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»Am Ende müde«

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(kun/sth) Die Heimserie der Roten Teufel ist gerissen: In der Deutschen Eishockey-Liga 2 hat der EC Bad Nauheim am Freitagabend eine 3:4 (0:2, 3:1, 0:0, 0:1)-Niederlage nach Verlängerung gegen die Ravensburg Towerstars kassiert.

Für das Team von RT-Trainer Frank Carnevale war es die erste Pleite nach zuvor fünf siegreichen Heimspielen. Damit verpassten es die Badestädter, nach dem mitreißenden Auftritt gegen Meister Bietigheim und dem Erfolg im Hessen-Cup gegen die Kassel Huskies zwar auch ihr drittes Heimspiel binnen fünf Tagen erfolgreich zu gestalten, belohnten sich für ihre Moral – zweimal konnten die Gastgeber die Führung der Ravensburger ausgleichen – aber immerhin mit einem Punkt.

Bereits zu Beginn wurden die Roten Teufel vor 2283 Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion kalt erwischt. Die Hausherren, die wie schon im Pokalspiel gegen die Schlittenhunde unter der Woche erneut mit Thomas Ower zwischen den Pfosten agierten, schossen im ersten Drittel fast dreimal so häufig auf das Tor von Gäste-Goalie Matthias Nemec, wurden von den Schwaben für ihre mangelnde Effizienz jedoch eiskalt bestraft.

Bereits nach sechs Minuten traf Radek Krestan nach Vorarbeit von Dustin Cameron und Towerstars-Topscorer Justin Kelly völlig freistehend zur 1:0-Führung für die Ravensburger. Nur neun Minuten später nutzte der von Kelly glänzend in Szene gesetzte Cameron eine Überzahlsituation zum 2:0 für das Gästeteam von Trainer Petri Kujala. Sein Pendant auf Bad Nauheimer Seite baute zum zweiten Drittel kräftig um, ließ Chris Heid an der Seite von Dan Ringwald und Marcus Götz neben Sean McMonagle auflaufen und zog Michael Dorr von der zweiten in die dritte Reihe – für ihn stürmte Patrick Strauch fortan in der zweiten Angriffsformation.

Die Folge: Bereits nach fünf absolvierten Minuten im zweiten Drittel kamen die Roten Teufel zum 1:2-Anschlusstreffer durch Kyle Helms, der den Puck nach Vorarbeit von Strauch im Nachsetzen über die Linie beförderte. Bei angezeigter Strafe gegen die Gäste schlenzte Harry Lange die Hartgummischeibe nur vier Minuten später zum Bad Nauheimer Ausgleich ins Netz. Auch von der erneuten Gästeführung ließen sich die Badestädter in der Folge nicht aus ihrem Spielrhythmus bringen.

Kelly hatte in Unterzahl nach einem Scheibenverlust der Hausherren im gegnerischen Drittel zu einem Solo angesetzt und dieses erfolgreich abgeschlossen (32.). »Das war natürlich ein Geschenk«, wusste RT-Coach Carnevale, dessen Team die passende Antwort jedoch nicht lange schuldig blieb. Nachdem Taylor Carnevale in der 33. Minute noch an Nemec gescheitert war, drückte Dorr einen Lange-Schuss nur zwei Minuten später über die Linie. Im letzten Drittel lieferten sich beide Mannschaften dann einen offenen Schlagabtausch, wobei Carnevale (54.) und Dorr (56.) aussichtsreiche Einschussmöglichkeiten für die Hausherren ungenutzt ließen, während Cameron auf der Gegenseite die große Chance zum Ravensburger Siegtreffer ausließ (58.). 60 Sekunden war die Verlängerung alt, als Dorr nach einem Alleingang nur den Pfosten des Ravensburger Gehäuses traf.

20 Sekunden vor Schluss kam Towerstars-Verteidiger Simon Sezemsky aus zehn Metern zum Abschluss und traf ins rechte Torwarteck zum Siegtreffer für die Schwaben. »Am Ende waren wir ein wenig müde, hatten beim Pfostenschuss von Dorr aber auch Pech. Die Mannschaft hat den Topspielen der vergangenen Wochen Tribut zollen müssen«, konstatierte Carnevale nach der Partie, während sich sein Ravensburger Trainerkollege glücklich über den Last-Minute-Sieg zeigte. »Wir sind momentan froh um jeden Auswärtspunkt. Die Mannschaft hat eine gute Leistung gezeigt«, lobte Kujala sein Team.

EC Bad Nauheim: Ower – Ringwald, McMonagle, Heid, Götz, Ketter, Baum – Beca, Carnevale, Pinizzotto, Lavallee, Helms, Dorr, Schlicht, Lange, Strauch, May, Oppolzer.

Ravensburg Towerstars: Nemec – Langwieder, Kindl, Slavetinsky, Kapzan, Sezemsky, Gawlik – Cameron, Kelly, Krestan, Maloney, Friedrich, Menge, Vogt, Baier, Schmidt, Bräuner, Oravec.

Steno: Tore: 0:1 (6.) Krestan (Cameron, Kelly), 0:2 (15.) Cameron (Kelly, Krestan – 5-4), 1:2 (25.) Helms (Strauch, Lavallee), 2:2 (29.) Lange (Pinizzotto, Carnevale), 2:3 (32.) Kelly (Cameron, Langwieder – 4-5), 3:3 (35.) Dorr (Lange, Lavallee), 3:4 (65.) Sezemsky (Slavetinsky, Schmidt). – Schiedsrichter: Christian Oswald. – Strafminuten: Bad Nauheim: 14, Ravensburg: 16. – Zuschauer: 2283.

Weiter spielten

Kaufbeuren – Rosenheim 1:8

Crimmitschau – Landshut 2:4

Riessersee – Fischtown Pinguins 3:2

Dresden – Bietigheim 4:3

Heilbronn – Lausitzer Füchse 2:4

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