Patrick, Michael und Fabian Schaub (von links) schlagen für den Ober-Mörler TC in der Tennis-Verbandsliga der Herren auf. FOTO: NICKOLAUS
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Patrick, Michael und Fabian Schaub (von links) schlagen für den Ober-Mörler TC in der Tennis-Verbandsliga der Herren auf. FOTO: NICKOLAUS

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Dreimal Schaub beim OMTC: Wenn der Vater mit den Söhnen . . .

  • Michael Nickolaus
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Schaub. Schaub. Schaub. Michael, Patrick und Fabian - ein Vater und seine Söhne - schlagen für den Ober-Mörler TC auf. Das ist quasi die Hälfte der Herren-Verbandsliga-Mannschaft.

Lange, lange ist’s her. Mehr als zwei Jahrzehnte schon. 1998 hatten sich die OMTC-Herren für die zweigeteilte Oberliga, die damals höchste hessische Liga, qualifiziert. Steven Gleeson, Andreas Kröll, Marc Kieferle, Oliver Kesper, Oliver Schwab und Michael Schaub repräsentierten hinter dem Tennis-Park Rosbach das zweite Aushängeschild der Region. Ja, der inzwischen 47-jährige Michael Schaub war damals schon dabei. "Das war eine andere Zeit und insgesamt auch eine andere Hausnummer", sagt Diplom-Ingenieur rückblickend. Heute wirkt er als Sportwart im Vorstand mit, hat seine Frau Michaela in der Vereinsarbeit abgelöst. "Der Aufstieg heute wird sicherlich auch sehr positiv wahrgenommen. Aber wir sind auch realistisch und können unser Level einschätzen. Eigentlich waren wir im Vorjahr angetreten, um frühzeitig die Klasse zu sichern. Mit dem Aufstieg hatte keiner gerechnet." Allerdings: Nach dem Saison-Rückzug der Sportwelt Rosbach stellt der Ober-Mörler TC hinter dem TC Bad Vilbel (Hessenliga) die zweithöchste Herren-Mannschaft im Wetteraukreis.

Man wolle Spaß haben, locker reingehen und Erfahrungen sammeln. Die Saison sei - da kein Absteiger ausgespielt werde - ein Bonus, sagt Fabian Schaub. Er weiß: "Im Normalfall haben wir keine Chance." Der 21-Jährige ist der Mannschaftsführer. Neben den drei Schaubs bilden Jan Henrik Plüer (LK 5 an Position eins), Nico Wagner, Tino König und Victor Velesco den Stamm der Mannschaft.

Auf dem Papier sind die OMTC-Herren in der auf sechs Mannschaften geschrumpften Liga krasse Außenseiter. Rot-Weiß Gießen beispielsweise wird mit Ex-Profi wie Steven Moneke und Lars Pörschke antreten, die zweiten Mannschaften von Eintracht Frankfurt und dem Wiesbadener THC sind an den Top-Positionen mit LK 1-Spielern besetzt. "Zwei Konkurrenten, die wir eher schwächer eingeschätzt hatten, haben ihre Mannschaften zurückgezogen. Und die, die teilnehmen, werden auch aufsteigen wollen", ist Michael Schaub überzeugt. "Wir können nur lernen."

Fabian wird voraussichtlich an Position vier spielen, unmittelbar hinter seinem ein Jahr jüngeren Bruder Patrick. Der ist im vergangenen Sommer in seine Heimat zurückgekehrt. In Arizona, an der Christian University, hatte er zwei Semester lang Tennis und Studium verbunden. Mit der Universitäts-Mannschaft hatte Schaub auf der renommierten Anlage in Indian Wells das Conference-Finale gewinnen können, auf nationaler Ebene war dann aber in der zweiten Runde Schluss. Wie sein Bruder Fabian (Logistik-Management) studiert Patrick (Wirtschafts-Mathematik) an der TH in Friedberg.

Das Brüderpaar wohnt im Elternhaus; unweit der Tennis-Anlage. Da findet sich schnell und unkompliziert ein Trainingspartner. Man spiele auf einem Level, jeder könne jeden schlagen, oft entscheide die Tagesform, sagt Vater Michael diplomatisch über das familien-interne Ranking. "Wenn es in einen dritten Satz geht, verlierst Du", wirft Patrick augenzwinkernd ein. Mit 47 Jahren ist Michael (1998 Deutscher Hochschulmeister mit der Mannschaft) tatsächlich mit Abstand der älteste gemeldete Spieler in der Verbandsliga-Gruppe 50.

Den Kern der OMTC-Herren bilden Spieler der Jahrgänge 1998 bis 2002; gemeinsam hatten die Jungs einst die U14-Hessenmeisterschaft gewonnen. Natürlich locke der eine oder andere Klub im Nachwuchsbereich mit anderen Trainingsmöglichkeiten und finanziellen Förderungen, berichtet Michael Schaub. "Wir versuchen hier, Jugendliche schon früh zu integrieren und ihnen auf diese Weise Anreize zu bieten und sie zu binden."

Die Frage, ob die Herren am Spielbetrieb teilnehmen oder den Möglichkeit zum Rückzug in Betracht ziehen, war "nach drei Sekunden am Esstisch", beantwortet sagt Michael Schaub. "Wir alle wollen spielen und freuen uns riesig, wenn’s endlich losgeht", ergänzt Fabian. Allerdings: Drei Mannschaften, die Herren 55, die Damen 60 und 65, habe der OMTC für diese Saison auf deren Wunsch hin aus dem Spielbetrieb genommen. Und diese Spielerinnen und Spieler werden nun sicher die Heimspiele der Herren verfolgen; und sich vielleicht auch an vergangene Zeiten erinnern.

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