Kleine Stars

Diese kleinen Stars haben ein eigenes Sticker-Album

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Wer fehlt noch? Wer hat wen doppelt? Das Stickeralbum mit Fotos der Sportler des SV Ober-Mörlen und der JSG Oberhessen ist auf dem Markt. Die Begeisterung ist riesig.

Ich hab die Mama doppelt", ruft ein Blondschopf im grasgrünen Fußballtrikot. "Ich hab mich jetzt", ruft sein Freund. Mit glühenden Wangen durchstöbern die Jungs ihre Stickerpäckchen, tauschen Bildchen hin und her und kleben die ersten Trophäen ins nagelneue Sammelalbum. "Kuck mal, jetzt hab ich Dich gezogen", freut sich am Stehtisch nebenan eine junge Frau über das Mini-Konterfei ihres Mannes. Wieder einen Tisch weiter breitet ein Nachwuchskicker seine gesammelten Werke aus.

"Winkes gibt’s sicher siebenmal", vermuten die Kumpel von Mats Winkes. Schließlich ist er nicht der einzige Spross der Familie, den das Fußball- und jetzt auch das Sammelfieber erwischt hat. Seit Samstag grassiert dieses Fieber in ganz Ober-Mörlen, in Steinfurth und Schwalheim. Vermutlich wird es sich weit in die Wetterau hinein ausbreiten. Das Gute daran: Es ist zwar (vermutlich) ansteckend, aber nicht gesundheitsschädlich. Und: Hier werden Träume wahr, hat doch jeder Kicker seinen eigenen Sticker, auch ohne Bundesliga-Profi oder Nationalspieler zu sein.

Ausgelöst wurde die Sammelleidenschaft durch die Idee vom eigenen Stickeralbum für alle Teams und Trainer beim SV Ober-Mörlen und bei der JSG Eintracht Oberhessen. Insgesamt 309 verschiedene Sticker können seit Samstag gesammelt, getauscht und in das dazu gehörige Album geklebt werden. Geboren wurde die Idee von Mirco Weisenborn, dem jungen Inhaber des Ober-Mörler Rewe-Marktes, und Stefan Schraub vom SVO. Der Verein war bald Feuer und Flamme für das Projekt. Mit der Berliner Firma "Stickerstars" holten sie sich einen versierten Partner ins Boot, gewannen Sponsoren und stellten ein Projektteam auf die Beine.

Identifikation stärken

"Das Stickerprojekt soll nachhaltig die Kommunikation, den Teamgeist und die Identifikation innerhalb des Vereins stärken", betont Schraub, der im SV-Vorstand für Öffentlichkeit & Sponsoring zuständig ist. In dem halben Jahr zwischen Vertragsunterzeichnung und Kickoff-Party am vergangenen Samstag legten sich mit Weisenborn und Schraub im Projektteam Christian Klamm und Sebastian Schaller ins Zeug, steckten Helfer an und arbeiteten eine lange To-do-Liste ab.

Besonders zeitaufwendig war nach dem Fotoshooting für alle 255 "Stickerstars" die Zuordnung der Bilder zu den richtigen Namen, Teams und Funktionen. "Wir haben uns die größte Mühe gegeben und hoffen, dass uns keine Fehler unterlaufen sind. Falls doch, bitten wir dies zu entschuldigen." Poster und Banner wurden überall im Ort aufgehängt. Eine Woche vorm Kickoff waren dann auch die Girlanden fertig, die das SV-Team mit den auf DIN A4 vergrößerten Stickern herstellte. Im Rewe-Markt an der Hasselhecker Straße ziehen sie seither nicht nur die Blicke der Kicker auf sich. Jeder bleibt stehen und staunt.

"Das war ein Riesenspaß für die Kinder und alles toll organisiert. Das muss man einfach unterstützen", erzählt Bianca Herrmannsdörfer. Am Samstag beim Kickoff war die Steinfurther Co-Trainerin D-Junioren bei der JSG Eintracht Oberhessen die Glückliche, die das erste Stickeralbum geschenkt bekam. Weisenborn und Schaller hatten sie aus dem Stickerpäckchen gezogen, das sie zum Projektstart gemeinsam öffneten. Der Jubel und der Andrang waren riesig. Keine Halbzeit (45 Minuten) später waren am SVO-Stand die 125 Stickeralben verkauft, die der Rewe-Markt dem Verein geschenkt und damit eine satte Spende mit auf den Weg gegeben hatte – nicht mitgerechnet die Alben, die an der Supermarktkasse reihenweise die Besitzer wechselten.

Vereinskasse klingelt

Begeistert zeigten sich alle vom Layout des Albums. Neben den Spielern dürften auch die Hintergrundbilder vom Sportplatz und vom frisch herausgeputzten Vereinsheim bleibenden Erinnerungswert haben. "Von jedem Sammelalbum geht ein Euro in die Vereinskasse", erklärte Rewe-Chef Weisenborn. Eigene Stickeralben, so Weisenborn, gebe es auch schon für Fastnachtsvereine in den Karnevalshochburgen an Rhein und Main, warum also nicht auch an der Usa? Im Vorjahr hatte auch der Eishockey-Nachwuchsverein Rote Teufel ein Stickeralbum auf den Markt gebracht. Für das Gemeinschaftsgefühl und den regionalen Bezug sei die Aktion Gold wert.

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