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Derbyzeit in der Wetterau: Während Noah Pölitz (Mitte) mit dem Türkischen SV Bad Nauheim nach Dortelweil muss, sind Karim Döring (links) und Anes Hamidovic mit ihrem SKV Beienheim Gast des FC Karben.

Derbys in Dortelweil und Karben

  • VonLeon Alisch
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(lab). Zwei Spieltage stehen in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West dieses Jahr noch bevor. Und während der eine die nahende Winterpause herbeisehnt, hat der andere noch ambitionierte Ziele für die Vorweihnachtszeit. Darunter der SKV Beienheim, der mit einem Sieg gegen den FC Karben am Sonntag unbedingt auf Rang drei klettern möchte. Auch der SC Dortelweil setzt sich als Ziel, seine bisherige »Sahne-Saison« mit drei Punkten gegen den Türkischen SV Bad Nauheim weiterzuführen.

Der TSV gerät dagegen immer mehr ins Taumeln, es fehlt die Stabilität. Auch beim Vorletzten SV Gronau blickt man auf schwierige Monate zurück und hofft nun, die Winterpause für sich nutzen zu können.

SC Dortelweil - Türk. SV Bad Nauheim (Sonntag, 15 Uhr): Was vor nicht mal einem Monat noch das Wetterauer Topspiel war, hat nun einen anderen Charakter. 20 Punkte trennen die Kontrahenten voneinander. Erfolg trifft auf Unsicherheit. Tabellenführer Dortelweil spielte eine bockstarke Hinrunde und zeigte der Liga die Richtung auf. Mit schnellem Umschaltspiel und einem starken Zentrum gelingt dem Tabellenführer aktuell der Spagat zwischen Offensive und Defensive besonders gut. 23:2 Tore aus den vergangenen fünf Spielen zeigen das eindrucksvoll. Da kann man sich im Training auf Feinheiten konzentrieren: »Wir haben diese Woche das Positionsspiel fokussiert, was im ersten Durchgang gegen DJK nicht gut war. Es geht darum, in Tiefe und Breite präziser zu stehen«, sagt Co-Trainer Julian Mistetzky.

Beim TSV sind die Probleme ganzheitlicher: Letzte Woche erwischte die Mannschaft in Fauerbach einen ganz schlechten Tag, dabei war man zuvor im Aufschwung. Besonders auf den sonst so starken Sturm ist zurzeit kein Verlass. Und mit Dortelweil hat man nicht gerade einen Aufbaugegner vor der Brust.

FCO Fauerbach - Usinger TSG (Sonntag, 15 Uhr): Es geht ja doch, wenn nur der Wille da ist. Das hat Olympia vor einer Woche mit einem fulminanten 4:0-Sieg gegen den Türkischen SV gezeigt - und will nun gegen Usingen daran anknüpfen. »Wir haben einfach mal unsere Qualitäten und unser Potenzial gezeigt. Das war ein klasse Spiel«, sagt FCO-Trainer Andreas Baufeldt. Kommt jetzt mit der Usinger TSG der ideale Gegner? Die Gäste haben nur zwei Punkte mehr als Fauerbach auf dem Konto und gleichermaßen vor einer Woche dreifach gepunktet. »Ich denke, Usingen ist eine offensiv starke Mannschaft, bei der einzelne Spieler den Unterschied machen könnten«, mutmaßt Baufeldt. Es wird - wie so oft - auf die Tagesform ankommen.

FSV Friedrichsdorf - SV Steinfurth (Sonntag, 15 Uhr): Die Luft wird immer dünner für Steinfurth. Allerdings war von Anfang an klar: Das wird keine Saison mit vielen Erfolgen für den Club - das wird eine Saison zum Erfahrungensammeln, zum Kennenlernen, zum Finden. Und zuletzt wurde das wieder mal deutlich: Ein 0:5 gegen Niederrad im »Kellerduell« - viele Mannschaften haben der jungen Elf der Steinfurther einiges voraus. Vermutlich auch der FSV Friedrichsdorf: Der Tabellenneunte spielt nicht unter den Top fünf mit, sondern hat sich im Mittelfeld einquartiert. Drei Unentschieden in Folge und eine Pleite zeigten zuletzt deutlich, wo die Mannschaft tabellarisch hingehört. Darunter auch ein 0:3 im Friedrichsdorfer Derby gegen die Sportfreunde. Am Sonntag sind die Rollen allerdings klar verteilt: Friedrichsdorf liebäugelt mit den drei Punkten, und Steinfurth muss als Außenseiter das Beste aus der aktuellen Lage machen.

SV Gronau - 1. FC-TSG Königstein (Sonntag, 15 Uhr): Kurz war er da, der Gronauer Aufschwung. Doch dann wurde wieder deutlich, warum die Mannschaft in dieser Saison solche Probleme hat. Es ist die Konstanz. Sobald der Mannschaft drei bis vier wichtige Akteure fehlen, was zu häufig vorkommt, muss man einstecken. Zuletzt bei einem 1:5 gegen Usingen. Vier kurzfristig erkrankte Spieler machten den Gronauern einen Strich durch die Rechnung, für Sonntag hofft man nun auf Vollbesetzung. Immerhin hat man bereits einen Zugang zu verkünden: Soufian Mirroche verstärkt die Mannschaft im Sturm. Er spielte bereits für RW Walldorf in der A-Jugend-Hessenliga, war zuletzt allerdings beruflich verhindert und ist demnach sofort spielberechtigt. Am Sonntag sitzt er vermutlich erst mal auf der Bank.

FC Karben - SKV Beienheim (Sonntag, 15.30 Uhr): Zwei Mannschaften mit Aufwind, starker Offensive und Wetterauer Flair. Der Unterschied: Ein Team durfte zuletzt pausieren. Beienheim war am vergangenen Sonntag spielfrei und hatte so Zeit, die Akkus aufzuladen. »Wir haben ja unsere eigene ›Premier League‹ gespielt und hatten gefühlt mehr Spiele als Chelsea«, scherzte SKV-Trainer Matthias Tietz. Und so war man ganz froh, mal ein paar Tage keinen Ball am Fuß zu haben. Seit einigen Tagen liegt der Fokus allerdings vollends auf dem Derby in Karben. »Wir wollen bis zur Winterpause noch auf Platz drei vorrücken und 43 Punkte erreichen«, sagt Tietz. Das bedeutet, zwei Siege müssen her.

Nicht unmöglich, doch Karben wird etwas dagegen haben. Der Tabellenachte zeigte unter der Woche gegen Neu-Anspach einen starken Auftritt und verpasste nur knapp die drei Punkte. Man hat gesehen, was die Mannschaft kann: Laufen, kombinieren, sprinten. Was sie nicht kann: Chancen nutzen. Davon kann auch Beienheim ein Lied singen. Beide Klubs hadern seit Saisonbeginn ein wenig mit der Chancenauswertung.

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