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Der SC Dortelweil eilt in der Gruppenliga Frankfurt-West von Sieg zu Sieg. Die Mannschaft um Leon Wiehl (l./gegen Gronaus Fabio Pinto da Silva) kann am heutigen Abend mit einem Sieg über den FSV Friedrichsdorf bis auf vier Punkte an Tabellenführer Spvgg. 05 Oberrad heranrücken.

SCD im Höhenflug

Darum ist der SC Dortelweil in der Gruppenliga Frankfurt-West momentan auf der Überholspur

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Der SC Dortelweil ist aktuell der ärgste Verfolger von Gruppenliga-Spitzenreiter Spvgg. 05 Oberrad. Danach hatte es zu Saisonbeginn nicht ausgesehen. Doch das Team hat sein Erfolgsrezept gefunden.

Die Frage, welcher Klub in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt-West überhaupt dem souverän führenden Spitzenreiter Spvgg. 05 Oberrad (31 Punkte) in die Quere kommen könnte, ist durchaus berechtigt, obwohl erst 13 Spieltage über die Bühne gegangen sind. Anzeichen von Schwäche waren bei den Kickern aus dem Frankfurter Osten in den vergangenen Wochen jedenfalls nicht erkennbar. Ähnlich konstante Erfolgsmeldungen verbuchte bislang nur ein Rivale der "Nullfünfer": der Wetterau-Vertreter SC Dortelweil. Am heutigen Mittwochabend (Anpfiff: 20 Uhr) bietet sich der Mannschaft von SCD-Coach Frank Ziegler die günstige Gelegenheit, Position zwei zu festigen und gleichzeitig den Rückstand auf den Liga-Leader von sieben auf nur noch vier Zähler zu verringern. Voraussetzung dazu ist allerdings ein Sieg vor eigenem Publikum im Nachholspiel über den im Tabellenkeller steckenden FSV Friedrichsdorf.

SC Dortelweil: Nach schwachem Auftakt folgte die Jagd von Tabellenführer Spvgg. 05 Oberrad

Dass sie im Dortelweiler Lager nach mäßigem Saisonstart (Auftaktremis in Neu-Anspach, Heimniederlage gegen Oberrad) durchgestartet sind, kommt nicht von ungefähr. Hans Wrage, in der zweiten Saison der Sportliche Leiter im Bad Vilbeler Stadtteil, hat dafür eine einfache Erklärung: "Personell sind wir viel besser aufgestellt, als in all den Jahren zuvor. Das zahlt sich jetzt aus." Der Gruppenliga-Kader umfasse etwa 25 Spieler, "und alle sind im bisherigen Saisonverlauf bereits zum Einsatz gekommen."

Der Weg in die Spitzengruppe:Ab dem 11. August (dritter Spieltag) holten die Dortelweiler unter der Regie des Markus-Beierle-Nachfolgers Frank Ziegler und seinem Co-Trainer Julian Mistetzky, der auch als Abwehr-Chef fungiert, sieben Siege und zwei Remis in Serie. Man schlug die hochgewettete Usinger TSG mit 5:1, gewann gegen die DJK Bad Homburg, in Königstein und gegen Fauerbach, erkämpfte sich in Oberrad sowie beim Aufsteiger TSG Niederrad ein Remis und sammelte aus den letzten drei Partien gegen Gronau, Vatanspor Bad Homburg und gegen den FC Karben ohne Gegentor optimale neun Zähler. Lediglich 15 Gegentreffer weisen die SCD-Defensive als stabilste aller Gruppenliga-Abwehrreihen aus. "Hinten nur wenig anbrennen lassen, war eine der Forderungen, die es umzusetzen galt. Ich denke, das ist uns gelungen", sagt Mistetzky.

SC Dortelweil: Von Titelambitionen nichts zu spüren

Erfolgsgeheimnis:Ziegler und Mistetzky setzten vom Start weg auf taktische Flexibilität - und mittlerweile beherrscht das Team alle Varianten. Ob hinten mit Dreier- oder Viererkette, im Angriff mit der Doppelspitze oder drei Stürmern - der SC Dortelweil ließ so gut wie keine Schwächen erkennen. "In den letzten Jahren gab’s stets Probleme, weil sich speziell in der frühen Saisonphase durch Urlaub oder Verletzungen die Anzahl der einsatzfähigen Spieler auf das Notwendigste reduzierte. Jetzt sieht es anders aus, denn wir haben ohne Qualitätsverlust in der Breite enorm zugelegt", wähnt Hans Wrage sich und den Verein auf dem richtigen Weg. Und tatsächlich könnte man glatt zwei SCD-Teams stellen, und beide wären definitiv gruppenligatauglich (siehe Kasten). Lediglich für Keeper Yannick Rühl gibt’s kaum Alternativen, weil Neuzugang Nicolai Antonii, der hinter Rühl als Nummer zwei zwischen den Pfosten vorgesehen war, den Klub wieder verlassen hat.

Titelambitionen:"Wir freuen uns, dass wir vorne mitspielen und wissen, dass die Mannschaft das Zeug dazu hat. Aber wir stehen nicht unter Druck. Springt am Ende Platz drei, vier oder fünf heraus, ist es auch in Ordnung", meint Wrage. Die Saison 2019/2020 sei, so der 53-Jährige, eigentlich ein Übergangsjahr: "Eine neue Teamstruktur, dazu ein neuer Trainer - das braucht Zeit." Teaminterne Defizite? "Die Chancenverwertung verbessern", sagt Wrage. "Die Spielkontrolle optimieren, also nicht nur 70 sondern 90 Minuten lang Tempo und Rhythmus bestimmen", ergänzt Mistetzky. Im Kampf um die Meisterschaft müsse man nicht nur die Spvgg. 05 Oberrad sondern auch Vorjahres-Vizemeister FG Seckbach und Ex-Verbandsligist Usinger TSG im Auge behalten.

SC Dortelweil: Nach zwei Heimspielen stehen zwei Derbys auf dem Plan

Oktober-Fahrplan:Beim heutigen Match gegen den FSV Friedrichsdorf fehlt Mittelfeldspieler Leon Günther (Urlaub). Christopher Pross rückt eventuell wieder in den Kader. Klar, dass Mistetzky und Co. fest mit drei Punkten rechnen, und auch am kommenden Sonntag im Heimspiel gegen die Spvgg. Fechenheim den optimalen Ertrag erwartet: "Danach geht’s zu den Lokalrivalen TSV Bad Nauheim und SKV Beienheim - dicke Brocken, aber wir wollen auch in diesen Auseinandersetzungen auf der Überholspur bleiben."

Der SCD-Kader gegen den FSV Friedrichsdorf:Rühl, Geh, Mistetzky, Eiwanger, Müller, Schlatter, Oliver Steffen, Pröckl, Dominik Steffen, Stahl, Dogot, Vancura, Bittner, Cholewa, Chiriloae, Pross.

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