+
Hinein ins Vergnügen: 17 Athleten der Jugend A und B werden beim Ockstädter Cross-Triathlon auf die Reise geschickt. Insgesamt gehen über 200 Sportler an den Start.

Triathlon

Nur einer blieb beim Cross-Triathlon in Ockstadt im Schatten

  • schließen

Über 200 Athleten bevölkerten am Sonntag das kleine Ockstädter Schwimmbad. Ihr Ehrgeiz war auch von hohen Temperaturen und einer anspruchsvollen Strecke nicht zu stoppen.

Helmut Mohr hatte den besten Platz im Ockstädter Schwimmbad. Sein Tisch stand im Schatten des großen Festzelts, die Sonnenbrille brauchte er nicht wirklich, obwohl der frisch angebrochene Sommer am Sonntag alles aus sich heraus holte. Vor Mohr - einer der Hauptverantwortlichen des Ockstädter Cross-Triathlons - lagen die sortierten Meldelisten und verrieten ihm, wer da gerade um die Ecke bog, um die letzte Spitzkehre hinein ins Festzelt in Richtung Ziellinie zu laufen. Diese hatte ihre Tücken, einige vermuteten die Ziellinie vor der letzten Kurve und mussten dann von Mohr über das Mikrofon noch auf die verbleibenden fünf Meter aufmerksam gemacht werden.

Krauthäuser Zweite, Kipp Achter

Ohne Probleme fanden die Gesamtsieger auf der großen Distanz über 300 Meter Schwimmen, 13 Kilometer Rad und fünf Kilometer Laufen - Bodo Stenzel (EOSC Offenbach/55:25 Minuten) bei den Herren sowie Anne Wagner vom Wetterauexpress (1:07:59 Stunden) bei den Frauen - die Ziellinie. Wagner verteidigte ihren Titel aus dem Vorjahr. Bei den Männern war Simon Kipp vom LSC Bad Nauheim/Germania Ockstadt als Achter bester Wetterauer (1:01:58 Stunde). Die Ockstädterin Kirsten Krauthäuser (1:07:59 Stunde) wurde bei den Frauen Zweite, ihr Sohn Lukas gewann zudem die Jugend A in 1:06:30 Stunde, wenn auch konkurrenzlos.

Die anspruchsvolle Strecke führte nach dem Schwimmen auf den 25 Meter langen Bahnen auf die 13 Kilometer lange Radstrecke auf der Panzerstraße im Kirschenberg, inklusive 242 Höhenmetern. "Beinahe wäre ich abgestiegen und hätte angefangen, Kirschen zu pflücken", sagte einer der exakt 100 gewerteten Teilnehmer, der das Vergnügen aber dann doch auf später verschob. Der Grund: Mit seinem dünnen Reifenprofil, so sagte er, sei er auf den Feldwegen im Matsch nicht vorwärts gekommen. Der heftige Regen am Vorabend hatte der Strecke dann doch etwas zugesetzt. Auf dem Rad ging es fünf Runden um die ehemalige Raketenstellung, anschließend zurück ans Schwimmbad und auf die Laufstrecke, die über fünf Kilometer östlich vom Schwimmbad aus dem Dorf heraus bis zur Hollarkapelle und wieder zurück ins Schwimmbad führte.

Dort stand der bestens gelaunte Mohr und nahm die Zieleinläufer in Empfang. "Die Stimmung ist super, die Kapelle spielt, alles perfekt", sagte Mohr, der in der Ausdauersportszene selbst einen guten Namen hat. Damit fasste er das Geschehen im Friedberger Stadtteil gut zusammen. Organisiert wurde die siebte Auflage der Veranstaltung vom ASC Marathon Friedberg, Triathlon Wetterau-Friedberg und dem Förderverein Quellwasserschwimmbad Ockstadt. Über 200 Sportler waren insgesamt unterwegs, dazu wurde das kleine Schwimmbad von mindestens weiteren 200 Zuschauern bevölkert.

Besonders aufregend war der Staffelwettbewerb, der um 12 Uhr gestartet wurde. 33 Dreierteams hatten für die geteilte Strecke über die große Distanz gemeldet und sorgten für mächtig Trubel rund um das Becken herum. Die Männerkonkurrenz gewann der "Wetterauexpress 2.0" mit Max Jöckel, Moritz Aichman und Michael Förster in 57:12 Minuten. Zweiter, und zugleich Sieger im Mixed, wurden Saskia Mörler, Martin Margraf und Max Kipp ("MZO Wild-Young-Crazy"/59:10 Minuten). Beide Trios blieben als einzige unter einer Stunde. Bei den Frauen waren die "Wetterauexpress-Ladies" mit Lina Aichmann, Hanna Aichmann und Ulrike Fuchs am schnellsten (1:09:10 Stunde/Gesamtneunte).

Aichmann knapp geschlagen

Ähnlich turbulent wie bei der Staffel ging es beim Start der Jugend B und Schüler A über 200 Meter Schwimmen, 5,8 Kilometer Rad und 1,2 Kilometer Laufen sowie den Schülern B und C (100 Meter/2,5 Kilometer/0,4 Kilometer) zu, die den Wettkampftag beschlossen. Die mittlerer Strecke war fest in der Hand von Eintracht Frankfurt. Die Jugend B gewann bei den Jungs Luis Fricker (23:40 Minuten), Chiara Strecker (26:06 Minuten) war bei den Mädchen nicht zu schlagen. Emil Steinbrecher siegte als Gesamtzweiter bei den Schülern A in 25:57 Minuten und machte das Eintracht-Triple perfekt. Schnellstes Mädchen bei den Schülern A war Selina Weil (RSV Oppershofen/32:23 Minuten). Bei den Schülern B musste sich Emil Aichmann vom Wetterauexpress (15:32 Minuten) nur um acht Sekunden Felix Zabdukin (Eintracht Frankfurt) geschlagen geben, bei den Mädchen siegte Violetta Herborn (Eintracht Frankfurt) in 17:19 Minuten. Bei den Schülern C gewannen Pascal Klüh von Triathlon Wetterau in 16:13 Minuten und Milla Jöckel vom Wetterau Express (20:05 Minuten).

Die Einsatzkräfte vom Deutschen Roten Kreuz blieben größtenteils glücklicherweise unbeschäftigt, zumindest rund um die Mittagssonne gab es keine Vorfälle zu vermelden. Abseits vom Schatten war es im oder am Rande des Schwimmbeckens am besten auszuhalten, wenngleich die Athleten es mit dem Einschwimmen bei Wassertemperaturen um die 20 Grad nicht übertrieben. Einzig der Grillhähnchenstand, der direkt hinter dem Becken mit der Sonne um die Wette glühte, tat der mentalen Abkühlung für die Zuschauer einen kleinen Abbruch. Das war aber auch das einzige Manko an einem gelungenen Triathlontag in Ockstadt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare