Derby unter Druck

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(gae/tim). Die Spieler der Gießen 46ers sind heiß auf das Nachbarschaftsduell in der Basketball-Bundesliga (BBL) mit den Frankfurt Skyliners, das am Samstag (18 Uhr) in der Fraport-Arena in Höchst steigt. Und nicht nur Gießens Eigengewächs Alen Pjanic ist sich der Bedeutung dieses Matches bewusst: "Unser erstes Spiel im Jahr 2020 und direkt ein Derby - leider auswärts - aber unsere zahlreich mitreisenden Fans werden schon für Stimmung sorgen, da bin ich mir sicher! Wir müssen als Team diese Energie aufschnappen und auf das Spielfeld projizieren."

Die Lage:Es könnte durchaus besser laufen - für beide Teams. Die Skyliners kommen einfach nicht raus aus dem Tabellenkeller. Im ersten Spiel des neuen Jahres kassierten sie in Göttingen eine 77:89 (43:41)-Niederlage und damit die dritte in Folge und schon die neunte im 13. Spiel. Damit stehen sie im Hessenderby gegen die punktgleichen 46ers gewaltig unter Druck. Auf die Playoffs brauchen die Skyliners in dieser Verfassung ganz sicher nicht zu schielen, der Tabellenletzte Weißenfels steht nur vier Zähler hinter ihnen. Auch die Gießener weisen nach zwölf Spielen nur vier Siege auf. Der Druck wächst also trotz nur eines BBL-Absteigers auch für die Lahnstädter, schnellstmöglich Siege einzufahren, um nicht in den Abstiegskampf verwickelt zu werden.

Die Fans:Während sich das Interesse der Frankfurter Anhänger für die Derbys seit Jahren in Grenzen hält, sind es für die Gießener Schlachtenbummler die Spiele der Saison. Um die 500 46ers-Fans werden sich am Samstag Richtung Mainmetropole aufmachen. Viele davon treffen sich vorher bereits am Gießener Hauptbahnhof. Alle wollen einen roten Dress tragen. Die Unterstützung ist dem Team also gewiss. "Ein Derby, was immer mit Emotionen verknüpft ist. Gerade die eigenen Fans im Rücken zu haben, stärkt uns ungemein", freut sich auch 46ers-Cheftrainer Ingo Freyer auf diese besondere Partie.

Die Teams:Während der Gastgeber aus Frankfurt seine Stärken in der Defense hat, sind die Lahnstädter eher ein offensiv orientiertes Team. Bester Scorer im Gleim-Team ist Lamont Jones (knapp mehr als 18 Punkte pro Spiel). Der Combo-Guard fällt aber auch durch seine Schnelligkeit sowie Athletik auf und bedient seine Mitspieler exzellent (5,1 Assists pro Spiel). In guter Form sind zudem die beiden jungen Deutschen Richard Freudenberg (9,7 Punkte im Schnitt) und Center Leon Kratzer (über zehn Punkte sowie knapp acht Rebounds pro Spiel). Natürlich darf man den erfahrenen Quantez Robertson nicht aus dem Auge verlieren. Allerdings: Wie zuletzt in Ludwigsburg ließen die Skyliners am Donnerstag auch in Göttingen zu viele Offensivrebounds zu, insgesamt 14. Dazu kamen unterirdische 20 Ballverluste. Und wie schon am Montag brachen die Skyliners im dritten Viertel offensiv ein.

Im Fokus:Der Ausgang des Duells unter den Körben zwischen dem 2,12-Meter-Mann Leon Kratzer und John Bryant könnte ein Schlüssel zum Sieg sein. Gießens Center muss sich aber im Vergleich zum Bayreuth-Spiel steigern, noch körperbetonter agieren und mit aller Konsequenz den Abschluss suchen.

Personelles:Gießens Powerforward Luke Petrasek arbeitet hart an seiner Rückkehr, für das Derby kommt ein Einsatz für ihn aber nicht in Frage. Bei den Skyliners haben die zuletzt verletzten Shaquille Hines (Außenbandriss) und Akeem Vargas (Wadenzerrung) ebenso wie der nachverpflichtete Joe Rahon schon wieder mindestens zwei Spiele gemacht.

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