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Einzel ja, Doppel nein

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
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Rückschlagspiele haben den Vorteil, dass der Mindestabstand recht gut einzuhalten ist - zumindest im Einzel. Davon profitiert auch Badminton. Trotzdem ist bei den Wetterauer Badminton-Abteilungen lange noch nicht alles so, wie es vor wenigen Monaten noch war.

Rückschlagsportarten leben momentan zwischen den Welten. Im Gegensatz zu den Ballsportarten dürfen sie ihr Spielgerät immerhin durch die Gegend schicken. Doch so wirklich ursprünglich ist es noch nicht beim Tennis oder Tischtennis - oder beim Badminton.

Beim SV Fun-Ball Dortelweil dürfen Mannschaftsspieler seit einigen Tagen wieder trainieren. Doch auch hier gelten strenge Auflagen. "Es ist an manchen Stellen schwierig, aber die Sportler sind alle einsichtig und setzen die Vorgaben um", sagt Klaus Rotter, Abteilungsleiter Badminton bei Fun-Ball.

Der Netzaufbau darf beispielsweise nur von fest eingeteilten Personen mit Handschuhen erledigt werden, die Trainingsgruppen sind festgelegt. In einem Viertel der Halle der Europäischen Schule Rhein-Main dürfen vier bis sechs Spieler auf drei Feldern trainieren. Dabei hat jeder Spieler eigene, markierte Bälle, die auch nur er berühren und ins Spiel bringen darf. Soweit, so gut. Der Knackpunkt: Durch den Mindestabstand von zwei Metern ist Netzspiel nur schwer möglich. Eine Markierung einen Meter hinter dem Netz auf jeder Seite kanzelt euphorische Vorstöße ab. An ein Doppelspiel ist unter diesen Voraussetzung ohnehin nicht zu denken.

"Trotzdem sind alle glücklich und freuen sich, wieder Sport treiben zu können", sagt Sonja Straußberger, Mitarbeiterin in der Geschäftsstelle vom SV Fun-Ball und für die Organisation der Trainingsstunden verantwortlich. "Nur das Freie Spiel sowie das Kinder- und Jugendtraining fällt noch weg. Das wäre derzeit nicht kontrollierbar", sagt Straußberger.

Bei der TG Friedberg sind sie noch nicht ganz so weit. "Wir haben über das Wochenende unser Hygienekonzept eingereicht und warten nun auf die Antwort der Stadt", sagt Abteilungsleiter Marcus Thalheim. "Wir werden beispielsweise in der Sporthalle der Henry-Benrath-Schule neun Felder zur Verfügung haben, so wie sonst auch." Dennoch müsse sich der Großteil umorientieren, "denn gerade die Erwachsenen spielen hauptsächlich Doppel und Mixed", sagt Benrath. Der Vorfreude, die der Abteilungsleiter aufgrund der vielen Nachfragen der Vereinsmitglieder, wann es denn endlich wieder losgehe, ausmacht, ist trotzdem riesig - auch auf die anstehende Spielzeit.

Fokus liegt auf neuer Saison

Die Saison 2019/20 wurde in den höchsten beiden Spielklassen vom Deutschen Badminton-Verband bis 31. Mai ausgesetzt. Die Zweitliga-Mannschaft der Dortelweiler hatte noch zwei Spiele auf dem Plan, als Tabellenvierter war man aber weder in den Auf- noch Abstiegskampf verwickelt. Und überhaupt, dass die Saison unter den aktuellen Voraussetzungen doch noch zu Ende gebracht wird, glaubt keiner. Es fehlt nur die Bestätigung. Der Hessische Badminton-Verband hat bereits am 12. März Fakten geschaffen und die Saison abgebrochen.

Auch deshalb richtet Rotter den Blick auf Anfang Oktober. Dann soll die neue Saison starten. Das Aushängeschild des Vereins in der 2. Bundesliga Süd soll einen neuen Anstrich erhalten, wie Rotter im Gespräch mit unserer Redaktion andeutet. Auch von einer "Überraschung" ist die Rede. Wie genau diese aussieht, ließ er aber noch offen.

Auch bei der TG in Friedberg sehnen sie die Saison herbei. Die erste Mannschaft geht in die nächste Bezirksoberliga-Spielzeit. "Da müssen wir langsam mal ins Training kommen", sagt Benrath, der in dieser Mannschaft selbst aktiv ist. Wenn es nach ihm geht, das ist keine Überraschung, lieber heute als morgen. FOTO: DPA

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