DEL-Klubs sind in großer Sorge

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(sid). Die deutschen Eishockey-Klubs sind mit Blick auf den Saisonstart im Herbst in Sorge. Sollte es im September wegen der Pandemie noch nicht wieder in vollen Hallen aufs Eis gehen, droht der Kollaps.

Angeblich könnten nur fünf der 14 Klubs in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) eine längere Zeit ohne Spielbetrieb durchhalten. "Wir planen jetzt erst mal darauf hin, dass wir normal anfangen können", sagte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripck, es werde mit allen Partnern gesprochen, "ohne Panikmache".

Geisterspiele wären für die DEL-Klubs keine Alternative, machen die Ticketeinnahmen doch mehr als die Hälfte der Etats aus. Die Kosten für die Eishallen sind hoch, die TV-Gelder gering. Dauerkarten, im Sommer die wichtigste Einnahmequelle, können die Klubs guten Gewissens aktuell nicht verkaufen. Sponsoren, durch die Corona-Krise häufig selbst in Not, brechen weg.

"Jeder hat Respekt, nennen wir es auch Angst, was die Zukunft betrifft", sagte Geschäftsführer Wolfgang Gastner von den Nürnberg Ice Tigers. Auch wenn Tripcke betont, er habe "keine schlaflosen Nächte", wird längst an einem "Plan B" gearbeitet. "Corona-Klauseln" in den Spielerverträgen könnten helfen, "für den Fall, dass wir nur verspätet spielen können. Sei es über Zustimmung zur Kurzarbeit oder zu anderen Klauseln", erklärte Tripcke.

Sollte erst im Winter wieder vor Zuschauern gespielt werden können, wäre wohl eine Verkürzung der Hauptrunde unumgänglich. "Wir sind im Eishockey nicht so flexibel wie vielleicht im Fußball, wo ein Stadion letztlich nur für die Spiele genutzt wird", erklärte Tripcke: "Wenn wir alle wieder spielen dürfen und die Arenen wieder alle genutzt werden können, dann sollen und wollen ja auch alle Konzerte nachgeholt werden. Das ist dann alles nicht so ganz einfach."

Festgehalten werden soll trotz der ungewissen Zukunft an der Wiedereinführung des Auf- und Abstiegs - auch wenn die Probleme für die Zweitligisten mindestens genauso groß sind. Allerdings ist fraglich, wie viele DEL2-Klubs die Sicherheiten in Höhe von 860 000 Euro für die DEL-Lizenz hinterlegen können.

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