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Nico Kurz aus Nidderau

Darts-WM

Darts-WM in London: Nidderauer Nico Kurz verpasst historischen Achtelfinaleinzug

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Schade, schade Nico Kurz. Der 22-jährige Nidderauer hat einen Tag vor Weihnachten seine große Bescherung bei der Darts-WM verpasst, hätte er doch deutsche Geschichte schreiben können.

Nun ist auch der letzte Deutsche bei der Darts-WM raus. Nico Kurz aus Nidderau hat das Achtelfinale im Alexandra Palace verpasst. Mit 2:4 musste er sich dem favorisierten Engländer Luke Humphries am Ende einer hochklassigen Partie geschlagen geben. Immerhin: Kurz hatte bei seinem Debüt gleich die dritte Runde erreicht - ein Kunststück, das in der Historie des Turniers bislang nur wenigen geglückt ist.

Dennoch schien Kurz nicht allzu sehr geknickt zu sein. Im Interview beim Spartensender "Sport1" sagte er kurz nach der Partie: "Es motiviert mich, es überhaupt so weit geschafft zu haben. Mein Gegner war heute einen Tick besser, er hat seine Momente genutzt und mir keine Chance gelassen. Es hat nicht sollen sein."

Darts-WM: Nidderauer Nico Kurz beweist, dass er auf die große Bühne gehört

Trotz des Erfolges, der Kurz - bis dato mit 1.000 Pfund Preisgeld beim Weltverband PDC die Nummer 222 der Welt - unter anderem 25.000 Pfund einbringt, will er weiter "nur" nebenberuflich spielen. Nach dem Flug nach Hause am Montagnachmittag und einem kurzen Urlaub geht es im neuen Jahr wieder an der Arbeit los - allerdings mit der Gewissheit, dass dies nicht der letzte Auftritt auf den großen Darts-Bühnen dieser Welt gewesen sein wird. Denn auch Weltmeister Michael van Gerwen hat bereits ein Auge auf Kurz geworfen, wie dieser am Tag zuvor nach seinem 4:0-Sieg über Ricky Evans verraten hatte. "Das hat mich etwas überrascht, aber es macht einen natürlich stolz", hatte dieser vor der Partie gegen Humphries noch gesagt. Wenn das kein gutes Omen für die Zukunft ist...

Wie schon bei seinen 3:1-Siegen in der ersten Runde gegen James Wilson sowiein der zweiten gegen Jamie Cullen zeigte Kurz aber vor 3000 Zuschauern im ersten Spiel der Nachmittagssession am Dienstag, dass er auf die größte Darts-Bühne der Welt gehört. Er spielte am Ende einen Schnitt von über 95 Punkten pro Aufnahme (drei Darts) - ein Top-Wert!

Darts-WM: Kleine Chancen nicht genutzt, kompromisslosen Gegner bekommen

Unter dem Strich musste sich Kurz dann aber dem über weite Strecken sehr effektiven und konsequenten Humphries geschlagen geben, gleichwohl der 22-Jährige, der gebürtig aus Hanau stammt, seine Chancen auch nicht so effizient nutzen konnte, wie in den beiden Runden zuvor. Bereits im ersten Satz verpasste er den abschließenden Wurf das Bulls-Eye zum 2:1-Break, stattdessen gewann Humphries ein Leg später mit 3:1 den ersten Durchgang. 

Doch Kurz war dennoch auf Augenhöhe mit dem Juniorenweltmeister, der zudem die Nummer 46 der Weltrangliste ist, und holte sich mit 3:2 den zweiten Satz, nachdem er ein Leg zuvor noch ebenfalls das Break beim Wurf auf die Doppel-20, eigentlich sein Lieblingsdoppel, verpasst hatte. Und Kurz gewann auch gleich den dritten Satz, weil seine Doppelquote und auch sein Scoring steigerte, während Humphries das Tempo vom Anfang nicht mehr mitgehen zu können schien. 

Darts-WM: Erster Match-Dart vom Kurz-Gegner Luke Humphries sitzt

Doch der schlug im vierten Durchgang dann umso erbarmungsloser zurück, ließ Kurz kaum eine Gelegenheit, überhaupt auf die Doppel zu werfen - und glich mit einem 3:0 in den Legs zum 2:2 aus. Mit einem Treffer im Bulls-Eye hätte der junge Kurz, der noch Vollzeit bei den Stadtwerken Hanau arbeitet, dann das so wichtige fünfte Set mit 3:1 für sich verbuchen können, stattdessen ging auch dieser Satz in das entscheidende Leg, in dem beide Spieler am Ende Probleme auf die Doppelfelder hatten, ehe Humphries den Sack mit einem Wurf in die Doppel-1 zumachte. 

Nun war der Bann gebrochen. Humphries legte los wie die Feuerwehr, breakte Kurz zum 1:0, gewann das nächste Leg bei eigenem Anwurf ebenfalls klar - und es schien dem Ende entgegenzugehen. Immerhin zeigte der Nidderauer beim Auschecken der 131 im dritten Leg noch einmal seine Klasse, verzögerte aber letztlich nur das Unvermeidliche, da Humphries bereits seinen ersten Match-Dart sicher im Doppelt unterbrachte.

Darts-WM: Mit Nico Kurz sind nun alle drei deutschen Spieler ausgeschieden

Mit dem Ausscheiden von Kurz sind übrigens alle drei deutschen Starter ausgeschieden. Nachdem Gabriel Clemens bereits in der ersten Runde die Segel hatte streichen müssen, war der Idsteiner Max Hopp am Sonntagabend beim 2:4 gegen den Litauer Darius Labanauskas ebenfalls daran gescheitert, als erster Deutscher in der Geschichte des Darts in ein WM-Achtelfinale einzuziehen.

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