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Der SV Schwalheim vertreibt ab sofort sein eigenes Bier. Sichtlich gut gelaunt sind am Sonntag beim Heimspiel (v. l.): Fußball-Abteilungsleiter Dennis Harsch, SV-Präsident Jürgen Freundl, die Vorstandsmitglieder Jan Hofmann und Eric Kuhn sowie Hobbybrauer Michael Kuhn.

„Schwälemer“ Bier

Ein Trunk für die Germanen: Wetterauer Kreisligist verkauft eigenes Bier

  • Philipp Keßler
    VonPhilipp Keßler
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Der SV Germania Schwalheim verkauft bei seinen Heimspielen ab sofort sein eigenes Bier. Zudem gab’s am Sonntag im Bad Nauheimer Stadtteil ein weiteres Highlight.

Amateurfußball, Bratwurst und ein Bier dazu - was gibt es Besseres? Seit dem Saisonstart am Sonntag gibt es dazu auch in der Wetterau wieder in der breiten Fläche Gelegenheit. Und doch gibt es beim SV Germania Schwalheim etwas Besonderes: Der Klub vertreibt bei Heimspielen ab sofort sein eigenes Bier, das »Schwälemer«.

Hobbybrauer Michael Kuhn mit einer Idee für den SV Germania Schwalheim

Initiator ist Michael Kuhn. Der Hobbybrauer, dessen Sohn Eric Beisitzer im SV-Vorstand ist, hat vor zehn Jahren mit dem Bierbrauen begonnen, ist Erfinder des »Brunnenbieres«, das beim Schwalheimer Brunnenfest ausgeschenkt wird und sogar das Original-Brunnenwasser als Grundlage hat. Und als das Stadtmarketing Bad Nauheim mit »Ernst«, ein Bier aus Heilwasser, eine ähnliche Idee hatte, dachte sich Kuhn, dass man »ja auch mal etwas für den Sportverein machen kann«. Bereits vor zwei Jahren wurde begonnen, Ideen für Flaschen, Etiketten und Biersorten zu sammeln - doch dann kam Corona.

Mit dem Beginn der Fußballrunde 2021/22 war es nun endlich soweit. Kuhn hatte zuvor das Bier gebraut und es in rund 150 0,33-Liter-Flaschen abgefüllt, sodass das »Schwälemer Pils«, das es nur auf dem Schwalheimer Sportplatz gibt und dessen Etikett etwa den Sportplatz, das berühmte Schwalheimer Rad und natürlich den Brunnen zeigt, bereit für seine Verkaufspremiere war. »Es lief sehr gut«, sagte Kuhn am Tag danach. Gegen 17 Uhr war alles ausverkauft. »Es scheint, als hätte ich den Geschmack vieler getroffen«, sagt Kuhn, der auf ein naturtrübes Pils mit einer feinen Balance zwischen Milde und Bitterstoffen gesetzt hatte.

Für den nächsten Heimspieltag in knapp zwei Wochen hat er bereits das nächste Ass im Ärmel: Das »Schwälemer Helle« - schließlich liege Helles im Trend, sagt Kuhn.

Eigenes Bier, moderne Flasche, selbst designtes Etikett: das »Schwälemer Pils«.

Zwei Euro pro Flasche Bier auf dem Sportplatz des SV Germania Schwalheim

Übrigens: Eine Flasche »Schwälemer« kostet zwei Euro - wie immer. »Ich will keinen Preisunterschied zum üblichen Bier, sondern der Geschmack soll entscheiden«, sagt Kuhn. Stattdessen verkaufe er aber das Bier zum Vorzugspreis an den Verein, um die Einnahmen für diesen etwas zu erhöhen. »Der Erlös soll dem Verein zugutekommen. Ich mache das, weil es mir Spaß macht und ich dem Verein verbunden bin«, sagt Kuhn.

Einem glücklichen Umstand ist es zudem zu verdanken, dass die Schwalheimer gleich am ersten Spieltag der neuen Saison auch abseits ihres »Bier-Coups« überregional bekannter geworden sind, war die Partie gegen die SG Oppershofen (Endstand: 2:2) doch das »Amateurspiel des Monates« des Hessischen Fußballverbandes (HFV). Der Lohn: eine Zusammenfassung des Spiels samt Interviews mit je zwei Akteuren beider Klubs im HFV-Youtube-Kanal und in den Sozialen Medien. »Das war keine Absicht, aber es hat super gepasst, dass wir beides zum ersten Heimspieltag hinbekommen haben«, sagte SV-Abteilungsleiter Dennis Harsch. »Es war einfach Glück.«

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