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Ein Tor, eine Vorlage: Cason Hohmann (links, gegen Stephan Kronthaler) hat den EC Bad Nauheim mit seinen Scorering-Qualitäten zum Sieg geführt.

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Drei Punkte und viele blaue Flecken

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Dramatik pur im Colonel-Knight-Stadion! Und der EC Bad Nauheim mit drei Punkten vom Eis.

Das waren die wohl längsten zweieinhalb Schlussminuten in dieser Saison für den EC Bad Nauheim. Erst leisteten sich die Roten Teufel eine Hinausstellung der Kategorie »unnötig«, dann wurden gleich zwei Szenen rund um das Tor von Felix Bick minutenlang und alles andere als eindeutig per Videobeweis überprüft, und schließlich warfen sich die Profis des Eishockey-Zweitligisten aus der Wetterau aufopferungsvoll in alles, was da in Richtung des eigenen Tores abgefeuert wurde. Das tat weh, gab viele blaue Flecken und wurde belohnt. Die Mannschaft von Hannu Järvenpää gewann den Krisen-Gipfel der DEL 2 gegen den EV Landshut (nun fünf Niederlagen in Serie) mit 2:1 (1:0, 1:0, 0:1).

»Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen. Es hat über 60 Minuten gut gearbeitet und hätte einen Punkt verdient gehabt«, ärgerte sich Gäste-Trainer Leif Carlsson, während Järvenpää tief durchatmen konnte. »Die Jungs haben sehr hart gearbeitet. Hoffentlich kehrt mit diesem Sieg auch Selbstvertrauen zurück.«

Cason Hohmann, Jamie Arniel (je ein Tor) und Andreas Pauli entschieden das Duell mit den besten EVL-Scorern Zach O’Brien und Marcus Power für sich. Die Top-Reihe der Roten Teufel schulterte angesichts der Ausfälle von Christoph Körner (angeschlagen), Stefan Reiter (krank), Freddy Cabana (angeschlagen) und Marc El-Sayed (Saiaonende) in der Offensive die Verantwortung quasi alleine. Immerhin hatte DEL-Kooperationspartner Köln Mick Köhler anstelle von Julian Chrobot geschickt.

An den ersten so attraktiven Vergleich beider Klubs im Colonel-Knight-Stadion vor wenigen Wochen erinnerte am Sonntag nichts mehr. Beide Mannschaften mussten liefern; spielten nervös, und so begleiteten unzählige Fehlpässe auf beiden Seiten das Geschehen. Landshut war aktiver, Bad Nauheim stand defensiv ordentlich und hatte mit Bick einen starken Mann zwischen den Pfosten. Vorne vernaschte Hohmann derweil Dominic Bohac und traf zur Führung - mit dem zweiten EC-Torschuss nach 16 Minuten.

Hohmann war in einem ausgeglichenen zweiten Abschnitt auch Wegbereiter zum zweiten Treffer, in dem er einem EVL-Verteidiger die Scheibe stiebitzte. Arniel war Nutznießer (22.). Kelsey Tessier vergab im Alleingang die Chance, die Nerven zu beruhigen.

Im Powerplay verkürzte Power auf 1:2 (43.). Landshut drängte nun zunehmend, Bad Nauheim befreite sich nur selten, verpasst im Powerplay die Möglichkeit, den Deckel auf die Partie zu machen (48.). Und schließlich begann die schier endlos lange Schlussphase mit einer Millimeterentscheidung (beim Power-Schuss bei 59.12 Minuten) und einem Treffer, der wegen hohen Stocks nicht gegeben wurde (59:35).

EC Bad Nauheim: Bick - Schmidt, Richardson, Sekesi, Glötzl, Ketter, Gnyp, Reinig - Pauli, Arniel, Hohmann, Mick Köhler, Tessier, Üffing, Ratmann, Cornett, Bettahar.

EV Landshut: Pätzold - Weihager, Kronthaler, Messing, Zimmermann, Gabriel, Bohac, Sauer - Power, Kruminsch, O’Brien, Laaksonen, Forster, Mühlbauer, Hofbauer, Busch, Palka, Baßler, Max Brandl, Steck.

Im Stenogramm / Tore: 1:0 (16.) Hohmann (Arniel, Pauli), 2:0 (22.) Arniel (Pauli, Hohmann), 2:1 (43.) Power (Weihager, O-Brien - 5-4). - Schiedsrichter: Lenhart/Klein. - Strafminuten: Bad Nauheim 12, Landshut 8.

Wo ist die Scheibe? Felix Bick und unterstützt von gleich fünf Vorderleuten gegen Marcus Power vom EV Landshut einen weiteren Gegentreffer verhindern.

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