Jan Diehl (l.) und David Friedrich vom Aero-Club Bad Nauheim sind in ihren jeweiligen Klassen die besten Kunstflugpiloten Deutschlands. FOTO: PM
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Jan Diehl (l.) und David Friedrich vom Aero-Club Bad Nauheim sind in ihren jeweiligen Klassen die besten Kunstflugpiloten Deutschlands. FOTO: PM

Diehl und Friedrich siegen

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(pm). Jan Diehl und David Friedrich vom Aero-Club Bad Nauheim haben bei den deutschen Kunstflugmeisterschaften in Gera jeweils in ihrer Klasse den Sieg geholt.

Lange sah es so aus, als ob der mit viel Vorlauf in Ostthüringen geplante Wettkampf, bei der Kunstflugpilotinnen und -piloten aus ganz Deutschland in vier Klassen um die deutsche Meisterschaft fliegen, aufgrund der Coronavirus-Pandemie gar nicht stattfinden kann.

Erst spät war klar, dass mit den Lockerungen, einem Hygienekonzept und eines im Gegensatz zu früheren Jahren kleineren Teilnehmerfeldes trotz des Virus geflogen werden kann.

Jan Diehl, 29, Berufspilot, trat in der sogenannten Intermediate Klasse mit seiner Extra 300 SHP an, die er seit etwa anderthalb Jahren fliegt.

David Friedrich, 30, und beruflich auf dem rechten Sitz eines Airbus-Frachters unterwegs, entschloss sich erst kurz vor Beginn zur Teilnahme mit einer geliehenen Extra 330LX, auf der er auch nur wenige Trainingsstarts absolvieren konnte, und flog deshalb in der Einsteiger-Klasse, der sogenannten Sportsman.

Mit den beiden Extras standen den Piloten Hochleistungsflugzeuge zur Verfügung, die eigens für den Kunstflug konstruiert und gebaut wurden. Mehr als 300PS Leistung aus mächtigen Sechszylindern und die Fähigkeit, das 10fache des Fluggewichts an Belastung auszuhalten, machen die Konstruktionen von Walter Extra zum Quasi-Standard im internationalen Motorkunstflugsport.

In der Sportsman- und Intermediate-Klasse werden zunächst die bekannten Pflichtprogramme geflogen, die vor dem Wettbewerb bereits bekannt sind und entsprechend trainiert werden können. Bei den anschließenden Wertungsrunden werden die Figurenfolgen, die vor den kritischen Augen der Wertungsrichter demonstriert werden müssen, erst kurz vor dem Flug bekannt gegeben.

Praktisches Training ist dann nicht möglich, es bleibt den Piloten nur die mentale Vorbereitung, um die Figuren später in einem 1-Kubikkilometer großen Würfel, der sogenannten "Box" bei Geschwindigkeiten bis 350 Kilometer pro Stunde und Beschleunigungen bis zum achtfachen des eigenen Körpergewichts sauber und korrekt abzufliegen.

Diehl dominierte die Intermediate-Klasse vom ersten Wertungsflug an, entschied jede der vier Wertungsrunden für sich und landete so souverän auf dem Siegerpodest in seiner Klasse, vor Justus Schiedek-Jacht und dem Gelnhäuser Benjamin Schaum.

In der stärker besetzten Sportsman-Klasse lieferte sich Friedrich bis zum letzten Durchgang ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei mit Michael Storek. Der zeigte mit seiner betagten Zlin 526 AFS, einer tschechischen Konstruktion aus den sechziger Jahren, dass man auch mit einem Oldtimer in dieser Klasse noch ganz vorne mitfliegen kann. Der bis zum letzten Wertungsflug führende Ingo Sturhan musste den Flug aufgrund eines technischen Problems wiederholen, aber aufgrund des Reglements eine Nullwertung für eine Figur hinnehmen. Am Ende bedeute das dann nur Platz drei und Friedrich durfte sich vor Storek über den Meistertitel freuen.

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