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Endstation Verlängerung

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Matchball Kassel: Eishockey-Oberligist EC Bad Nauheim musste im dritten Playoff-Finale vor 6100 Zuschauern in der Eissporthalle am Auestadion erneut in die Verlängerung – und sich erneut geschlagen geben.

Kyle Doyle erzielte in der 65. Minute den 3:2 (0:0, 0:1, 2:1/1:0)-Siegtreffer für die Nordhessen, die damit zu Hause zum fünften Mal in Folge in der Overtime das nötige Quäntchen Glück hatten. Wie schon in Spiel eins am Freitag hatten die Roten Teufel zweimal geführt, angesichts einer Vielzahl an (Powerplay)-Möglichkeiten aber den Sack nicht zugeschnürt.

Der Meister kann am Freitag (19.30 Uhr) in Bad Nauheim gekürt werden. Die 4300 Tickets für Spiel vier im Colonel-Knight-Stadion waren am Montag nach nur vier Stunden vergriffen.

Am Morgen hatte ein Gerücht aus Frankfurt in Kassel für Gesprächsstoff gesorgt. Uli Egen, Coach der Huskies, stehe auf der Liste der Kandidaten für den Trainerposten der Löwen vom Main sehr weit oben, meldete eine Frankfurter Tageszeitung. Ein Treue-Bekenntnis aus Nordhessen folgt umgehend.

»Wir müssen auf die beste Saisonleistung der Huskies eingestellt sein«, hatte RT-Trainer Frank Carnevale seine Mannschaft gewarnt. Anstelle von Janne Kujala (am Sonntag nicht auf dem Spielbericht) musste diesmal Aaron Reckers als überzähliger Ü21-Spieler zuschauen. Bei den Kassel Huskies nahm Egen den Slowenen Jan Loboda in den Kader, dafür hockte Jakub Wiecki »überzählig« auf der Tribüne. Der zuletzt in der Verteidigung agierende Alexander Heinrich rückte auf seine gelernte Position im Angriff.

Die Roten Teufel kamen – wie schon in den ersten beiden Partien – gut ins Spiel; diesmal blieben die Torerfolge im ersten Abschnitt allerdings aus. Noch in der ersten Minute war Brad Miller vor Kassels Benjamin Finkenrath aufgetaucht, wenig später konnte Patrick Strauch einen Nachschuss nicht einschieben (3.), und schließlich sollte auch Michel Maaßen die Lücke vergeblich suchen (11.). Rein optisch hatten die Huskies mehr von der Partie, doch ist es den Gästen in den ersten 20 Minuten recht gut gelungen, die Huskies-Stürmer außen beziehungsweise auf Distanz zu halten.

Spannend wurde es in den letzten beiden Minuten vor der ersten Pause: 1:43 Minuten lang standen die Wetterauer mit zwei Spielern mehr auf dem Eis, die beste Chance hatte jedoch Huskie Brad Snetsinger, der beim Unterzahl-Konter am Helm von RT-Torwart Thomas Ower scheiterte.

In der fünften Minute des zweiten Abschnitts nutzte Daniel Oppolzer das insgesamt dritte Überzahlspiel der Roten Teufel zum Führungstreffer. Geduldig, geradezu statisch hatte das Powerplay bis dahin gewirkt, ehe Oppolzer über die Stationen Alexander Baum und Mike Schreiber freigespielt worden war. Und plötzlich hätten sich die Gäste, bei denen immer mal wieder die Stürmer zehn und elf in die Rotation eingebaut werden konnten, sogar ein Torepolster schaffen können. Zweimal noch in unmittelbarer Folge (viermal insgesamt in den zweiten 20 Minuten) standen die Badestädter nun mit einem Spieler mehr auf dem Eis, konnten die zahlreichen Abpraller allerdings nicht über die Linie bringen. Auf der anderen Seite stand Thomas Ower immer wieder das Glück des Tüchtigen zur Seite. Doch würden sich die zahlreichen vergebenen Tormöglichkeiten der Gäste auf der Zielgeraden noch rächen?

Oder würden die Hausherren die Kräfte verlassen? Im Powerplay durften die Gäste auch das Schlussdrittel beginnen. Patrick Strauch verpasste parallel zur Torlinie stehend. Als die Roten Teufel zum mittlerweile siebten Mal mit einem Spieler auf dem Eis waren, vertändelte Brad Miller die Scheibe, und Artjom Kostyrev ließ sich nicht mehr halten (45.), erzielte in Unterzahl den Ausgleich. Nur 34 Sekunden – Bad Nauheim stand noch immer mit einem Mann mehr auf dem Eis – fand ein verdeckter Schuss von Alexander Baum den Weg zur erneuten Führung ins Netz (45.). Kassel zeigte in der Folge durchaus Kraft- und Konzentrationsschwächen, musste Bad Nauheim die Zweikämpfe überlassen, brachte den Puck fünf Minuten vor Schluss aber durch Artjom Kostyrev erneut zum Ausgleich über die Linie. Als dann auch noch RT-Verteidiger Brad Miller auf die Strafbank marschieren musste, hätte die Partie urplötzlich gar kippen können (Ower klärte gar mit dem Kopf gegen Doyle). Doch erneut musste die Verlängerung entscheiden.

Kassel Huskies: Finkenrath – Valenti, Loboda, Engel, Willaschek, Glusanok, Reiss – Christ, Sikora, Alexander Heinrich, Klinge, Doyle, Snetsinger, Kreuzer, Kostyrev, Schwab,

EC Bad Nauheim: Ower – Baum, Schreiber, Ketter, Miller, Pietsch, Pöpel – Schlicht, Stanley, Anderson, Rinke, Lange, Oppolzer, Strauch, May, Maaßen, Huhn, Striepeke.

Tore: 0:1 (25.) Oppolzer (Schreiber, Baum – 5-4), 1:1 (44.) Kostyrev (Valenti – 4-5), 1:2 (45.) Baum (5-4), 2:2 (55.) Kostyrev (Valenti), 3:2 (65.) Doyle (4-4). – Strafminuten: Kassel 16, Bad Nauheim 10. – Zuschauer: 6100.

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