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Skyliners-Coach Diego Ocampo sagt vor dem Saisonstart am Sonntag: »Wir wollen so gut spielen, wie wir können.« IMAGO

Eine »Neustart-Saison« für Frankfurt

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(tin). Tiefstapeln ist nicht die Sache von Quantez Robertson. »Wir wollen die Playoffs erreichen«, sagt der Kapitän der Frankfurt Skyliners selbstbewusst vor dem Auftakt in der Basketball-Bundesliga (BBL) gegen Braunschweig am Sonntag (15 Uhr) in der Ballsporthalle. Egal, wie das Team aufgestellt ist, für das 36-jährige Urgestein ist es eine Selbstverständlichkeit, um einen Platz unter den Top acht zu spielen.

Das ehrt ihn zwar als Sportler, ist aber von der Realität entfernt. Die Skyliners sind bestenfalls ein Team für das Mittelfeld der Liga. »Es ist eine Neustart-Saison«, sagt Yannick Binas. Der 33-Jährige ist in diesem Sommer zum Geschäftsführer befördert worden und nur eine von vielen Veränderungen im Klub, der seit Jahren auf eine Multifunktionshalle wartet. Dazu gehört, dass das jahrelange Vakuum eines Sportdirektors mit Marco Völler gefüllt wurde. Auch wenn der 32-jährige Ex-Profi als Manager Sport fungiert, ist er das Bindeglied zwischen Geschäftsführung und dem neuen Trainer. Der geschäftsführende Gesellschafter Gunnar Wöbke hatte diese Positionen in den vergangenen neun Jahren in Personalunion ausgefüllt. Darunter hat die Kaderplanung gelitten, die Fehlentscheidungen häuften sich. In den vergangenen drei Spielzeiten wurden die Playoffplätze klar verpasst.

Finanziell steht der Klub laut Binas stabil da. »Wir bewegen uns auf einem ähnlichen Niveau wie im vergangenen Jahr. Es ist aber extrem von der Zuschauersituation abhängig«, sagt der Geschäftsführer. Bis zu 2300 Fans dürfen unter Einhaltung der 3G-Regeln in die Halle. Zudem wird es vor der Halle bei den kommenden Heimspielen ein mobiles Impfteam geben. Ab der Partie gegen den FC Bayern am 24. Oktober gilt »2G«. Kinder werden auch weiterhin getestet kommen dürfen. Den siebenstelligen Verlust, der durch Corona gedroht hat, konnte laut Binas abwendet werden: »Wir konnten eine rote Null schreiben.«

Finanziell sind und waren keine großen Sprünge möglich. Das war auch Diego Ocampo bewusst, als er seinen Zweijahresvertrag unterschrieben hat. Von ihm erhoffen sich die Hessen neue Impulse bei der Entwicklung von Talenten. »Wir sind auf so vielen Ebenen heiß darauf, wieder loszulegen«, sagt Binas. Die anfängliche Aufbruchsstimmung dürfte aufgrund der Verletzungssorgen getrübt sein, auch wenn Ocampo sich nicht beschweren will. Die hoffnungsvollsten Talente Bruno Vrcic (Kreuzbandriss) und Len Schoormann (Schambeinentzündung) werden dem Meister von 2004 lange fehlen. Richard Freudenberg (Fersenprobleme) hat seit eineinhalb Jahren kein Spiel mehr gemacht. Auf den deutschen Positionen gibt es auf dem Markt zum jetzigen Zeitpunkt keine Spieler mehr, die das Team weiterbringen würden. Darüber hinaus verletzte sich Reggie Hearn (30). Sein Vertrag wurde bereits aufgelöst. Für ihn wurde Brancou Badio (22) vom FC Barcelona geholt, der vor allem in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam.

Bis auf Robertson (37), Rasheed Moore (26) und Lukas Wank (24) hat niemand im Kader nennenswerte BBL-Erfahrung. Auch bei den neuen ausländischen Spielern Matt Harms, Brooks DeBischopp, der wegen einer Zerrung fehlen wird, und Donovan Donaldson ist fraglich, wie schnell sie sich an das BBL-Niveau gewöhnen werden.

Pointguard Donaldson (24) war bislang nur in Mazedonien und Ungarn aktiv und hatte in den Vorbereitungsspielen einige Probleme. Es wird für das Team in der Saison darum gehen, die Ausschläge nach oben und unten zu verringern und irgendwann eine gewisse Konstanz an den Tag zu legen. »Wir müssen die Basics gut machen«, fordert Ocampo von seinem Team. Defensiv stabil sein, gut rebounden, den Ball passen. Er will, dass seine Spieler es genießen, Entscheidungen selbst zu treffen. »Wir wollen nicht nur das jüngste, sondern auch das schnellste Team sein.«

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