Ein neues Format

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(pm/cso). Menschen mit und ohne Behinderung für Bewegung zu motivieren, ihnen den Mehrwert des gemeinsamen Sporttreibens aufzuzeigen und Vereinen einen Anstoß zu geben, ein regelmäßiges inklusives Bewegungsangebot zu schaffen - das sind die Ziele eines Kooperationsprojektes verschiedener Organisationen und Initiativen, die sich dafür den Stellenwert des Deutschen Sportabzeichens zu Nutze machen, dieses aber um digitale Angebote ergänzen wollen.

»Das Sportabzeichen ermöglicht einen niedrigschwelligen Einstieg in den Sport, da eine unmittelbare Vereinszugehörigkeit, die Interessierte vielleicht abschreckt, kein Muss ist. Dennoch ist es gerade als Angebot für Menschen mit Behinderung noch wenig verbreitet, da der Prüfer bzw. die Prüferin zur Abnahme eine Zusatzqualifikation braucht«, sagt Ines Prokein, Referentin für Nachwuchsgewinnung beim Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband und Mitbegründerin des »Sportabzeichens to go«, das sich langfristig als neues Format etablieren soll. So zumindest lautet der Anspruch der zuständigen Arbeitsgruppe, die sich unter anderem aus Initiatoren des Landessportbundes Hessen sowie des Projekts »Wir gehören dazu« (Special Olympics Hessen) zusammensetzt.

Beate Dietz vom TSV Nieder-Mörlen leitete dieser Tage bereits eine Online-Einheit »Sportabzeichen to go«. Sie ist Übungsleiterin und Prüferin für das Sportabzeichen - auch für Menschen mit Behinderung. Die nächsten Prüfungen nimmt sie - zusammen mit Carmen Nader - am 9. und 12. August (jeweils 15 bis 18 Uhr) auf dem Bad Nauheimer Waldsportplatz ab. Für diese Prüfungen ist eine Voranmeldung unter 0 60 32 / 8 76 05 (Beate Dietz) oder 0 60 32 / 30 75 85 (Carmen Nader) notwendig.

Getreu dem Motto »Runter vom Sofa, rauf auf die Bahn« werden hessenweite Trainingsangebote implementiert, die auf die Absolvierung des Sportabzeichens vorbereiten sollen, sich aber nicht nur auf das einmal im Monat stattfindende Online-Training stützen, sondern auch zwischen den Einheiten durch wechselnde Challenges ergänzt werden. »So kann beispielsweise die Aufgabe gestellt werden, bis zum nächsten Training gemeinsam 100 Kilometer zu erlaufen oder ein bestimmtes Schrittziel erreichen zu wollen«, erklärt die Bad Nauheimerin Anne Effe vom Projekt »Wir gehören dazu«.

Neben der Vermittlung wohnortnaher Sportabzeichen-Treffs sei es außerdem geplant, einen »rotierenden Sportabzeichen-Treff« zu installieren, der an wechselnden Standorten in ganz Hessen explizit Menschen mit Behinderung ansprechen und zur Teilnahme ermutigen soll. »Zudem können wir durch die vorbereitenden Online-Trainings die Wintermonate überbrücken, in denen es oftmals an alternativen Bewegungsangeboten fehlt«, berichten die Initiatoren.

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