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EC-Alleingesellschafter Kurz tritt kürzer

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Wolfgang Kurz tritt künftig kürzer. Oder zieht sich der Alleingesellschafter der EC Bad Nauheim Spielbetriebs GmbH ganz zurück? Können Kurz und sein Geschäftsführer Andreas Ortwein nicht mehr miteinander arbeiten? Wohin führt der Weg des Eishockey-Oberligisten? In Bad Nauheim halten sich hartnäckig die Gerüchte.

WZ-Redakteur Michael Nickolaus hat bei Wolfgang Kurz nachgefragt. Kurz hatte die GmbH im Dezember 2006 gegründet und steht damit länger als die meisten seiner Vorgänger in der Verantwortung.

Wolfgang Kurz, haben Sie sich nur zurückgezogen? Oder haben Sie die gesamte Verantwortung abgegeben? Welche Formulierung trifft denn nun zu?

Kurz: Es ist richtig, dass ich mich in den vergangenen Tagen und Wochen aus dem operativen Tagesgeschäft zurückgezogen habe, nicht aber aus der Verantwortung. Mein größter Wunsch ist nach wie vor der Aufstieg in die 2. Bundesliga - immer unter der Voraussetzung, dass der EC Bad Nauheim auch wirtschaftlich dazu in der Lage ist.

Wie kam es zu Ihrer Entscheidung?

Kurz: Auf Wunsch einiger Werbepartner hin und auch auf Wunsch von Geschäftsführer Andreas Ortwein. Meine Vorstellung war es, in diesem Sommer gemeinsam mit Ortwein die Geschäftsführung zu übernehmen. Er verdient sein Geld schließlich hauptberuflich bei einem Logistik-Unternehmen, ich bin tagsüber ohnehin im Stadion. Andreas Ortwein und einige Werbepartner waren damit aber nicht einverstanden, da der Eindruck einer Vetternwirtschaft hätte entstehen können.

Einige Werbepartner haben mir zudem unmissverständlich klar gemacht, dass sie ihr Engagement unter diesen Voraussetzungen nicht weiterführen würden. Deshalb habe ich deren Wunsch entsprochen. Mir geht es darum, auch weiterhin vernünftiges Eishockey präsentieren zu können.

Schon während der Saison soll es Unstimmigkeiten zwischen Ihnen und dem Geschäftsführer gegeben haben. Wurden diese vom lange Zeit erfolgreichen sportlichen Verlauf lediglich in den Hintergrund gedrängt?

Kurz: Das sportliche Abschneiden hat damit nichts zu tun. Über den Weg zum gemeinsamen Ziel sind wir unterschiedlicher Meinung. Das kann schon den Eindruck erwecken, dass wir nicht miteinander klar kommen. Aber das kann man so an sich nicht sagen.

Was versprechen Sie sich von Ihrem Schritt?

Kurz: Ich verspreche mir mehr Professionalität.

Welche Konsequenzen sind für die GmbH damit verbunden?

Kurz: Ich betrachte das in erster Linie positiv. Ich nehme nun meine eigentliche Position als Gesellschafter wahr und habe mit Sven Schuck, Peter Bertrang und Detlev Wieczorek-Berg drei Berater an meiner Seite, die im steuerlichen, juristischen und kaufmännischen Bereich über ein hohes Maß an Kompetenz verfügen, das der GmbH in allen Fragen nur nützlich sein kann. Die Position Controlling hat es bislang in dieser Form nicht gegeben. Insofern sehe ich dies als Schritt zur Weiterentwicklung der GmbH.

Welche Aufgaben haben Sie angesichts der neuen Rollenverteilung?

Kurz: Ich bin nun für’s Controlling zuständig – und acht Augen sehen mehr als zwei. Klar ist, dass wir in unserer Planung eine konservative Ausrichtung beibehalten und kein wirtschaftliches Risiko eingehen werden.

Ist dies vielleicht nur der erste Schritt? Planen Sie, die GmbH zu verkaufen und sich gänzlich zurückzuziehen?

Kurz (lacht): Wer weiß? Ich erinnere mich noch an unser erstes Gespräch in Ihrer Redaktion. Da habe ich mein Ziel, den Aufstieg in die 2. Bundesliga, dargelegt. Und nach wie vor möchte ich dies erreichen. Dann können wir weiter sehen.

Wir bedanken uns für das Gespräch.

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