Eintracht Frankfurt

Eintracht-Pokalsieger Holger Friz spielt mit der Traditionself in seiner Heimat Karben

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Die Traditionsmannschaft des Fußball-Bundesligisten trifft am Samstag auf eine Ü35-Auswahl der Stadt Karben. Mit dabei ist Holger Friz, in dessen Brust gleich die Herzen beider Teams schlagen.

Eintracht Frankfurt kommt. Die Traditionsmannschaft des Fußball-Bundesligisten trifft am Samstag auf eine Ü35-Auswahl der Stadt Karben. Anstoß auf dem Günter-Reutzel-Sportfeld in Klein-Karben ist um 17 Uhr. Die Auswahl – jeder Klub der Stadt stellt vier Akteure – wird von Kult-Trainer Dragoslav Stepanovic betreut. Kreisoberligist FC Karben rechnet bei seiner bislang größten Veranstaltung der noch jungen Vereinsgeschichte mit 500 bis 600 Zuschauern.

Für Holger Friz steht die Partie unter ganz besonderen Vorzeichen. Der 53-Jährige hatte 1988 mit der Eintracht den DFB-Pokal gewonnen (1:0 gegen den VfL Bochum) und später seine Laufbahn beim KSV Klein-Karben ausklingen lassen. Der Torjäger ist heute noch immer in einem Karbener Stadtteil zu Hause. "Ich freue mich, viele Freunde auf dem Günter-Reutzel-Sportfeld zu treffen. In der Kabine, sicher auch in den Reihen des Gegners und natürlich auch unter den Zuschauern. Diese Konstellation ist ja wirklich nicht alltäglich", sagt Friz im WZ-Gespräch. "Und natürlich wünsche ich mir, dass viele Menschen auch einige der Pokalsieger von 1988 noch mal sehen wollen."

Holger Friz, welche Erwartungen haben Sie an den Tag? Steht zu solchen Spielen das Zusammentreffen und die Geselligkeit im Vordergrund oder der Fußball?

Friz: Die Geselligkeit spielt sicher eine große Rolle. Aber man sagt ja auch so schön: Je oller, desto doller. Und der Fußball steckt uns ja allen im Blut. Wir wollen uns sportlich betätigen und schönen Fußball und hoffentlich viele Tore bieten. Und natürlich wollen wir die Leute begeistern und gemeinsam Spaß haben. Zunächst beim Spiel und natürlich auch im Anschluss.

Kennt die Traditionself das Gefühl einer Niederlage?

Friz: Ich kann mich an keine Niederlagen erinnern. Zumindest habe ich dann nicht mitgespielt (lacht). Zuletzt gab’s mal zwei, drei Unentschieden, aber sonst sind wir doch eher erfolgsverwöhnt.

Der Fußball steckt uns ja allen im Blut

Holger Friz

Sie sind bei den Heimspielen der Eintracht und des FC Karben regelmäßig unter den Zuschauern. Wie schätzen Sie die Entwicklungen Ihrer beiden Klubs ein?

Friz: Die Eintracht ist sicher eine Wundertüte. Ich sehe sie nicht so schlecht, wie sie von vielen zunächst dargestellt wurde. Natürlich, jetzt kommt das Verletzungspech hinzu. Insgesamt wurde bezüglich der Erwartungshaltung die Latte sehr hoch gelegt. Wenn’s am Ende Rang zehn oder zwölf wird, kann ich gut damit leben. Alles darüber ist ein Gewinn für die Rhein-Main-Region. Vor Ort in Karben drücke ich dem FC natürlich die Daumen. Der Titelgewinn wurde als Ziel ausgegeben, und der Start ist – trotz des Patzers am letzten Wochenende – geglückt.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung des Fußballs – in der Bundesliga sowie in der Kreisoberliga?

Friz: Die Bundesliga steht international etwas im Schatten anderer Nationen; gerade in der Europa League. Da habe ich das Gefühl, in Deutschland wird der Wettbewerb nicht ganz ernst genommen. Da wünsche ich mir mehr Ehrgeiz, gewinnen zu wollen. In der Bundesliga generell und natürlich bei der Eintracht würde ich gerne mehr deutsche Spieler sehen. Statt der jungen Kicker aus der dritten oder vierten Liga werden zunächst internationale Talente gescoutet. Auf Amateurbasis nehmen mir zunehmende Respektlosigkeiten ein bisschen den Spaß. Auch wir haben früher gemault und kritisiert. Aber nach dem Spiel hat man sich die Hand gegeben und die Sache war erledigt. Anders kenne ich das nicht. Heutzutage ist der Umgang von Spielern, Schiedsrichtern und Zuschauern ein anderer. Leider.

Info

Rund um den Spieltag

  1. Die Tradionsmannschaft der Eintracht wird unter anderem erwartet mit Hans-Peter Steinle, Sascha Amstätter, Uwe Bindewald, Manfred Binz, Roland Borchers, Matthias Dworschak, Patrick Falk, Holger Friz, Frank Gerster, Slobodan Komljenovic, Uwe Müller, Norbert Nachtweih, Erwin Skela, Cesary Tobolik und Andre Wiedener.
  2. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Jugendliche zahlen drei Euro. Kinder bis 14 Jahre sind frei.
  3. Eine direkte Zufahrt zum Sportgelände ist nicht möglich. Parkmöglichkeiten gibt’s am angrenzenden Industriegebiet.

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