400 Einwohner - 400 Mitglieder

(dr) Knapp 400 Einwohner hat der Münzenberger Ortsteil Ober-Hörgern - und mehr als 400 Vereinsmitglieder zählt man beim im Jahre 1972 aus der Taufe gehobenen Fußball-A-Ligisten TFV Ober-Hörgern. Das sind zweifellos bemerkenswerte und nicht alltägliche Zahlen für ein kleines Dorf. Auch der Jugendbereich kann sich sehen lassen, spielen doch derzeit 45 Kinder und Jugendliche aus Ober-Hörgern in der mit dem FC Gambach und dem Traiser FC gebildeten Jugendspielgemeinschaft Münzenberg, in der - außer im E-Juniorenbereich - alle Altersklassen besetzt sind.

Woher kommt das Potenzial, das dazu führte, dass der TFV Ober-Hörgern im letzten Jahrzehnt sechs Jahre lang auf höchster Kreisebene im Fußballkreis Friedberg spielte und demnächst da auch wieder hin will? Damit dies langfristig wieder gelingt, wurde für die kommende Saison mit Peter Morbe ein ehrgeiziger Inhaber der Trainer-A-Lizenz engagiert, der einen frischen Wind auf einen der vielleicht schönst gelegenen Sportplätze der Wetterau - zwischen den Wetterarmen im Auengebiet - bringen soll.

Florian Düringer, 27-jähriger Spieler und Pressewart beim TFV, schaut im Gespräch mit der WZ-Sportredaktion nur ungern zurück auf eine insgesamt unglücklich gelaufene Fußballsaison 2009/2010. Von den insgesamt 38 Saison-Begegnungen verlor man mit 17 fast die Hälfte, sieben Mal musste man mit einem Remis zufrieden sein, und nur 14 Paarungen wurden siegreich beendet. Erschreckend: die Tordifferenz von 80:87 Toren. 80 erzielte Tore in 38 Spielen, das ist ein sehr guter Wert - der Tabellendritte der Kreisliga A, der SV Schwalheim hat exakt ebenfalls 80 Treffer erzielt, und das reichte jetzt zum Aufstieg in die Kreisoberliga. Schmerzen bereiteten die 87 Gegentore - der SV Steinfurth II bekam nur 86 Gegentore und stieg mit diesem Wert in die Kreisliga B ab.

Geschuldet war die Flut an Gegentoren der von Beginn des Spieljahres nicht gelösten Torhüter-Frage. Im Juni 2009 war Stammkeeper Georg Hoppe zum Kreisoberligisten TSG Ober-Wöllstadt gewechselt. "Wir waren zum Experimentieren gezwungen. Es mussten Feldspieler im Tor spielen", charakterisiert Düringer die damalige Lage. Man probierte im Verlauf der Vorrunde sechs verschiedene Torleute in der ersten Mannschaft aus. Weiter bezeichnet Düringer insbesondere die Bilanz der Rückrunde als äußerst unbefriedigend: "Da haben wir von 57 möglichen Punkten nur ganze 13 geholt. Das war katastrophal", zieht Düringer ein ernüchterndes Fazit.

Es waren auch wohl insgesamt die miserablen Trainingsmöglichkeiten in den Wintermonaten, die mit zur Misere beitrugen: "Unser Sportplatz an der Wetter verfügt über kein Flutlicht und war oft überschwemmt. So versuchten wir, mit vielen Laufeinheiten den Winter zu überstehen." Eine gute Meldung gab es in der Weihnachtszeit: Hoppe kehrte aus Wöllstadt zurück, und das Torwartproblem war gelöst. Die zweite Saison-Halbzeit bescherte dann eine deutlich höhere Belastung, da Nachholspiele anfielen, die dann unter der Woche stattfinden mussten.

Alles soll nun besser werden. Die Trennung vom bisherigen Coach Ralf Schönborn (Maibach) und die Verpflichtung von Peter Morbe soll nun frischen Schwung bringen. Seit 30. Juni sind die beiden TFV-Teams wieder im Training, und es sieht positiv aus. "Im Augenblick sind im Schnitt 25 Spieler im Training dabei. Peter Morbe legt viel Wert auf Disziplin im Umgang miteinander. Er führt häufig Gespräche mit den jungen Spielern und fordert sie in den abwechslungsreich gestalteten Trainingseinheiten", kennzeichnet Düringer die aktuelle Situation in den Vorbereitungswochen beim TFV Ober-Hörgern. Die Zielvorstellung für die neue Saison wurde klar festgelegt: "Wir wollen besser aussehen als in der abgelaufenen Saison, ein einstelliger Tabellenrang im oberen Tabellendrittel." Auch am Sportgelände wurde in der Sommerpause ein Manko beseitigt. Die vorhandenen Umkleideräume wurden mit Duschen erweitert, die am ersten Spieltag im Heimspiel gegen den SV Bruchenbrücken eingeweiht werden sollen.

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