Maximilian Schmid aus Ranstadt hat mit der U17- und der U19-Mannschaft vom 1. FC Köln jeweils die Bundesliga-Gruppe West gewinnen können. FOTO: IMAGO
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Maximilian Schmid aus Ranstadt hat mit der U17- und der U19-Mannschaft vom 1. FC Köln jeweils die Bundesliga-Gruppe West gewinnen können. FOTO: IMAGO

Fußball

Dieser Wetterauer Teenager holt Double mit dem 1. FC Köln

  • Michael Nickolaus
    vonMichael Nickolaus
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Meister der Bundesliga West mit der U17 und U19. Maximilian Schmid aus Ranstadt hat mit dem Fußball-Nachwuchs des 1. FC Köln ein persönliches Double feiern können und träumt jetzt von der Qualifikation zur Uefa Youth League

Die Nachricht kam Ende Mai per What App im Team-Chat: Die Saison wird abgebrochen, ein Deutscher Meister 2019/20 wird nicht ausgespielt. "Das fühlt sich irgendwie komisch an; unvollständig. Der Titel war unser großes Ziel. Und die Chancen standen gut", sagt Maximilian Schmid. Der Kicker aus Ranstadt spielte für die U17- und die U19-Mannschaft des 1. FC Köln. Beide Teams hatten jeweils die West-Staffel der in beiden Altersklassen dreigeteilten Bundesliga angeführt; vor Klubs wie Borussia Dortmund, Schalke 04 und Bayer Leverkusen. Zum nationalen Vergleich mit den Siegern der anderen Gruppen, den Schmidt im Vorjahr mit der U17 der Rheinländer gewonnen hatte, ist es nicht mehr gekommen.

Bald gegen Madrid, Paris und Liverpool?

Elf Spiele hat Schmid in der vergangenen Saison für die U17 bestritten und dabei sieben Treffer erzielt. Viermal - vorwiegend nach der Winterpause - kam am der Stürmer auch schon in der U19 am Einsatz und war zweimal erfolgreich. Die bislang längste verletzungsbedingt Pause seiner noch jungen Laufbahn sowie die mittlere Reife, der nun das Fach-Abitur folgen soll, ergänzen sportlich wie schulisch seine zweite Saison im Nachwuchsleistungszentrum der Rheinländer.

Im September - sofern es die Corona-Bedingungen zulassen - soll die Spielzeit ihren krönenden Abschluss finden. In Hin- und Rückspiel mit Nord/Nordost-Staffel-Sieger SV Werder Bremen geht’s um die Qualifikation für die Uefa Youth League. Neben dem Nachwuchs der für die Champions League qualifizierten Herren-Bundesligisten darf auch die beste U19-Mannschaft Deutschlands an diesem Wettbewerb teilnehmen. Spiele gegen Real Madrid, Paris Saint-Germain, Inter Mailand oder auch den FC Liverpool winken. Noch nie hatte sich der Geißbock-Nachwuchs für diesen prestigeträchtigen internationalen Cup qualifiziert. "Das wäre schon toll. Wer weiß, wie wir aus der Pause kommen? Aber ich habe ein gutes Gefühl, dass wir uns gegen Bremen durchsetzen können", sagt Schmid, der zur kommenden Saison mit zahlreichen U17-Spielern in die U19 und damit auch zunehmend in den Fokus der Profi-Mannschaft aufrückt.

Gleich ein Quintett aus dem Jahrgang 2002 hatte kürzlich Lizenzspielerverträge beim 1. FCK unterschrieben; möglicherweise ein Fingerzeig des Klubs, einem vielleicht seltenen goldenen Jahrgang, künftig eine gehobene Bedeutung und Chance im Profi-Fußball geben zu wollen. Ein 2003er, Florian Wirtz nämlich, war bereits in der Winterpause nach Leverkusen gewechselt und hat sich als jüngster Torschütze der Bundesliga in die Geschichtsbücher eintragen können.

"Ich mache mir deshalb keinen Druck. Ich bin erst 17 Jahre alt, muss mich erst mal weiter entwickeln und habe Zeit", sagt Schmid, ebenfalls Jahrgang 2003 - und quasi als nächster an der Reihe. Reinschnuppern bei den Profis wolle er aber, zur Winterpause wissen, wo er stehe. Im Sommer läuft der Vertrag in der Domstadt schließlich aus.

Fünffacher Bruch der großen Zehe

Ein Verletzung hatten den jungen Wetterauer, der 2018 aus Mainz nach Köln gewechselt war, ausgebremst. Im November 2019 erlitt er einen fünffachen Bruch der großen Zehe am rechten Fuß; eine mehr als zweimonatige Pause war die Folge. Physiotherapie, Kraftraum und Schulbücher prägten den Alltag. "Das war ärgerlich. Aber ich mache mich nicht verrückt." Schmid spricht rückblickend durchweg positiv von der zurückliegenden Saison. Mit einer Entwicklung, sportlich wie auch körperlich (er wirkt deutlich gereifter als noch vor einem Jahr), sei er sehr zufrieden.

Die U17 war unter Trainer Markus Daun gewann 17 ihrer 21 Spiele vor dem Saisonabbruch. Nach der Winterpause konnte der Teenager aus der Wetterau zudem weitere Erfahrungen in der U19 sammeln, spürte dort das Vertrauen von Trainer Stefan Ruthenbeck, seinem künftigen Coach. Zum Top-Spiel gegen Dortmund stand er wieder für die U17 auf dem Platz, traf beim 3:3-Remis zur 1:0--Führung; es war sein wohl besten Spiel für den 1. FC Köln überhaupt. Dann aber ist corona-bedingt Schluss. Hals über Kopf mussten die Internatsschüler ihre Herberge für mehrere Wochen räumen. Zu Hause in Ranstadt hielt sich Schmid mit Läufen fit, büffelte für die Schule.

"Maxi hat sich in Köln wirklich toll entwickelt und genießt beim 1. FC eine hohe Wertschätzung", sagt Johannes Noack von Noack Sports, seiner Beraterfirma. Im August soll die Vorbereitung auf die Saison 20/21 beginnen. Und diese Spielzeit kann aufzeigen, wohin der Weg von Maxi Schmid führen wird.

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