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Höhenflug: Gordon Posch von der LG ovag Friedberg-Fauerbach überspringt bei seinem Wettkampf in Mannheim erstmals 5,61 Meter im Freien.

Die "Deutschen" können kommen

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(jn/phk). Gordon Porsch von der LG ovag Friedberg-Fauerbach ist im wahrsten Sinne des Wortes weiter auf dem Höhenflug. Bei einem Testwettkampf in Mannheim wenige Tage vor den deutschen Meisterschaften am Wochenende in Berlin, wo die Tickets für die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha (September/Oktober) vergeben werden, steigerte der Stabhochspringer seine Bestmarke auf 5,61 Meter. So hoch war Porsch im Freien zuvor noch nie gesprungen.

Die erneute Leistungssteigerung war absehbar: Nachdem er als überraschender Vizemeister im Februar 2018 mit seinem Hallensprung über 5,61 Meter erstmals deutschlandweit in Erscheinung getreten war, war es in den Monaten danach aufgrund von diversen Verletzungen und Infekten ruhig um Porsch geworden. Doch das gute störungsfreie Training der letzten Wochen ließ den Stabhochspringer zuletzt immer stabiler und selbstbewusster springen.

"16 Monate harte, konzentrierte und strukturierte Trainingsarbeit", erklärt Trainer und Vater Dietmar Porsch das Erfolgsrezept des Duos. "Parallel das normale Leben mit Lehramtsstudium und Zukunftsplanung für den Alltag - ich denke, wir haben auf unserem Weg einiges dazugelernt."

Sieben Wetterauer in Berlin am Start

Für Porsch geht es nun wie für sechs Athleten aus der Wetterau am Wochenende um alles bei den "Finals" in Berlin. Erstmals vereint die Veranstaltung zehn deutsche Meisterschaften mit insgesamt über 3000 Sportlern, nämlich im Bahnradsport, Bogensport, Boxen, Kanu, in der Leichtathletik, beim Modernen Fünfkampf, Schwimmen sowie im Turnen, Triathlon und Trial. Aus heimischer Sicht gehen alle sieben Athleten im Olympiastadion bei den Wettbewerben der Leichtathleten an den Start.

Die größte Hoffnung auf eine Medaille darf sich wohl Sprinter Steven Müller machen. Der EM-Halbfinalist über 200 Meter hofft auf seiner Paradedisziplin aber nicht nur auf einen Podestplatz, sondern auch auf die WM-Norm. Seine aktuelle Saisonbestleistung von 20,46 Sekunden ist nur sechs Hundertstelsekunden über der Norm des Deutschen Leichtathletikverband für die Meisterschaften in der Hauptstadt Katars. Außerdem geht er über 100 Meter an den Start, wo er mit 10,40 Sekunden zumindest gute Aussichten auf das Halbfinale hat. Der Kasseler Student freut sich auf die Rückkehr ins Berliner Olympiastadion, wo er vor ziemlich genau einem Jahr seinen ersten großen internationalen Auftritt hatte. "Ich will in Berlin Bestzeit laufen", sagte der 28-Jährige unter der Woche gegenüber der "Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen" (HNA), der in den vergangenen Wochen bei etlichen Wettkämpfen Topleistungen abgeliefert hat. Auch Müllers Trainer Otmar Velte, der am Sonntag in Berlin vor Ort ist, gibt sich optimistisch: "Wir haben zuletzt im Bereich der Maximalgeschwindigkeit gearbeitet und wollen diese jetzt halten."

Ebenfalls auf der blauen Bahn gehen das Rendeler Geschwisterpaar Marc und Lara Tortell an den Start. Die TV-Mittelstreckenläufer sind über die 1500 Meter bzw. 800 Meter am Start. Für beide wäre eine Top-Ten-Platzierung ein starkes Ergebnis. Über die 1500 Meter der Männer ebenfalls auf der Starterliste stehen die Dauernheimer Brüder Lukas und Marius Abele, die für den SSC Hanau-Rodenbach starten. Die Vorleistung, mit der Lukas Abele anreist, macht ihn zur Nummer fünf des Feldes - ein Blick auf die Medaillenränge scheint also durchaus möglich. Als siebter Starter geht Lars Hieronymi von der LG ovag Friedberg-Fauerbach ins Rennen. Er tritt über 400 Meter an, gilt dort aber angesichts der vierschlechtesten Zeit als Vorleistung wohl eher nur als Außenseiter.

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