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Der Karbener Harez Habib organisiert das Benefizspiel für Afghanistan. Die Auswahl der afghanischen Freunde gewinnt gegen die Allstars des KSV Hessen Kassel mit 7:4. SCHACHTSCHNEIDER

Benefizspiel

Ein Abend in Schwarz-Rot-Grün

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Das Benefizspiel, das der Karbener Harez Habib in Kassel für seine Heimat organisiert hat, ging am Mittwoch vor 482 Zuschauern über die Bühne. Der Erlös ist für die Menschen in Afghanistan gedacht.

(mab). Lange überlegen musste keiner, als er von Harez Habib gefragt wurde. Überlegen, ob er am Benefizspiel für Afghanistan teilnehmen möchte, das am Mittwochabend im Kasseler Auestadion ausgetragen wurde. Der Erlös geht an zwei deutsche Organisationen, die Menschen und vor allem Kindern in dem Land helfen, das nun von den Taliban beherrscht wird. »Ich war gleich bereit«, sagt Holger Brück, der bei den KSV-Allstars auf der Trainerbank saß. Die ehemaligen Fußballer des KSV Hessen Kassel trafen auf eine Auswahl afghanischer Freunde. Für den Karbener Habib, aktuell Spielertrainer beim Kreisoberligisten TSG Ober-Wöllstadt und einst auch beim KSV aktiv, war es eine Herzensangelegenheit, diese Partie für sein Heimatland zu organisieren.

Schon vor der Partie gab es am Stadioneingang bei einer Verlosung Trikots zu gewinnen - u. a. von den Bundesligaprofis Nadiem Amiri und Karim Bellarabi. Im Stadion war die Stimmung gelöst. Die Trainerduos saßen zusammen. Brück und Bernd Lichte betreuten die Allstars, Mirko Dickhaut und Wolfgang Zientek die afghanische Auswahl. Ob es Trainingseinheiten vor dem Benefizspiel gab? »Allein heute gab es drei. Und wir kommen gerade frisch aus dem Trainingslager vom Sensenstein«, sagte Lichte mit einem Augenzwinkern. Ärger um die Plätze in der Startelf gab es nicht. »Wer auf der Bank sitzt, sitzt auf der Bank«, betonte Brück.

Es war schon ein paar Minuten nach 18 Uhr, als die Partie angepfiffen wurde. Und der Anstoß war ein besonderer. Fatema Haydari führte ihn aus, eine Fußballerin aus Kassel, die für die deutsche U15-Nationalelf aufläuft - aber auch noch mit den Jungs in der U14 des VfL Kassel kickt. Sie hat afghanische Wurzeln. Für ihre Ballberührung gibt’s Applaus.

482 Zuschauer waren am Mittwoch vor Ort. Unter ihnen weilten auch Ghulam Azizi und seine drei Kinder Hassina (8 Jahre), Younus (6) und Yousuf (4) aus Baunatal. Sie hatten - wie viele andere - Fahnen und Schals dabei. Alles in Schwarz-Rot-Grün - die Farben der afghanischen Flagge. Die Taliban haben dieser Flagge nun die Anerkennung entzogen. »Wir haben Verwandte in Afghanistan. Wir wollen Unterstützung zeigen. Die Taliban können uns nicht regieren«, sagte Ghulam Azizi.

Trotz des eher nicht so großen sportlichen Stellenwerts eines Benefizspiels war der erste Treffer mehr als sehenswert. Passenderweise erzielte ihn der Organisator selbst. Harez Habib, der auf beiden Seiten zum Einsatz kam, schlenzte den Ball für die Afghanistan-Auswahl in den linken Winkel. Schon vor dem Anpfiff war der 39-Jährige viel unterwegs. »Ich bin mit allem beschäftigt, nur nicht mit dem Spiel«, sagte er lachend. »Wenn ich die Namen und Jungs sehe, bin ich zufrieden«, fügte er an. Wie viel Geld am Ende zusammengekommen ist, wird erst in den kommenden Tagen feststehen.

Thorsten Bauer drehte anschließend mit einem Doppelpack die Partie für die Allstars. Obaidullah Karimi schlug zurück - 3:2 für die Auswahl Afghanistans. Halbzeit. Dann war wieder Bauer zur Stelle - 3:3. Die Allstars gingen anschließend durch Daniel Beyer in Führung. Ein Doppelpack von Yama Panahi sowie Treffer von Imal Schersadeh und Nauwid Amiri entschieden die Begegnung aber mit 7:4 für die afghanischen Freunde.

Einen unschönen Moment gab es auch: Swen Meier, Finanzvorstand des KSV Hessen und früher Torhüter, stand bei der Afghanistan-Auswahl zwischen den Pfosten. Als Spezialaushilfskraft wurde er angekündigt. In der 62. Minute lag Meier plötzlich im Strafraum, hatte Schmerzen. Er wurde vom Platz getragen, musste ins Krankenhaus. Meier hat sich wohl die Achillessehne gerissen. Als Habib nach dem Abpfiff noch einmal zu den Zuschauern sprach, wünschte er vor allem dem 43-Jährigen gute Besserung. Die Zuschauer applaudierten noch einmal. Dann bewegte sich die schwarz-rot-grüne Menschentraube Richtung Ausgang.

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