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»Diesmal hatte das junge Team auch Anführer«

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(jan) Bernd Sulzbach konnte gar nicht aufhören mit dem Jubeln. Der Pressesprecher des TuS Rockenberg streifte bei der Meister- und Aufstiegsfeier im Rockenberger Gasthaus Groß (»Zur Rita«) das Trikot der »91er- Meistermannschaft« über und war völlig losgelöst. Keine Frage: nach drei vergeblichen Anläufen fällt den Kickern ein Stein vom Herzen, dass der schwer realisierbare Aufstieg aus dem Unterhaus noch vor der neuen Einteilung geschafft wurde. Ab der neuen Saison spielt der TuS in der A-Liga und dort womöglich eine gute Rolle im Mittelfeld. Denn so, wie sich die Kicker von Trainer Alexander Harrisson präsentierten, liegt die Vermutung nahe, dass der TuS den Klassenerhalt schaffen könnte.

In der Breite ist das Team gut besetzt. Individuelle Könner sind reichlich vorhanden, und auch der Trainer besticht durch Ruhe, Fachkenntnisse und der nötigen Gelassenheit. »Unser Glück war natürlich, dass wir mit Bernd Kurz und Marc Nietfeld zwei Neuzugänge bekommen haben, mit denen wir nicht rechnen konnten«, sagt Sulzbach. Libero Kurz kam aus Donau-Eschingen in die Wetterau. Marc Nietfeld zog es aus Niedersachsen nach Hessen. Beide kamen aus beruflichen Gründen und mit einem reichhaltigen Erfahrungsschatz. »Der hat dieser Mannschaft möglicherweise in den letzten Jahren gefehlt. Denn wir hatten immer eine sehr junge Truppe. Diesmal waren auch Anführer da«, meint Sulzbach, der stolz auf die eigene Personalpolitik ist. Denn neben Kurz und Nietfeld stammen nur Benjamin Barisch und Florian Krätschmer (beide FC Gambach) nicht aus der eigenen Jugend. »Ansonsten haben wir nur Eigengewächse. Unser B-Jugend stand zuletzt im Kreispokalfinale. Unseren Jugendleitern Manfred Ehrlich und Klaus Neuburger gebührt ein Lob für die tolle Arbeit die sie gemeinsam mit den Betreuern leisten«, so Sulzbach.

Nach den herausragenden Ereignissen der nun fast abgelaufenen Saison gefragt, hat Coach Harrisson einige parat. Der in Pohlheim/Hausen wohnende Architekt der Meisterschaft sieht vor allem im Auftakt beim SV Echzell eine spezielle Wirkung. »Echzell galt vor der Runde als Aufstiegsfavorit Nummer eins. Dass wir da 5:1 gewonnen haben, war für uns natürlich sensationell. Nachdem vor der Runde neun Spieler den Verein verlassen haben, wussten wir nicht, wo wir stehen. Daher hatten wir nur den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Dieser Start war sehr hilfreich.«

Zu Beginn der Saison holte der Klub zwei Siege und drei Unentschieden, ehe die Megaserie von 14 Siegen in Folge gestartet wurde. In dieser so wichtigen Phase der Saison wurde auch der Hauptkonkurrent SV Steinfurth II mit 1:0 geschlagen. »Nach diesem Spiel haben die Spieler sicherlich daran geglaubt, dass sie in dieser Saison oben landen könnten. In der Winterpause hatten wir ja schon unser erstes Saisonziel Klassenerhalt erreicht.

Nach den Negativerlebnissen der vergangenen Jahre hatten wir uns zum Ziel gesetzt, mindestens Zweiter zu werden«, erläutert Harrisson, der die Zielsetzung sukzessive steigerte, um einen zu großen Druck und ein mögliches Verkrampfen der jungen Spieler zu vermeiden. Mit Erfolg. Das Team des B-Lizenzinhabers, der zuvor ausschließlich im Kreis Gießen arbeitete und spielte, eilte von Sieg zu Sieg. Auch in der Rückrunde war das 1:0 gegen Echzell von einer besonderen Bedeutung. Adrian Herberts Freistoßkracher aus 40 Metern in der 92. Minute entschied diese Partie, die fußballerisch und taktisch auf einem sehr hohen Niveau geführt wurde.

Kein Wunder, dass die Rockenberger Fans und der TuS-Fanclub eine Menge Spaß beim Besuchen der Spiele hatten. »Ich bin es aus dem Gießener Kreis nicht gewohnt, dass in der B-Liga so ein gutes Umfeld herrscht. Wir haben hier sogar einen Pressesprecher. In Gießen gibt es außer dem Trainer fast niemanden, der sich um etwas kümmert. Da muss man schon froh sein, dass man sonntags eine Mannschaft zusammenbekommt«, lobt Harrisson das Niveau.

Und auch die Zuschauerzahlen verblüfften den ehemaligen Spieler der SG Birklar. Gegen den TSV Ostheim, Butzbach und Gambach fanden sich jeweils rund 120 Fans auf dem Sportplatz ein. Für die Verantwortlichen des TuS waren neben dem guten Umfeld aber auch die Verhaltensweisen der Mannschaft für den großartigen Erfolg verantwortlich. So gab sich die Truppe stets diszipliniert und vor allem im Training sehr eifrig. »Unsere starke Trainingsbeteiligung war ein Grund für den Aufstieg. Auch die Tatsache, dass wir im Winter gute Trainingsmöglichkeiten hatten, war sehr wichtig«, resümierte Harrisson, der nun in der A-Liga für Überraschungen sorgen möchte. Jan Martin Strasheim

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