Frankfurts Joe Rahon (links) versucht, Assem Marei von Bamberg am Abschluss zu hindern. FOTO: DPA
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Frankfurts Joe Rahon (links) versucht, Assem Marei von Bamberg am Abschluss zu hindern. FOTO: DPA

Eine verkorkste Saison

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(tt). Wenn die Frankfurt Skyliners am Freitagabend (20.30 Uhr/live auf Sport1) das Parkett in der Münchener Arena betreten, geht es für sie um eines: "Sich gut zu präsentieren und mit vollem Einsatz zu spielen, damit man erhobenen Hauptes aus der Saison gehen kann", sagte Marco Völler unmittelbar nach der 61:101-Klatsche im Viertelfinal-Hinspiel am Mittwoch gegen Ulm. Einen 40-Punkte-Rückstand werden sie gegen die bislang ungeschlagenen Schwaben im Finalturnier der Basketball-Bundesliga nicht aufholen, sondern das letzte Spiel einer unter dem Strich verkorksten Saison absolvieren.

Die Spielzeit war geprägt von großem Verletzungspech, aber auch einer Fehlplanung des Kaders. Der aus dem Nachwuchs beförderte Sebastian Gleim (36) musste sich im Sommer neben seinen neuen Aufgaben als Profi-Cheftrainer immer noch zu großen Teilen um das Nachwuchsprogramm der Hessen kümmern. Zudem fehlt seit Jahren ein Sportdirektor, der sich mit dem Trainerteam um die Kaderplanung kümmert. Der geschäftsführende Gesellschafter Gunnar Wöbke macht das in Personalunion neben vielen weiteren Aufgaben. In den vergangenen Jahren profitierten die Hessen von den Kontakten von Ex-Cheftrainer Gordon Herbert - wobei auch er zuletzt mehr daneben als richtig lag.

Frühe Rückschläge

Wöbke hatte den Kader von Beginn an auf Kante genäht. Trotzdem wurden die Playoffs als Ziel ausgerufen. Von Beginn an steckten die Skyliners im Tabellenkeller fest. Die erste Hiobsbotschaft gab es bereits in der Sommervorbereitung, als klar war, dass Niklas Kiel nach seinen drei Gehirnerschütterungen nicht in der Lage sein wird, Basketball zu spielen. Eine Woche vor Saisonstart verletzte sich Spielmacher Anthony Hickey, in den Gleim große Hoffnungen für schnellen Angriffsbasketball gesetzt hatte. Sechs Wochen nach seiner Rückkehr wollte Hickey sich nicht in Geduld üben, sondern beanspruchte trotz schlechter Leistungen viel Spielzeit. Folgerichtig wurde der US-Amerikaner aus dem Vertrag entlassen. Erst Anfang Dezember wurde Spielmacher Joe Rahon als Ersatz verpflichtet. Der war allerdings kein verlässlicher Punktesammler. Die gesamte Last im Angriff trug Lamont Jones (16,2 Punkte), der in den knappen Partien mehr Würfe vergab als traf. Im Dezember verletzten sich der Reihe nach Shaquille Hines, Akeem Vargas und Leon Kratzer, sodass Gleim nie der komplette Kader zur Verfügung stand.

Keine Perspektive

Im Winter merkten die Skyliners dann, dass es mit Adam Waleskowski nicht mehr weitergeht. Der Deutsch-Amerikaner war nicht in der Lage, mehrere Minuten am Stück auf dem Parkett zu stehen und wurde im Tausch mit Darius Carter nach Göttingen abgegeben. Der verletzte sich und fiel für den Rest der Saison aus. Als nicht mehr bundesligatauglich erwies sich auch Spielmacher Daniel Schmidt.

Mit der Coronavirus-Pandemie und der Unterbrechung der Saison änderte sich dann alles. Just in dieser Zeit kam auch die Nachricht für die Skyliners, dass Langano, der aussichtsreichste Investor für den Bau der Multifunktionshalle am Kaiserlei, kein Angebot abgegeben hat. Nun verhandelt die Stadt Frankfurt mit der Anschütz-Gruppe. Die Chancen auf Erfolg sind jedoch gering. Bei einem endgültigen Scheitern der Gespräche gibt es für den Klub für die nächsten Jahre keine Zukunftsperspektive. Denn auch das andere Hallenprojekt "The Dome" am Flughafen hat noch viele Hürden zu gehen, bis an eine Realisierung zu denken ist.

Die Skyliners werden sich überlegen müssen, wie sie mit ihren Mitteln das Optimum herausholen können. Sebastian Gleim wird Cheftrainer bleiben, dazu haben Quantez Robertson (bis 2021), Richard Freudenberg (bis 2022) sowie die jungen Talente Bruno Vrcic, Len Schoormann und Maximilian Begue einen Vertrag. Die ausländischen Profis werden wohl alle den Klub verlassen. Bei Akeem Vargas ist es ungewiss, Leon Kratzer würde man bestimmt gerne in Frankfurt halten. Die Frage ist: zu welchen Konditionen?

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