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Dogan bewahrt FC Ober-Rosbach vor Debakel bei Türk Gücü

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Savas Yasaroglu tobte in der Halbzeit, stand wild gestikulierend vor seiner Mannschaft und wurde laut. »Ich habe unsere Chancenverwertung angemahnt. Wir hätten viel früher schon viel höher führen müssen. Irgendwann wird das bestraft«, sagte Yasaroglu hinterher, als er gelassen auf das locker herausgespielte 4:0 (2:0) seiner Mannschaft von Türk Gücü Friedberg gegen den FC Ober-Rosbach blickte.

Von den Chancen her hätten die Gastgeber ein viel höheres Resultat herausschießen müssen. Das wusste hinterher auch Thorsten Brennemann, der FCO-Trainer. »Das war zu wenig von meiner Mannschaft. Gegen Gronau waren wir viel stärker. Okan Dogan hat uns vor einer höheren Niederlage bewahrt«, bilanzierte Brennemann, der mit seinem Team beim 3:0 unter der Woche gegen Gronau wichtige Punkte gegen den Abstieg gesammelt hatte.

Türk Gücü begann die Partie ohne echte Spitze, meistens postierten sich Ürün, Usic, Witte sowie Sentürk auf einer Linie und erwarteten die hohen Bälle. Im Mittelfeld operierte Otto Yasaroglu als Spielgestalter, während sein Sechser-Pendant Clark vornehmlich defensive Aufgaben übernahm. Das Motto von Yasaroglu war erneut: Die Null muss stehen, in acht Spielen gab es bislang erst vier Gegentore. Der FCO spielte im klassischen 4-4-2-System, wobei Üstündag und Oetuen in vorderster Front für Betrieb sorgen sollten.

Nach einem kurzen Abtasten übernahm Türk Gücü die Initiative und versuchte, schnell das Mittelfeld zu überbrücken und das Offensivquartett auf den Plan zu bringen. Besonders engagiert war Marc Witte, der ein großes Laufpensum abspulte und gleich dreimal FCO-Torhüter Dogan prüfte. Der war aber jeweils reaktionsschnell zur Stelle (6./37./45.) und erhöhte damit den Pulsschlag bei Savas Yasaroglu an der Seitenlinie. Während auch dessen Bruder Otto Yasaroglu in Dogan seinen Meister fand (4.), deckten Alexander Clark und Ugur Ürün die FC-Schwächen auf und brachten den Aufsteiger mit 2:0 in Führung. Clark bewies Lufthoheit und köpfte eine Yasaroglu-Flanke ein (20.), Ürün tanzte vier zu unentschlossen agierende FCOler aus und vollendete sehenswert mit einem Lupfer über Dogan hinweg (34.). Auf der anderen Seite blieben die Abschlüsse von Üstündag (33.) und Pamuk (40.) zu harmlos.

Nach 55 Minuten musste Kamber Koc das erste Mal richtig eingreifen, als er einen Pamuk-Versuch abwehrte. In dieser Phase musste Türk Gücü etwas Luft holen und bot mehr Raum an, doch dieser Abschnitt war nur von kurzer Dauer. Spätestens nach dem 3:0 durch Otto Yasaroglu nahm Türk Gücü jedoch das Heft wieder in die Hand und kontrollierte das Geschehen abgeklärt und routiniert. Otto Yasaroglu hatte eine Pioch-Flanke eingeköpft – erneut ein Indiz für die Lufthoheit, selbst von kleinen Türk-Gücü-Spielern. Ibrahim Uyanik kurbelte nun im Mittelfeld das TG-Spiel an – und dies äußerst sehenswert. Denn nach einem doppelten Doppelpass mit Günay und Witte vollendete der ehemalige Profi zum 4:0 (76.). In der Schlussphase wollte Celil Günay das Torekonto der Friedberger weiter erhöhen, doch gleich vier Versuche (geblockt, vorbei und zweimal pariert) fanden nicht den Weg ins FCO-Tor. Von den Gästen war in der Schlussphase nicht mehr viel zu sehen.

»Ich ziehe den Hut vor meiner Mannschaft. Wir haben so viele Verletzte und rufen dennoch eine starke Leistung ab«, bilanzierte Yasaroglu weiter. Es zeugt jedoch von einem qualitativ starken Kader, wenn Yasaroglu von der Bank trotz der vielen Ausfälle noch Leistungsträger wie Abwehr-Riese Roman Billiy oder den spielstarken Ibrahim Uyanik bringen kann – und Torjäger Sezgin Karpuz überhaupt nicht benötigte.

Türk Gücü Friedberg: Koc – Pioch, Ngolumuo, Akkas, Taitschinov – Clark – Yasaroglu (80. Billiy) – Ürün, Usic (73. Günay), Witte, Sentürk (59. Uyanik).

FC Ober-Rosbach: Dogan – Rasch, Pamuk, Schusterschitz (46. Karaduman), Davy – Patzwald, Yilmaz, Arduc, Saljihu – Oetuen (63. Petrov), Üstündag.

Tore: 1:0 (20.) Clark, 2:0 (34.) Ürün, 3:0 (65.) Yasaroglu, 4:0 (76.) Uyanik.

Schiedsrichter: Schwarz (Liederbach). Michael Wiener

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