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Sie sind das Feiern gewohnt: Die Frauenmannschaft des SC Dortelweil hat ihren dritten Aufstieg in drei Jahren geschafft - zudem den Titel als Kreispokalsieger am Himmelfahrtstag verteidigt und den "Pott" aus den Händen von Landrat Jan Weckler (hinten, Mitte) entgegengenommen. Das Team des Trainerduos Richard Pohlner (l./Huckepack mit Erstmannschaftsspieler Kevin Cholewa) und Martin Schönig (2. v. l.) geht in der neuen Saison in der Verbandsliga Süd an den Start.

Gruppenliga-Meister

SC Dortelweil steigt zum dritten Mal in drei Jahren auf, doch das soll noch lange nicht das Ende sein

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Sie sind das Siegen gewohnt. Im dritten Jahr des Bestehens hat die Frauenmannschaft des SC Dortelweil den dritten Aufstieg geschafft, zudem bereits zum zweiten Mal den Kreispokal gewonnen. Nun geht es für das Team in die Fußball-Verbandsliga Süd. Doch auch dort soll die Reise noch nicht zu Ende sein.

Acht junge Spielerinnen bekommen Martin Schönig und Richard Pohlner für die kommende Saison aus dem eigenen Nachwuchs. Die derzeitigen B-Juniorinnen sind amtierender Vize-Hessenmeister, spielen um den Bundesliga-Aufstieg. Ihre Frauenmannschaft, da sind sich die beiden Trainer der Fußballerinnen des Sportclubs Dortelweil sicher, wird dadurch noch stärker. "Da sind einige dabei, die noch deutlich höher als Verbandsliga spielen können", sagt Pohlner. "Das Team wird definitiv stärker." Für die beiden ist klar: Ihre Reise ist mit dem Aufstieg in die Verbandsliga Süd noch nicht beendet. Und dennoch war auch dieser Titel nach 16 Siegen in 16 Spielen ein weiterer großer Erfolg in der noch jungen Geschichte des Teams. Erst vor drei Jahren ins Leben gerufen ist die Mannschaft seitdem von Liga zu Liga gestürmt,hat zuletzt zweimal in Folge auch den Kreispokal gewonnen. Der Klub aus dem Bad Vilbeler Stadtteil ist das neue Frauenfußball-Zentrum in der Wetterau.

SC Dortelweil: Eine Saison wie am Schnürchen

Die Gründe sind vielfältig: "Diese Mannschaft ist praktisch aus einem Jahrgang. Sie wurde über Jahre von unserem heutigen Sportlichen Leiter Rüdiger Köhler geformt. Wir hatten bis jetzt das Glück, dass alle immer zusammen geblieben ist. Das ist einfach super", erklärt Schönig. "Selbst neue Spielerinnen werden sofort integriert." Er hat das Team bereits in der Jugend mitbetreut, nachdem seine Tochter zur MSG Bad Vilbel, der Spielgemeinschaft für den Nachwuchs der Dortelweilerinnen, gewechselt war. Seit Winter ist der bisherige Jugendtrainer Pohlner an seiner Seite. Der B-Lizenz-Inhaber trainiert zeitgleich die C-Junioren des Karbener SV. Sein Fazit nach einem halben Jahr: "Frauen sind kameradschaftlicher untereinander, sie gönnen sich gegenseitig Erfolg."

Die besten Bilder vom Kreispokal-Endspieltag in Steinfurth

Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt.
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt. © Nici Merz
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt.
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt. © Nici Merz
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt.
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt. © Nici Merz
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt.
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt. © Nici Merz
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt.
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt. © Nici Merz
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt (rot-weiß).
Der SV Ober-Mörlen (grüne Trikots) gewinnt bei den Alten Herren mit 7:1 gegen den SV Germania Ockstadt (rot-weiß). © Nici Merz
Die Damen des SC Dortelweil verteidigen mit einem 5:1-Sieg über die Spvgg. 08 Bad Nauheim ihren Kreispokaltitel.
Die Damen des SC Dortelweil (grün) verteidigen mit einem 5:1-Sieg über die Spvgg. 08 Bad Nauheim (blau) ihren Kreispokaltitel. © Nici Merz
Die Damen des SC Dortelweil (grün) verteidigen mit einem 5:1-Sieg über die Spvgg. 08 Bad Nauheim (blau) ihren Kreispokaltitel.
Die Damen des SC Dortelweil (grün) verteidigen mit einem 5:1-Sieg über die Spvgg. 08 Bad Nauheim (blau) ihren Kreispokaltitel. © Nici Merz
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach.
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach. © Nici Merz
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach.
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach. © Nici Merz
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle (r.) den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach.
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle (r.) den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach. © Nici Merz
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach.
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach. © Nici Merz
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach (weiß-rote Trikots).
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach (weiß-rote Trikots). © Nici Merz
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach (weiß-rote Trikots).
Gruppenligist SC Dortelweil (grüne Trikots) holt sich zum Abschied von Trainer Markus Beierle den Kreispokal-Titel mit einem 5:3 über den FC Ober-Rosbach (weiß-rote Trikots). © Ni ci Merz

So lief es auch in diesem Jahr wie am Schnürchen. "Eine Saison ohne Punktverlust zu spielen, ist eine Ausnahme. Selbst damals in der Kreisoberliga gab es mal ein Unentschieden. Und klar ist auch: Je höher es geht, desto dünner wird die Luft. Von daher glaube ich nicht, dass wir noch einmal so eine Saison spielen", sagt Pohlner. "In der Verbandsliga sind drei, vier richtig starke Mannschaften dabei." Das sieht auch Schönig so, zumal es auch in dieser Saison schon einige Male knapp gewesen sei. "Dass die Mädels aber jedes Mal noch eine Schippe drauflegen konnten, selbst wenn sie 0:2 hinten lagen, war schon beeindruckend." Mit diesem Selbstverständnis wurde die lokale Konkurrenz der Spvgg. 08 Bad Nauheim, der FSG Gambach/Fauerbach oder von Phönix Düdelsheim teils deutlich distanziert. Nun ist der SC Dortelweil der klassenhöchste Verein des Wetteraukreises - wenig verwunderlich angesichts der Jugendarbeit. Die Mädchenspielgemeinschaft Bad Vilbel aus den Vereinen Heilsberg, Massenheim, Gronau und Dortelweil hat alle Altersklassen in der Jugend besetzt - teilweise sogar doppelt. Das Einzugsgebiet reicht von Bad Nauheim bis nach Hanau und Frankfurt.

SC Dortelweil: Hessenliga-Aufstieg scheint mittelfristig realistisch

Die Trainer im Portrait

Martin Schönig kommt gebürtig aus Fulda, wohnt inzwischen aber in Frankfurt. Der 51-jährige Beamte hat früher den Nachwuchs in Eschersheim trainiert, ehe er seiner Tochter zuliebe nach Dortelweil kam – und schließlich vom Vater zum Trainer wurde. Seine Spezialität ist das Fitnesstraining. Den fußballerischer Teil übernimmt der 24-jährige Sportstudent Richard Pohlner. Der gebürtige Dortelweiler hat beim FV Bad Vilbel bis zur A-Jugend gespielt, ehe er aufgrund von Verletzungen ins Trainergeschäft eingestiegen ist. Sein Ziel: eines Tages als Fußballtrainer Geld verdienen. Neben dem Dortelweiler Damen trainiert er die C-Junioren des Karbener SV in der Hessenliga.

Deshalb soll es für das Damenteam auch nicht bei der Verbandsliga bleiben. "Mit dieser Mannschaft ist die Hessenliga realistisch", sagt Schönig. Pohlner geht sogar noch weiter: "Wenn die Spielerinnen, die in der Jugend in Hessen in ihren Jahrgängen immer oben mitgespielt haben, ein paar Jahre zusammenbleiben und sich noch etwas entwickeln, muss in der Hessenliga noch nicht Schluss sein." Umso bedauerlicher, dass der Rückhalt im Verein bislang noch ausbaufähig ist. "Wenn Rüdiger Köhler nicht da wäre, würde es uns nicht geben", sagt Schönig klipp und klar. Der Sportliche Leiter war früher selbst Trainer, hat Mädchen- und Frauenteam mitbegründet, und ist noch heute bei jedem Spiel an der Seitenlinie. Inzwischen haben es schon zwei der Dortelweiler Spielerinnen zu U-Nationalspielerinnen gebracht - und den Weg zum großen 1. FFC Frankfurt geschafft. "Unsere Mittel sind begrenzt. Klar hätte ich die Mädels gerne gehalten, aber den Weg nach oben würde ich trotzdem nie jemandem verbauen", sagt Schönig. "Ein Vorteil im Frauenfußball ist, dass kaum Geld fließt. Somit geht es den Mädchen nicht unbedingt nur um die Spielklasse, sondern um die Mannschaft drumherum." Die wird in der kommenden Saison einmal mehr pro Woche zum Training antreten zu müssen, um auch in der Verbandsliga anzugreifen.

SC Dortelweil: Auch neu gegründete zweite Mannschaft steigt gleich auf

Übrigens: Seit dieser Saison gibt es auch eine zweite Mannschaft bei den Dortelweilerinnen, die im ersten Jahr ihres Bestehens ebenfalls mit nur einer Niederlage den Kreisoberliga-Aufstieg perfekt gemacht hat. Ein weiteres Kapitel einer Erfolgsgeschichte.

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