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Marco Mayerhöfer aus Burg-Gräfenrode verlässt den SV Waldhof Mannheim nach dem Aufstieg in die 3. Liga. (Foto: Imago)

Drittliga-Meister

Dieser Wetterauer ist auf dem Sprung in die 2. Fußball-Bundesliga

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Marco Meyerhöfer steigt mit dem SV Waldhof Mannheim in die 3. Liga auf. Der 23-Jährige aus Burg-Gräfenrode ist als rechter Verteidiger gesetzt. Nun zieht es in offenbar sogar in die 2. Fußball-Bundesliga.

Waldhof Mannheim ist zurück im Profi-Fußball. Nach 16-jähriger Abstinenz. Am vorvergangenen Wochenende und damit bereits vier Spieltage vor Abschluss der Saison in der Regionalliga Südwest konnten rund um das Carl-Benz-Stadion Meisterschaft und Drittliga-Aufstieg gefeiert werden. Mittendrin: Marco Meyerhöfer. Der 23-jährige aus Burg-Gräfenrode zählt inzwischen zu den besten Rechtsverteidigern der Liga und wird mit mehreren Zweitligisten in Verbindung gebracht.

Marco Meyerhöfer, herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft. Wie haben Sie die Momente nach dem Abpfiff und die Woche danach erlebt?

Marco Meyerhöfer: Das war schon überwältigend; zuerst im Stadion, dann später noch mit den Fans in der Stadt. Und die eigentliche, offizielle Feier kommt ja erst noch.

Waldhof ist als Mitfavorit gestartet. Letztlich waren Titelgewinn und Aufstieg aber schon seit einigen Wochen vorhersehbar.

Meyerhöfer: So früh den Titel zu gewinnen, ist schon etwas Besonderes. Und es spricht zugleich für uns als Mannschaft. Wir selbst haben uns dies mit unseren Leistungen ermöglicht.

In meinen zwei Jahren in Mannheim ist’s im Grunde optimal gelaufen

Marco Meyerhöfer

Ein drohender Abzug von drei Punkten hat den Klub durch die Saison begleitet. Wie sind Sie teamintern damit umgegangen?

Meyerhöfer: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass wir uns damit nicht beschäftigt hätten. Anderseits wussten wir, dass wir – um sicher zu sein – mehr tun und mehr Zähler holen müssen als die Konkurrenz. Wir wollten den Titel unbedingt. Vom ersten Tag an. Und deshalb haben wir Gas gegeben - und letztlich eine Super-Saison hingelegt.

Die Dominanz - derzeit beträgt der Vorsprung auf Rang zwei 20 Zähler - war so nicht zu erwarten.

Meyerhöfer: Ja. Es heißt oft, dass man sich nach einer verpassten Relegationschance im Folgejahr schwer tut. Dass es so kommen würde, hatte keiner gedacht.

Was zeichnet die Mannschaft aus?

Meyerhöfer: Wir hatten schon im Vorjahr ein sehr gutes Teamgefüge und haben die passenden Ergänzungen bekommen. Man muss nur mal auf Offensive schauen. Valmir Sulejmani mit 18 Treffern und Timo Kern mit 15 Toren sind in der Torjägerliste der Regionalliga ganz vorn mit dabei. Keine andere Mannschaft hat annähernd so viele Treffer erzielt wie wir. Vorne sind wir eiskalt. Da reichen manchmal zwei, drei Chancen zum Sieg. Und wenn es gut läuft, dann schießen wir eben auch mal vier oder fünf Tore.

Sie selbst zählen zu den Spielern mit den meisten Einsatzminuten. Seit dem vierten Spieltag an haben Sie – von einer Auswechslung abgesehen – durchgespielt.

Meyerhöfer: Ja, in meinen zwei Jahren in Mannheim ist’s im Grunde optimal gelaufen. Im Vorjahr hatte ich 40 Spiele bestritten. Und auch in dieser Saison komme ich bereits auf mehr als 30 Einsätze. Mein Ziel war es, so oft wie möglich zu spielen und durchzuspielen. Und das ist mir ganz gut gelungen, wobei Abwehrspieler ohnehin weniger ausgetauscht werden.

Trotz des Aufstiegs in die 3. Liga werden Sie Ihren Vertrag nicht verlängern.

Meyerhöfer: Ja, das wurde mit dem Verein vor einiger Zeit bereits so besprochen. Für mich haben sich noch andere Möglichkeiten eröffnet.

Gerüchte bringen Sie mit dem Zweitligisten Spvgg. Greuther Fürth in Verbindung.

Meyerhöfer: Zu meinem künftigen Klub möchte ich mich noch nicht äußern.

 Ich werde versuchen, mich bei meinem künftigen Verein schnellstmöglich anzupassen und für eine Nominierung zu empfehlen

Marco Meyerhöfer

Dennoch deutet vieles auf einen Wechsel in die 2. Liga hin. Ein großer Schritt.

Meyerhöfer: Egal, wo man ist: Man will immer spielen. Ich werde versuchen, mich bei meinem künftigen Verein schnellstmöglich anzupassen und für eine Nominierung zu empfehlen. Alles weitere wird man sehen.

Sie haben im Nachwuchs von Eintracht Frankfurt gespielt, ehe die U 23-Mannschaft auf dem Spielbetrieb zurückgezogen wurde und ein Übergang in den Profi-Kader mit realistischen Einsatzchancen quasi ausgeschlossen war. War es rückblickend betrachtet, Ihrer Laufbahn förderlich, Ihr Elternhaus und die Eintracht schon früh verlassen zu haben?

Meyerhöfer: Bei der Eintracht fehlte mir die Perspektive, die mir vermutlich auch eine U23 in der erhofften Form nicht hätte bieten können. Rückblickend betrachtet, war der Weg über Saarbrücken und Mannheim nicht verkehrt. In beiden Kadern standen und stehen reichlich erfahrene Spieler, von denen man lernen kann, gegen die man sich allerdings auch durchsetzen muss. Und natürlich macht es auch mehr Spaß, vor einer vier- oder fünfstelligen Kulisse mit der entsprechenden Unterstützung und Begeisterung zu spielen.

Info

Steckbrief Marco Meyerhöfer

  1. Geburtsdatum: 18. November 1995
  2. Geburtstag: Bad Homburg
  3. Alter: 23 Jahre
  4. Größe: 1,78 Meter
  5. Position: Rechter Verteidiger
  6. Einsätze: 108 Regionalliga-Spiele
  7. Weiterbildung: BWL-Studium
  8. Bisherige Vereine: FSG Burg-Gräfenrode, Eintracht Frankfurt, 1. FC Saarbrücken, SV Waldhof Mannheim

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