Den Akku aufgeladen

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(ra). Die Corona-Spielzeit 20/21 geht auf die Zielgerade. Bis zum bislang einmalig späten Saisonende am 27. Juni hat die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga noch acht Partien zu bestreiten. Nach einer fast zweiwöchigen Pause geht es mit einem Doppelpack heute beim HC Erlangen (19 Uhr) und am Samstag gegen den Bergischen HC (20.30 Uhr) gleich wieder in die Vollen.

Die aktuelle Situation: Die HSG Wetzlar spielt mit ihren 32:28 Punkten eine einmal mehr herausragende Saison, hat bislang weiteraus höher eingestufte Teams wie MT Meslungen oder SC DHfK Leipzig hinter sich lassen können - und eben auch den HC Erlangen. Die Franken stehen mit 28:32 Zählern auf einem für ihre Verhältnisse enttäuschenden Tabellenplatz 12, zumal die Unwägbarkeiten der Corona-Saison nach fast 80 Prozent der absolvierten Spieltage im Quervergleich zur gleichfalls betroffenen Konkurrenz immer weniger eine Rolle spielen.

Die Form: Trotz der Ausfälle ihre Rückraum-Trios Stefan Cavor, Olle Forsell-Schefvert und Alexander Feld, das am Ende der Spielzeit in zusammen 46 von von 114 Partien gefehlt haben wird, hat die Mannschaft von Wetzlars scheidendem Coach Kai Wandschneider zuletzt souverän mit einem Neun-Tore-Coup gegen die HSG Nordhorn-Lingen aufgewartet. In der fast zweiwöchigen Pflichtspielpause hat Trainer Wandschneider wegen notwendiger Impfpausen zwar nicht ungeeingeschränkt arbeiten, die Regeneration aber spürbar vorantreiben können. Personell plagt sich neben den Langzeitausfällen Linksaußen Maximilian Holst mit einer Oberschenkelverletzung, die höchstens einen gut dosierten Einsatz zulassen wird.

Der HC Erlangen befindet sich weiter auf einer Berg- und Talfahrt. Starke Auftritte wie bei den Rhein-Neckar Löwen (30:26-Coup) und gegen FrischAuf Göppingen (31:28-Sieg) paaren sich u.a. mit Niederlagen wie dem 29:30 bei GWD Minden. Gegen Göppingen haben im Rückraum vor allem Topscorer Simon Jeppsson und Nachwuchsmann Benedikt Kellner für Furore gesorgt. Mit welchem Kader die personell ebenso gebeutelten Erlangener auflaufen können, ist aber unklar. Zuletzt fehlte mit Petter Overby, Antonio Metzner, Sime Ivic, Klemen Ferlin, Nikolai Link, Steffen Fäth und Nico Büdel nahezu eine komplette Bundesliga-Sieben.

Das sagt Wetzlars Trainer Kai Wanmdschneider: »Mit 21 parierten Bälle hat Martin Ziemer gegen Göppingen eine Top-Leistung gezeigt«, verweist Wandschneider auf die starke Form des HCE-Keepers, »Erlangen hat zwar ein großes Lazarett, ist aber auf jeder Position dreifach besetzt und kann - wie gegen die Rhein-Neckar Löwen und Göppingen bewiesen - viele Ausfälle kompensieren. Es wird mit Sicherheit eine schwere Auswärtspartie.« Wandschneider erinnert sich gerne an das 28:28 vor drei Monaten in der Hinrunde, als sein Team einen 12:19-Rückstand noch aufholte und Maximilian Holst mit seinem verwandelten Siebenmeter in der Schlusssekunde noch den einen Punkt rettete.

Was sagt Erlangens Trainer Michael Haaß? »Erst einmal haben wir natürlich nach der letzten Partie viel Selbstvertrauen dazugewonnen. Unsere Mannschaft ist voller Energie. Trotzdem sollten wir jetzt nicht den Fehler machen und denken, dass das von alleine läuft. Mit Wetzlar kommt ein Gegner, der große Mannschaften schon geärgert hat und ähnliche Personalprobleme hat wie wir, der sich sehr gut arrangiert hat mit seiner Personaldecke. Man weiß nie genau, was passiert.«

Prognose: Steht die Wetzlarer Abwehr mit einem funktionierenden Torwart-Duo dahinter und klappt darüber die Spieleröffnung - trotz des Fehlens von Olle Forsell Schefvert - in die zweite Welle, haben die Grün-Weißen eine Chance, etwas aus dem Fränkischen mitzunehmen.

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