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Kai Schäfer vom SV Fun-Ball Dortelweil hat als erster Athlet mit Bezug zur Wetterau sein Ticket für die OIympischen Spiele in Tokio im Juli und August sicher.

»Ein wunderschönes Gefühl«

  • Philipp Keßler
    vonPhilipp Keßler
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(phk). Er ist der erste Athlet mit Bezug zur Wetterau, der seinen Koffer für die Olympische Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) packen kann: Badminton-Einzel-Spezialist Kai Schäfer vom SV Fun-Ball Dortelweil ist vom deutschen Verband am Mittwoch nominiert worden, nachdem zuvor das letzte große Turnier, bei dem die Athleten hätten Punkte für die speziell für die Spiele berechnete Weltrangliste »Race to Tokyo« hätten sammeln können, die Singapur Open, aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden waren.

Die Nummer 68 der Welt zieht damit als 30. dieser Liste in das olympische Turnier ein.

»Ist es wirklich 100-prozentig sicher?«, fragte Schäfer beim Anruf dieser Redaktion noch etwas ungläubig. Ja, is es. Er hatte die Stunde zuvor, als die Nachricht offiziell wurde, beim Physiotherapeuten verbracht - und nach der Behandlung bereits Dutzende Gratulationen auf seinem Smartphone erhalten. »Die Freude ist natürlich groß«, sagte der gebürtige Darmstädter. »Ich fühle mich ein bisschen befreit, schließlich fällt schon eine gewisse Anspannung von einem ab.« Die vielen Glückwünsche, von denen er auch für die folgenden Tage erwartete, »zeigen, was Olympia für eine Wertigkeit hat, vor allem für die Leute aus dem Badminton-Sport, die einfach wissen, wie schwer es ist, dorthin zu kommen«, meint der 27-Jährige.

Auch wenn er bereits nach der EM in der Ukraine Ende April, als er bereits in der zweiten Runde am Weltranglistendritten Anders Antonsen aus Dänemark gescheitert war, beste Aussichten hatte, »ist die Sicherheit jetzt doch noch einmal eine ganz andere Nummer.«

Die Olympia-Vorbereitungen sind mit der ersten Corona-Schutzimpfung in der vergangenen Woche bereits gestartet. Es folgt in der kommenden noch ein Turnier in Spanien sowie anschließend eine Woche Urlaub, ehe die heiße Phase wirklich eingeläutet wird. Rund acht Wochen hat Schäfer dann am Olympia-Stützpunkt für die Einzelspieler in Mülheim an der Ruhr sowie bei einem weiteren Turnier in Spanien Zeit, sich in Form zu bringen. »Das ist für Badminton-Verhältnisse viel Zeit, deutlich mehr als normal auf jedem Fall«, erklärt Schäfer, der aber glaubt, dass ihm das gut tut - auch wenn ihm natürlich wie allen anderen internationalen Top-Spielern aufgrund der Pandemie die sonst übliche Spielpraxis in den vergangenen 14 Monaten fehlt, während die Trainingsumfänge deutlich zugenommen haben.

Schäfer hatte bereits vor der EM im Gespräch mit dieser Zeitung angekündigt, dass es ihm bei Olympia - dem einzigen großen, internationalen Turnier, das in seiner Vita noch fehlt - nicht nur ums Dabeisein gehe. »Wenn ich hinfahre, will ich auch Spiele gewinnen, gerade auch, weil die Aufmerksamkeit schon eine andere Nummer ist, auch wenn eine WM sportlich besser besetzt ist.«

Daran wird er sich ab Ende Juli messen lassen müssen, doch momentan kann er es zunächst genießen, sein erstes Ziel, die Teilnahme an den Spielen mit den fünf Ringen, erreicht zu haben - »ein wunderschönes Gefühl«.

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