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Dörner: »Für diese Chance gebe ich alles«

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Was für ein starker Auftritt der Frankfurter U17. Mit 1:0 (0:0) siegten die spielfreudigen Adlerträger unter Trainer Uwe Bindewald am letzten Samstag auf dem Kunstrasen am Riederwald gegen das Topteam vom SC Freiburg.

Dabei gab es bereits früh eine Hiobsbotschaft zu verkraften, denn Mittelfeldstratege Hermann Dörner musste schon nach 23 Minuten mit einer Gehirnerschütterung das Feld verlassen. Der zweimalige Junioren-Nationalspieler aus Bad Nauheim und Sohn des ehemaligen Stadtrates Konrad Dörner spielt bei der Eintracht auf der Sechserposition eine wichtige Rolle und spricht im WZ-Interview über seine Ziele.

Hermann Dörner, Ihre U17-Mannschaft rangiert derzeit auf dem neunten Platz der Bundesliga. Da ist noch Luft nach oben, oder?

Hermann Dörner: Wir haben am Anfang gute Spiele gemacht, aber dann haben wir acht Spiele in Folge nicht mehr gewonnen und auch keinen guten Fußball gespielt. Das haben wir uns natürlich anders vorgestellt.

Woran hat es gelegen, dass es nicht so gut lief?

Dörner: Wir haben einfach keinen guten Fußball gespielt, und vielleicht war die Einstellung auch nicht optimal, obwohl ich das nicht glaube. Wir haben nicht gezeigt was wir können. Schon beim 5:0 gegen Augsburg haben wir aber wieder angedeutet, dass wir mehr draufhaben.

Welche persönlichen Ziele haben Sie in der laufenden Runde?

Dörner: Ich möchte gute Leistungen bringen, sodass ich am Ende der Saison mit mir zufrieden sein kann. Aber ich will auch die Mannschaft mit führen und ein Leistungsträger sein.

Sie spielen auf der Sechserposition. Dieser kommt im modernen Fußball eine Schlüsselrolle zu. Welche Aufgaben haben Sie?

Dörner: Als Sechser sind meine Aufgaben, Zweikämpfe zu gewinnen und das Spiel aufzubauen, nach vorne zu spielen. Aber auch das Spiel zu ordnen und Kommandos zu geben.

Ist es für einen jungen Fußballer etwas Besonderes, bei einem Klub wie Eintracht Frankfurt zu spielen?

Dörner: Na klar. Hier in der Umgebung kennt jeder die Eintracht. In Bad Nauheim werde ich öfter auf diesen Klub angesprochen und dass ich da spiele. Die Leute interessieren sich immer für die Eintracht.

Sicher ist es auch spannend, unter einer Eintracht-Legende wie Uwe Bindewald zu trainieren.

Dörner: Ich selbst habe ihn nicht mehr auf dem Platz erlebt. Aber er ist natürlich eine Legende hier bei der Eintracht. Ich erinnere mich an unser Auswärtsspiel in München, wo Uwe Bindewald von einigen Fans richtig gefeiert wurde. Da hat man gesehen, welchen Stellenwert er im Klub hat. Als Trainer ist er eine Respektsperson. Er achtet sehr auf Disziplin und er hat sehr gute Trainingsmethoden. Er trainiert abwechslungsreich. Wir gehen in den Kraftraum, machen viele unterschiedliche Dinge auf dem Platz. Das gefällt mir sehr gut.

Bei einem Spieler in Ihrem Alter ist die Schule natürlich auch ein wichtiger Punkt.

Dörner: Ich gehe auf die Lioba in Bad Nauheim und mache da G8. Seit zwei Jahren hat die Eintracht einen Fahrdienst eingerichtet, da werde ich in Bad Nauheim aufgegabelt und kann mit ins Training fahren. Das erleichtert einiges. Wenn ich länger Unterricht habe, dann fahren mich meine Eltern zum Training.

Da bleibt wohl wenig Zeit für die eigene Freizeit?

Dörner: Ich habe deutlich weniger Zeit für Freunde als andere. Manchmal wird auch komisch geschaut, wenn ich wieder mal eine Verabredung absage. Aber ich habe das so ausgesucht und ziehe das auch durch.

Wie verlief eigentlich Ihr Weg zur Eintracht?

Dörner: Vor der Eintracht habe ich bei Rosenhöhe Offenbach gespielt und davor sechs Jahre bei der JSG Bad Nauheim sowie in Schwalheim. Dort war ich zwei Jahre. Seit der U15 bin ich bei der Eintracht.

Und jetzt träumen Sie davon, auch mal als Profi in die Commerzbank-Arena einzulaufen?

Dörner: Ja, na klar. Wenn man hier ist, dann möchte man Profi werden. Jetzt möchte ich erst einmal in die U19 kommen und mich weiterentwickeln. Ich denke, dass die Chance gering ist, aber sie ist da. Und dafür werde ich alles geben.

Um Profi zu werden, muss man fast schon der perfekte Fußballer sein. Was müssen Sie noch verbessern?

Dörner: Ich denke, dass man alles verbessern kann. Technische Fertigkeiten, einen schwächeren Fuß, das Kopfballspiel, und Kraft und Schnelligkeit kommen auch noch dazu.

Sie sind ein echtes Kind des neuen Riederwaldes. Wie gefällt Ihnen die oft gelobte Infrastruktur des Leistungszentrums?

Dörner: Das Gebäude ist perfekt und neu eingerichtet. Am Riederwald gibt es ein großes Angebot, das ist bei anderen Vereinen oft nicht so. Ich bin gerade zur Eintracht gekommen, als der Riederwald fertig wurde. Da habe ich Glück gehabt.

Waren Sie schon immer Eintracht-Fan?

Dörner: Nein. Ich war vorher eigentlich ein neutraler Beobachter. Aber seitdem ich bei der U16 war und dort als Balljunge eingeteilt wurde, bin ich immer mehr zum Eintracht-Fan geworden. Die Stimmung im Stadion ist schon einmalig. Das ist toll.

Jan Martin Strasheim

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