Nun dürfen auch die Offenbacher wieder

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(cd). Nun dürfen die Profis des Fußball-Regionalligisten Offenbacher Kickers doch wieder auf dem Nebenfeld des Sparda-Bank-Hessen-Stadions trainieren - in Kleingruppen und unter Einhaltung der Abstandsregeln. Das Ordnungsamt gab dafür das Okay, nachdem das hessische Innenministerium per Erlass geklärt hatte, wie Berufssport definiert wird.

"Unsachliche" Kritik

Die städtischen Behörden waren zuvor von OFC-Geschäftsführer Thomas Sobotzik kritisiert worden, da sich die Entscheidung hingezogen hatte und Klubs in anderen hessischen Städten teilweise schon seit vergangenen Woche wieder trainiert hatten, während es den Kickers unter Strafandrohung untersagt worden war.

Die Stadt antwortete auf die Vorwürfe in einer Stellungnahme. Fabian El Cheikh, der Leiter des Amts für Öffentlichkeitsarbeit, wies Sobotziks Kritik darin als "unsachlich und unangemessen" zurück. Die Kickers hätten am 31. März bei der Stadt angefragt und die Antwort erhalten, dass der Verwaltungsstab, dem neben Ordnungsdezernent Peter Freier unter anderem auch der Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke als Vorsitzender angehört, direkt beim Land um Klärung gebeten habe. Das Ziel der Stadt sei "ein landesweit einheitliches Vorgehen" gewesen, betonte El Cheikh, um damit "Rechtssicherheit und Wettbewerbsgleichheit unter den Vereinen zu gewährleisten". Das Vorgehen sei notwendig gewesen, da man wegen geltender Verordnungen des Landes keine Freigabe habe erteilen können.

"Demnach waren - anders als es ein Sprecher des Innenministeriums am Montag gegenüber der ›Hessenschau‹ behauptet hat - eindeutig alle öffentlichen und privaten Sportstätten zu schließen", betonte El Cheikh. "Auch für Eintracht Frankfurt galten keine anderen Regeln." Warum die Profis der Eintracht schon vorher wieder trainierten, darüber wollte der Offenbacher Stadt-Sprecher nicht spekulieren. Man selbst habe "in höchstem Maße verantwortungsvoll gehandelt".

Da sich das hessische Innenministerium am Donnerstag und Freitag "nicht zu einer Aussage in der Lage" gesehen habe, konnte man erst jetzt die Freigabe erteilen, erklärte El Cheikh, stellte aber zugleich klar: Die Anfrage des OFC sei innerhalb einer Woche mit dem gewünschten Ergebnis beantwortet worden. Sobotzik nahm das erfreut zu Kenntnis, hält jedoch zumindest in Teilen an seiner Kritik fest: "Wenn es Unklarheiten zwischen Land und Stadt gab, müssen sie das untereinander klären. Dass ich mich darüber wundere, dass rundherum trainiert wurde, empfinde ich nicht als unsachlich."

Details noch unklar

Bereits seit Dienstag wird beim OFC wieder mit Ball geübt. "Die Spieler scharren mit den Hufen", sagte Sobotzik. Zu klären sei noch, was unter der behördlichen Formulierung "in möglichst kleinen Gruppen" zu verstehen sei. "Wir können uns aus dem Weg gehen, wollen aber auch vermeiden, dass uns die Polizei vom Platz holt."

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