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Mara Guth vom TC Bad Vilbel genießt ihren Auftritt auf dem Bad Homburger Centre Court, scheidet in Runde eins aber aus.

Das Talent blitzt kurz auf

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(rku/bf). Bei der ersten Auflage der Bad Homburg Open ist der Rasenplatz im Kurpark für die meisten Spielerinnen Neuland - mit zwei Ausnahmen: Angelique Kerber, frühere Weltranglisten-Erste und Grand-Slam-Siegerin, sowie das Merzhausener Talent Mara Guth (TC Bad Vilbel) hatten bereits das Vergnügen. Im vergangenen Jahr hatten sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit ihren Mixed-Doppelpartnern den Bad Homburger Centercourt eingeweiht.

Die WTA-Turnier-Premiere musste wegen der Pandemie verschoben werden.

Während Kerber nun beim Wimbledon-Vorturnier gesetzt ist, trat Lokalmatadorin Mara Guth mit einer Wildcard an. Die 17-Jährige traf gestern in der Qualifikationsrunde auf die 24-jährige Nadia Podoroska. Nach etwas mehr als einer Stunde musste sich Guth der argentinischen Nummer 40 der Weltrangliste mit 0:6 und 3:6 geschlagen geben.

Obwohl die Gegnerin an diesem Nachmittag (noch) eine Nummer zu groß war, so hinterließ Guth auf dem Centre Court doch einen ordentlichen Eindruck. Am Ende des ersten Satzes konnte sie drei Satzbälle abwehren. Anfang des zweiten Satzes blitzte Guths Talent auf. Mit ihren ersten beiden Assen sowie einem starken Volley am Netz holte sie sich das erste Spiel. Später stand es 3:3, ehe die 24-jährige Podoroska davonzog. »Man darf nicht vergessen, dass hier eine Schülerin gegen einen Profi gespielt hat. Wenn es da keinen Unterschied gäbe, würden die Profis etwas falsch machen«, erklärte Vater Michael Guth nach dem Match. Am Montag tritt seine Tochter zusammen mit Julia Middendorf (Vechta) im Doppel an.

Schon im zarten Alter von vier Jahren stand Mara Guth erstmals auf einem Tennisplatz. Nach sportlichen Vorbildern musste sie nicht lange suchen. Mutter Nicole ist erfolgreiche Spielerin und Trainerin beim Usinger THC. Die Familie hatte großen Einfluss auf ihre sportliche Laufbahn, ein familiäres Umfeld war ihr auf allen Stationen ihrer Laufbahn gewiss. Vater Michael steht ihr als Manager und Förderer zur Seite.

Das »Team Guth« ist gemeinsam bereits weit gekommen. Mit nur zehn Jahren kürte sich Mara Guth 2013 unter Anleitung des ehemaligen argentinischen Weltranglistenspielers Carlos Tarantino erstmals zur Hessenmeisterin. 2015 führte die Rechtshänderin das DTB-Ranking der Altersklasse U12 an. Tennisexperten zählten sie zum damaligen Zeitpunkt längst zu Deutschlands Toptalenten. 2016 spielte sie parallel zu ihrem Engagement in der Jugend ihres Heimatvereins Usinger THC schon für die Damenmannschaft des TC Bad Vilbel in der Regionalliga.

Jüngster Lohn für all die Mühen war ein starker Auftritt beim Nachwuchsturnier der French Open. Dort musste sie sich erst im Viertelfinale der Russin Oksana Selekhmeteva geschlagen geben. Nach dem Turnier kletterte Guth in der Junioren-Weltrangliste um 18 Plätze weiter nach oben und belegt nun den 22. Rang. Zumindest in Deutschland gibt es derzeit keine Spielerin, die besser ist.

Neben dem Tennissport samt den zahlreichen Reisen legt »Team Guth« großen Wert auf die schulische Ausbildung. Um Leistungssport und Unterricht bestmöglich unter einen Hut zu bringen, wechselte Mara Guth als Teenager von der Christian-Wirth-Schule an eine Sportschule in Mannheim.

Heute schlagen die Stars auf

Derweil steht Andrea Petkovic im Achtelfinale. Die Darmstädterin gewann am Sonntag ihr Auftaktspiel gegen die Rumänin Sorana Cirstea mit 6:3, 6:4. Bei der mit 235 238 Dollar dotierten Veranstaltung erreichte auch Tamara Korpatsch die nächste Runde. Die Hamburgerin rang Rebecca Peterson aus Schweden mit 7:5, 2:6, 7:6 (7:5) nieder. Angelique Kerber und die Stars der Szene um Petra Kvitova, Sloane Stehphens und Victoria Azarenka starten erst an diesem Montag ins Turnier.

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