Nachgefragt bei Wolfgang Bott

"Die Einstellung der Leute ist nicht mehr dieselbe"

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(msw). Wolfgang Bott konnte als Vorsitzender des TTC Assenheim froh sein, dass sich die erste Mannschaft in der Tischtennis-Bezirksoberliga der Herren, Gruppe 2, im Derby gegen den TV Okarben mit 9:7 durchsetzte und damit nun sogar ein positives Punktekonto aufweist. Obwohl die Niddataler damit derzeit sogar die zweitbeste heimische Herrenmannschaft stellen, sieht er nicht nur positive Entwicklungen, wie er im Interview verrät.

Herr Bott, die erste Mannschaft des TTC Assenheim steht derzeit gut da. Sind Sie davon überrascht?

Wolfgang Bott:Wir haben mit Lukas Stumpf einen Spieler, der sich toll entwickelt hat, sodass mich diese Erfolge nicht überraschen. Dazu kommt Christian Maaß, der ebenfalls großes Potenzial hat. Somit spielen sie das, was man auch vorher von ihnen erwarten konnte.

Das klingt sehr gut, doch ihre Tonlage lässt erahnen, dass Sie nicht nur zufrieden sind...

Bott:Was uns als Verein insgesamt und mir speziell als Vorsitzenden zu schaffen macht ist, dass wir in allen Mannschaften ständig Ersatz stellen müssen. Die Einstellung der Leute ist nicht mehr dieselbe wie früher. Dass Spieler durchgängig in einer Mannschaft spielen, ist nicht mehr so oft der Fall. Viele sehen unseren Tischtennisverein eher als Fitnessstudio. Dabei vergessen sie, dass hier im Kreis kein Tischtennisverein hauptamtlich geführt wird.

Sie wollen die Aufgabe aber dennoch auch noch länger bekleiden?

Bott:Ich werde den Verein nicht hängen lassen, zumal es auch einige gibt, die mich unterstützen. Aber wenn sich ein anderer finden sollte, kann er dies natürlich auch gerne machen. Da ich auch im Stadtparlament in Niddatal tätig bin und auch in dieser Woche wieder zwei Sitzungen habe, wird es mir wahrlich nicht langweilig.

Wie sieht es in der Jugendarbeit aus?

Bott:Die Jugendarbeit ist nur dann gut, wenn man auch die Leute dafür hat, die sie machen. Zum Glück haben wir mit Reiner Dallwitz einen engagierten Jugendwart. Auch meine Tochter Sonja macht viel. Sie kann ihre eigene Spielstärke auch gut vermitteln, was nicht alle guten Spieler automatisch können. Und auch ich fahre die zweite Jugendmannschaft zu Spielen. Gerade in der letzten Woche hatten wir wieder sechs neue Kinder. Über Mangel an Nachwuchs können wir uns derzeit also nicht beklagen. Was dann am Ende aber dabei herauskommt, weiß natürlich niemand. Ein großes Talent ist derzeit Patrick Müller, der erst zwölf Jahre alt ist, aber sehr lern- und wissbegierig ist.

Sie selbst und Ihre Tochter Sonja spielen nicht mehr allzu oft selbst. Wieso?

Bott:Sonja hat Hüftprobleme, sodass sie wohl gar keine Punktspielen mehr bestreitet. Und mir fällt es ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen immer schwerer. Somit sind wir trotz einiger sportlichen Erfolge insgesamt ein Verein, dem es wie vielen in den meisten Sportarten geht: Uns geht es nicht schlecht, aber es gibt immer weniger Leute, die etwas machen. (Archivfoto: jwn)

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