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Die spielentscheidende Szene: Daisuke Fukuhara (r.) von Türk Gücü Friedberg wird von Adnabn Alik (FV Bad Vilbel) gefoult, der Schiedsrichter entscheidet auf Strafstoß - und den verwandelt Noah Michel zum 1:0-Siegtreffer im Derby der beiden Wetterauer Klubs.

Fussball-Hessenliga

Ein Elfmeter entscheidet das Wetterauer Hessenliga-Derby

  • Uwe Born
    VonUwe Born
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Türk Gücü Friedberg hat das Wetterau-Derby der Fußball-Hessenliga gegen den FV Bad Vilbel gewonnen. Ein Trainer sieht kurz vor Schluss Gelb-Rot.

Hätte man zu Saisonbeginn darauf tippen können, welche Mannschaft beim direkten Duell der beiden ranghöchsten Klubs des Fußballkreises Friedberg zwischen den Hessenligisten FV Bad Vilbel und Türk Gücü Friedberg der Favorit sei, wäre unter den Kennern der Szene aufgrund veränderter Personalstrukturen die Wahl wohl mehrheitlich auf die Elf von Friedbergs Coach Carsten Weber gefallen. Am Sonntag, beim Showdown auf dem Niddasportfeld, unterlagen die Brunnenstädter den Kreisstädtern vor der eigentlich enttäuschenden Kulisse von 165 Zuschauern nach einer ausgeglichenen und eher vom Kampf betonten Partie mit 0:1 (0:1), wobei ein Elfmeter früh die Entscheidung brachte.

Hessenliga: Bad Vilbeler Trainer Amir Mustafic muss mit „Gelb-Rot“ vom Platz

Es lief die sechste Minute, als FV-Abwehrmann Adnan Alik den über links durchgebrochenen Daisuke Fukuhara touchierte, Referee Tobias Lecke (Niestetal) sofort auf den Punkt deutete, und Friedbergs Torjäger Noah Michel den Strafstoß sicher verwandelte. Eine Situation, die FV-Trainer Amir Mustafic, der kurz vor dem Abpfiff (88.) »Gelb-Rot« sah und hinter die Barriere geschickt wurde, ganz anders beurteilte: »So etwas muss man nicht pfeifen. Und wenn er schon Elfmeter gibt, dann hätte der Schiri in mindestens zwei Aktionen auf der Gegenseite genauso entscheiden müssen. Das hat er nicht getan, und deshalb haben wir letztlich eine Partie, in der es keinen Sieger hätte geben dürfen, ohne eigenes Verschulden verloren. Jedenfalls kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen«.

Luftkampf zwischen dem Bad Vilbeler Namrud Embaye (r.) und Aret Demir (Türk Gücü Friedberg).

Mustafics Kritik bezog sich auf die 34. und 75. Minute: Zunächst kam Anej Polak nach Körperkontakt mit Iori Okamoto zu Fall, später erwischte es Kaito Shimoda, der nach Mustafics Ansicht unfair am Torschuss behindert wurde. Mustafics Trainer-Kollege auf Friedberger Seite, der nach auskurierter Grippe wieder von der Bank aus Regie führende Carsten Weber, beschränkte sich aufs Wesentliche: »Wichtig war, dass wir im dritten Versuch endlich den ersten Dreier feiern durften. Sicher etwas glücklich, aber meines Erachtens nicht unverdient, obwohl Bad Vilbel mehr Ballbesitz hatte«. Man habe, so Weber, hinten nicht viel zugelassen: »Unsere Innenverteidiger Patrick Schorr und Jan-Philipp Häuser sowie Daniel Henrich und Aret Demir im zentralen Mittelfeld verdienten sich die Bestnoten«.

Hessenliga: Partie verflacht in der zweiten halbzeit

Die Highlights der Partie datierten nahezu ausschließlich aus den ersten 45 Minuten: Türk Gücü kontrollierte nach Michels Führungstreffer eine halbe Stunde lang Ball und Gegner - Chancen von Format ergaben sich freilich nicht. Die Schlussviertelstunde von Halbzeit eins gehörte allerdings den Grün-Weißen: Schrägschüsse von Domagoj Filipovic (31. - Pass Polak) und Anej Polak nach Dominik Emmels Auflage (38.) brachten jedoch nicht den gewünschten Ertrag. Mario Shuteriqi scheiterte kurz vor der Pause aus der Distanz an TG-Keeper Felix Koob, der das Leder aus dem Winkel fischte, und Shimodas 18-Meter-Kracher in der Nachspielzeit verfehlte Koobs Kasten um wenige Zentimeter. Dazwischen (34.) lag Michels tolle Gelegenheit, den Friedberger Vorsprung zu verdoppeln: Nach Okamotos Steilvorlage alleine auf FV-Torwart Niklas Schulze zustrebend, versagten dem Türk Gücü-Center jedoch die Nerven - Schulze entschärfte die Lage mühelos.

Wer dachte, Halbzeit zwei würde mehr Dynamik ins Spiel beider Teams bringen, sah sich getäuscht. Eher das Gegenteil war der Fall: Die Partie verflachte zusehends - hohe Temperaturen forderten auf beiden Seiten ihren Tribut. Shimoda in der 84. Minute für Bad Vilbel aus 20 Metern drüber, der eingewechselte Alit Usic für Friedberg in der Overtime ans Außennetz - mehr war nicht.

FV Bad Vilbel: Schulze - Okuno, Gashi, Alik - Embaye, Shuteriqi, Filipovic, Emmel - Polak (71. Tiago), Shimoda, Kovacic (60. Bouembe).

Türk Gücü Friedberg: Koob - Biber, Schorr, Häuser, Okamoto (83. Jost) - Henrich, Demir - Fukuhara, Eren (74. Hyodo), Printemps (61. Usic) - Michel.

Im Stenogramm / SR: Tobias Lecke (Niestetal). - Zuschauer: 165. - Tor: 0:1 (6.) FE Michel. - Gelb-Rote Karte: Trainer Amir Mustafic (88./Meckern).

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