeugt

Eine wesentliche Rolle werden die sozialen Medien bekommen. Diese erleichterten es heutzutage sehr, die Menschen zu erreichen und für ein Angebot zu interessieren, sagt der Business-Experte, der in einige Ausschreibungen im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar involviert ist. Die Galaxy funktionierte so gut, weil sie laut Engel "ein ganz neues Verständnis von Stadion-Veranstaltungen" in die Region brachte. Fußball etwa beschränkte sich damals auf das reine Spiel; langes Entertainment vor dem Anpfiff war man nicht gewöhnt. So bildete der Football einen interessanten Kontrapunkt. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass die Galaxy in Sachen Popularität fast auf Augenhöhe mit den Eintracht-Fußballern stand. Vor der Corona-Pandemie spielten Letztere vor 50 000 Fans; die Universe-Footballer mussten zuletzt am Bornheimer Hang mit fünf Prozent davon zufrieden sein.

Football funktioniere über die Atmosphäre besser in größeren Stadien, ist Engel überzeugt. Die wenigen Male, bei denen Universe umzog, steigerte sich die Besucherzahl deutlich. Aber es sei wirtschaftlich nicht sinnvoll, eine Spielstätte nur zu einem geringen Bruchteil zu füllen.

Allein der German Bowl genießt höhere Attraktivität. "Hier treffen die beiden besten Teams Deutschlands und vielleicht sogar Europas aufeinander", sagt Engel. Dass sich dies durch die neue European League of Football ändern könnte, dazu wollte der Fachmann keine Einschätzung geben. "Mir erschließt sich das Business-Konzept noch nicht ganz", sagte er zu dem Plan von Patrick Esume, der unter ihm Galaxy-Trainer war. Ohne einen starken Träger wie ihn die Clubs der NFL Europe in der amerikanischen Profiliga hatten, könne er sich die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens kaum vorstellen. "Meine starke Befürchtung ist", sagt Engel mit Blick auf die Spaltung in der Szene, "dass Football in Deutschland darunter leiden wird."

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