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Online-Kurse sind auch bei der TG Groß-Karben ein beliebtes Mittel zur Überbrückung der Pandemie.

Einfallsreich

Der Corona-Spagat

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Die TG Groß-Karben schafft es, ihre Mitglieder trotz Pandemie bei Laune zu halten. Online-Angebote sind wie so oft der Schlüssel. Dennoch wünschen sich viele den direkten Kontakt zurück.

Der klassische Mehrsparten-Sportverein hat nun schon seit etlichen Monaten den Corona-Spagat zu bewältigen. Einerseits sind sämtliche Regeln und Verordnungen zur Virusbekämpfung zu befolgen, andererseits wollen die Mitglieder bei Laune gehalten werden. Und die Finanzen sollte man nebenbei ja auch noch im Blick haben. Dass das alles kein Widerspruch sein muss, zeigt sich u. a. am Beispiel der Turngemeinde Groß-Karben.

Zum Start ins neue Jahr haben die TG-Vorsitzenden Martin Menn und Dieter Kaltwasser die Mitglieder des Vereinsrats über die aktuelle Lage des Clubs informiert: »Wir haben keine coronabedingte Austrittswelle zu verzeichnen und haben auch unsere Finanzen noch im Griff.« Beide Vorstände haben ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen, »dass wir die Zeit der Einschränkungen überstehen und dann gemeinsam das sportliche und gesellige Vereinsleben wieder starten können«.

Gleichzeitig bedankten sie sich bei allen Übungsleitern, die derzeit trotz der Pandemie Anleitungen per Video online anbieten oder ihre Gruppen über Konferenzprogramme wie Zoom zum Mitmachen bewegen. »Jedes einzelne Angebot hilft, unsere Mitglieder an den Verein zu binden.«

Obwohl es keine Austrittswelle gab und der Verein keine roten Zahlen schreibt, hat er dennoch mit den Auswirkungen der Pandemie zu kämpfen. Nicht nur das sportliche Leben ist seit Monaten fast lahmgelegt, sondern auch die Organisation des Vereins musste neue Wege beschreiten. So konnte die jüngste Vereinsratssitzung nur als Videokonferenz abgehalten werden, und auch die Abstimmung innerhalb der Vereinsführung erfolgt großenteils auf diese Weise. Die für März geplante Mitgliederversammlung musste vorerst abgesagt werden.

Auch ohne Austrittswelle ist die Mitgliederzahl der TG rückläufig. Statt 924 zu Jahresbeginn 2020 hatte der Verein Anfang 2021 - nach fast neun Monaten unter Corona-Bedingungen - nur noch 856 Mitglieder. Ein normaler Mitgliederverlust ist durch Umzüge und ähnliche Gründe zu erklären, wird nicht nur in Groß-Karben aber meist durch Neueintritte (über)kompensiert. Die gibt es jedoch seit Monaten kaum noch.

Bei der TGGK begrüßt man nicht zuletzt deshalb die Forderungen von Hessens Sportminister Peter Beuth oder Landessportbund-Präsident Rolf Müller, die zum Jahreswechsel zur Solidarität mit den Sportvereinen vor Ort aufgerufen hatten. Die TG plant denn auch eine Werbeaktion speziell in den Karbener Neubaugebieten am Park, am Kalkofen und am Selzerbrunnen.

Anders als bei den Mitgliederzahlen, halten sich im Finanziellen die negativen und positiven Auswirkungen der Krise halbwegs die Waage. Niedrigeren Einnahmen aus Mitgliedsbeiträgen, Kursgebühren und Zuschüssen steht ein geringerer Aufwand für Übungsleitervergütungen, Veranstaltungen und Instandhaltung gegenüber. Gleichwohl wird die TG Anträge stellen, um Mittel aus Unterstützungsprogrammen zu erhalten.

Kontaktpflege und Dehnübungen

Elementar zur Überbrückung des Lockdowns sind die Online-Angebote. Schon vor Weihnachten versuchte die TG, via Internet und Videokonferenzen so viel sportliche Betätigung zu unterstützen wie möglich. Diese Bemühungen werden derzeit konsequent fortgesetzt. So gibt’s auf der Facebook-Seite der TG (verlinkt mit der Homepage) weiterhin jede Woche zwei neue Fitness-Videos. Die Wettkampfturnerinnen treffen sich indes zweimal pro Woche in drei Gruppen per Zoom nicht nur zur Kontaktpflege, sondern auch für Dehnübungen und zum Krafttraining. Im Bereich Fitness und Gesundheit laufen seit 11. Januar nach und nach Online-Kurse an.

Den Anfang machte der Kurs »Rehabilitative Gymnastik bei Arthrose und Osteoporose«. Wenige Tage später folgten eine erste Gruppe Wirbelsäulengymnastik, Reha-Sport bei Atemwegserkrankungen und Reha-Sport bei Gefäßerkrankungen. Auch die Yoga- und Zumba-Kurse laufen wieder. Selbst wenn es mal das eine oder andere technische Problem gibt oder das Netz überlastet war, sind doch alle Beteiligten froh, wenigstens ein gewisses Maß an Gesundheitssport ausüben zu können.

Umso bedauerlicher, dass dies in anderen Bereichen nicht möglich ist. Kinder- und Eltern-Kind-Turnen mussten schon im Herbst eingestellt werden. Auch die Leichtathleten haben ihre Aktivitäten aus der Lockerungsphase nicht fortführen können. An Badminton-Training ist nicht zu denken. Und die Volleyballer mussten ihre Saison nach der Entscheidung des hessischen Verbands frühzeitig beenden.

Bereits Mitte Oktober 2020 haben die Faustballer ihre Übungsstunden eingestellt, weil beinahe alle zur Hochrisikogruppe gehören. Die Ringtennis-Sportler hatten im November auf dem Hartplatz an der TG-Halle eine Beleuchtungsanlage installiert, um abends wenigstens Einzeltrainings mit je zwei Spielern aus dem Leistungsbereich zu ermöglichen. Diese Möglichkeit nutzen vor allem Hendrik Freitag und Henrike Jansen im Hinblick auf die WM, die 2022 in Koblenz stattfinden soll. Vorerst aber sind auch im Ringtennis alle Wettbewerbe - darunter der Karbener »Märzenbecher« - abgesagt.

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