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EC-Fans fiebern Auftakt entgegen

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Ein Video-Clip auf »Youtube« (Stichworte: Bad Nauheim & Derbysieger) mit Szenen aus acht erfolgreichen Hessenderbys, ein Fan-Shirt, das die »Evolution eines Eishockey-Spielers« vom Löwen hin zum Teufel aufzeigen soll, und nur noch 200 Restkarten für SOnntag: Die EC-Fans fiebern dem Auftakt der Oberliga West entgegen.

Der EC Bad Nauheim trifft am Sonntag (18.30 Uhr) gleich in seinem ersten Meisterschaftspiel der Saison 2012/13 auf die Löwen Frankfurt, den von der Konkurrenz zum Top-Favoriten erklärten Nachbarn. Überraschend: Anstelle von knackigen Sprüchen prägt öffentliches Understatement auf beiden Seiten die Gespräche vor der Partie. »Bad Nauheim hat sich doch selbst zum Titelfavoriten ernannt«, sagt Löwen-Trainer Frank Gentges, während RT-Geschäftsführer Andreas Ortwein den Kader der Löwen als »stärksten der Liga« bezeichnet und glaubt, »dass die Roten Teufel nichts zu verlieren haben.«

Die Löwen haben auf den Ausfall von Lance Monych reagiert und mit Jakub Rumpel die Kontingentstelle bis Ende November neu besetzt. »Ich will Meister werden. Und deshalb ist diese Verpflichtung notwendig«, sagt Gentges, der einzig Danny Albrecht aus seinen Planungen streichen muss. Dieser sei im Übrigen der einzige seiner Neuzugänge, dem im Sommer ein Zweitliga-Angebot vorgelegen hätte. Die Vorbereitung stellt den Trainer zufrieden; weitgehend zumindest: »Die Rädchen greifen immer besser ineinander«, stellt er fest, hält sich aber auch mit Kritik nicht zurück.

Und die betrifft die jungen Spieler. »Dass einige Akteure hier in einem desolaten Zustand aufgetaucht sind, kann ich nicht akzeptieren.« Eine Woche werde er sich das noch anschauen und anschließend handeln. »Wer nicht mitzieht, der muss eben gehen«, sagt er. »Wenn ich eine Banklehre absolviere, kann ich auch nicht im Trainingsanzug auftauchen. Wir bieten alle Möglichkeiten, die Grundvoraussetzungen zu erfüllen.«

Frank Gentges und seinem Pendant auf Seiten der Roten Teufel, Frank Carnevale, darf eine gewisse Bruderschaft im Geiste unterstellt werden. In beiden brennt das Feuer, der Ehrgeiz, der unbedingte Wille, die Bereitschaft und Hartnäckigkeit, die Ziele mit allen Mitteln zu verfolgen. In Bad Nauheim sind die Mittel - die wirtschaftlichen nämlich - aber deutlich überschaubarer. Während Frankfurt Rumpel für Monych nachverpflichtet, fehlt bei den Roten Teufeln nach wie vor ein zweiter Kontingentspieler.

»Wir müssen erstmal Geld einnehmen, bevor wir weiter Geld ausgeben«, erklärt Ortwein, was seinen Coach einen gewissen Missmut nicht mehr verbergen lässt, zumal auch die Kooperation mit Mannheim noch nicht in den ihm vermittelten Bahnen verläuft. Immerhin: Zwei Spieler, Verteidiger Dominik Tiffels und Stürmer Lukas Laub sollen - so ist’s angedacht - die Roten Teufel am Sonntag unterstützen; trotz der DNL-Partie der Jungadler in Bad Tölz. Aktuell quält den Coach noch die eine oder andere Verletzung im Kader. Mathias Baldys, Patrick Strauch, Michel Maaßen und Daniel Oppolzer hatten am letzten Wochenende allesamt pausiert. In dieser Woche haben Mike Schreiber und Eddy Rinke verletzungsbedingt kürzertreten müssen - eine optimale Vorbereitung sieht anders aus. Denkbar ist, die Zahl der Alternativen aus dem aktuell siebenköpfigen Pool aus Mannheim zu erweitern. Talente wie Dominik Bittner und Mirko Höfflin dürften angesichts der NHL-Verstärkungen Dennis Seidenberg und Marcel Goc aktuell im DEL-Kader nicht zum Zuge kommen.

Rund 200 Tickets waren gestern noch zu haben. Die Geschäftsstelle ist heute (15 bis 19 Uhr) und morgen (13 bis 17 Uhr) geöffnet.

In die Vorfreude flatterte den Klubs eine gemeinsame Erklärung der Oberliga-Obleute aus Nord, Ost und West ins Haus. Satzungsbruch wird Alexander Jäger, dem Geschäftsführer der ESBG, darin vorgeworfen. Dieser hatte als »Zweitliga-Chef« eine Erweiterung der Liga auf 14 Klubs in die Durchführungsbestimmungen aufnehmen lassen. »Damit wurde ein klares Signal für die Weiterentwicklung der zweiten Bundesliga gesetzt. Mit den heutigen Änderungen in den Durchführungsbestimmungen haben wir ambitionierten Oberligisten die Möglichkeit geschaffen, ab der Saison 2013/14 an unserem Spielbetrieb teilzunehmen, sofern sie über die sportliche Qualifikation verfügen«, heißt es in einer Pressemitteilung der ESBG vom 18. September.

»Mit uns wurde darüber nicht gesprochen«, sagt dagegen Markus Schweer, der Eishockey-Obmann des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen gegenüber der WZ-Redaktion und verweist auf die Spielordnung. Diese sieht eine »einvernehmlich zu vereinbarende Auf- und Abstiegsregelung vor, die vor Beginn des Meisterschaftsspielbetriebs zu treffen ist. Und diese gibt es nicht.« Vorsorglich habe man für die West-Gruppe eine Aufstiegsregelung in die Durchführungsbestimmungen aufgenommen, die an die vergangene Saison anknüpft. Diese sei mit dem Deutschen Eishockey-Bund und den Ligenleitern von Nord, Ost und Süd einvernehmlich festgelegt worden. Andreas Ortwein konnte angesichts dieser Meldung nur den Kopf schütteln. »Ein Armutszeugnis. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Funktionäre. Warum fragt denn eigentlich niemand nach den Interessen der Vereine«, zeigt er sich enttäuscht. »Überraschen kann mich das allerdings nicht. Heutzutage muss man da auf alles gefasst sein.«

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