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Maximilian Schmid aus Ranstadt spielt bereits in den U-Nationalmannschaften des Deutschen Fußball-Bundes. Kleines Foto: Schmid mit Trikot des 1. FC Köln mit der Medaille für den deutschen Meistertitel.

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Dieser Wetterauer feiert U17-Titel mit dem 1. FC Köln

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Maximilian Schmid hat mit dem 1. FC Köln die deutsche U17-Meisterschaft gewonnen. Vom Deutschen Fußball-Bund wurde der junge Torjäger aus Ranstadt bereits für Spiele der Jugend-Nationalmannschaft nominiert. Ein Teenagerleben zwischen Profi-Träumen, Schule und Selbstständigkeit.

Neue Verein, neue Schule, neues Umfeld. Erstmals weg von zu Hause. Maximilian Schmid hat bewegte Monate hinter sich. Und rückblickend alles richtig gemacht. Mit dem 1. FC Köln hat der Fußballer aus Ranstadt die deutsche U17-Meisterschaft gewonnen und dazu die Zahl seiner Länderspiele auf inzwischen drei erhöhen können. In 13 Meisterschafts- und zwei von drei Endrundenspielen wurde der gebürtige Hanauer in seinem ersten B-Junioren-Jahr eingesetzt, erzielte drei Treffer und konnte zwei weitere Tore vorbereiten. Beim Finale gegen Borussia Dortmund vor 10 000 Zuschauern im Stadion Rote Erde wurde Schmid in der Schlussphase eingewechselt und konnte seinen bislang größten Erfolg feiern; im Gaffel am Kölner Dom, wo die Mannschaft sogar Glückwünsche von Toni Kroos erreichte. Der Weltmeister lud das Team auf seinem Twitter-Kanal zur Premiere von "Kroos" in das Kölner Cineplex ein. Nach der Feier ging’s gleich nach Hause in die Wetterau, dorthin, wo alles begann. "Der Wechsel nach Köln war ein großer Schritt, der mir anfangs nicht leicht gefallen ist. Man vermisst Familie und Freunde", sagt Schmid, der sich inzwischen eingelebt hat.

In den beiden Jahren zuvor war der Kicker gependelt. Ranstadt - Mainz - Ranstadt. Und das fast täglich nach der Schule in Ortenberg-Konradsdorf. "Das geht aber irgendwann nicht mehr. Ich wusste, dass ich auf ein Internat wechseln muss und habe mir vieles angesehen. Letztlich hat mich Köln mit der sportlichen Perspektive in Kombination mit der Schule am meisten gereizt", sagt der 1,78 Meter große Stürmer, der von der Noack Sports GmbH aus Krefeld beraten wird. Über ein Jahr lang schon hatten sich die Domstädter intensiv um Schmid bemüht. "Ich habe wirklich gespürt, dass man mich dort unbedingt haben wollte", sagt Schmid, der nicht nur von anderen Profiklubs, sondern auch von Sportartikelherstellern beobachtet wurde. Eines Tages meldete sich US-Ausrüster Nike bei den Eltern, seitdem kickt Schmid mit den Schuhen mit dem Swoosh.

Angefangen hatte alles zu Hause; beim SV Ranstadt. Nach 140 Saisontoren als F-Jugendlicher zog es ihn zu den Sportfreunden Oberau, anschließend zum JFC Frankfurt. Dort kickte auch sein drei Jahre älterer Bruder Andre (künftig FSV Dauernheim). Seine jüngere Schwester Lia Fabienne ist so quasi zwangsläufig auf den Sportplätzen groß geworden, sie selbst liebt Schwimmen und Tanzen. Später ging’s für Maximilian Schmid in Leistungszentrum des FSV Frankfurt. Die Familie glich inzwischen einem "Logistik-Unternehmen" sagt Vater Marcus und lacht. Mutter Sabrina sowie die Großeltern waren in den Hol- und Bringdienst nach Frankfurt, wo die Brüder zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten trainierten, eingebunden. "Das war schon verrückt - aber was macht man nicht alles? Ohne die Unterstützung einer Großfamilie wären die Zwischenschritte in Frankfurt und Mainz nicht möglich gewesen", sagt Marcus Schmid, der beruflich im Familienbetrieb tätig ist, rückblickend.

Vom FSV Mainz 05 war Schmid vor der Saison zum 1. FC Köln gewechselt. Der beidfüßige Stürmer hatte längst das Interesse vieler Klubs geweckt. Der FC Bayern und RB Leipzig beispielsweise hatten ihm ihre Leistungszentren vorgestellt, letztlich entschied sich der Teenager für die Geißböcke, bei denen er seit vielen Jahren schon Mitglied ist. Quasi eine Herzenangelegenheit. Der Tag beginnt in aller Regel um 7 Uhr in der Frühe und endet gegen 20 Uhr. Schule, Training, Wäschemachen. Freie Zeit blieb nur wenig. Mit 18 Jahren will Schmid das Fachabitur in der Tasche haben und in einem anschließenden Freiwilligen Sozialen Jahr in den Profi-Fußball hineinschnuppern. Bis Juni 2021 läuft sein Vertrag.

Der 1. FC Köln zählte in der West-Gruppe der B-Junioren-Bundesliga zu den Mitfavoriten und wurde dieser Rolle auch gerecht. In der Vorrunde gehörte Schmid bei den Rheinländern zum Stammpersonal, wurde in der Rückrunde durch muskuläre Verletzungen immer wieder ausgebremst und musste im jüngeren Jahrgang, der U16, wieder herangeführt werden. Die Mannschaft von Martin Heck beendete die Saison auf Rang zwei, Der FC Bayern mit Trainer Miroslav Klose wurde in der Runde der letzten Vier mit 1:0 und 4:0 bezwungen. Und im Finale gab’s das Wiedersehen mit der Borussia; mit Happy End. Immer dabei: die Schmids aus Ranstadt. Teilweise drei Autos fahren vollbesetzt aus der Wetterau-Gemeinde zu den FC-Spielen.

Schnelligkeit und Geradlinigkeit vor dem Tor nennt Schmid seine Stärken. Ex-Profi Christian Wück - heute Trainer der Nachwuchs-Nationalmannschaft - hatte den Wetterauer Bub im Mai letzten Jahres, damals noch als U15-Spieler, in einem Länderspiel zum Einsatz gebracht. In Nordhorn unterlag Deutschland den Niederlanden mit 1:2. Schmid erzielte den ersten Länderspieltreffer des Jahrgangs 2003. "Das war und ist schon eine aufregende Sache", sagt er mit Blick auf die Einladungen des DFB, die den Weg in den Profifußball aufzuzeigen schienen. Das aber sei noch ein sehr weiter Weg.

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