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Als Aufsteiger ungeschlagen und Spaß am Fußball: Bei Spielertrainer Daniel Contin und dem VfR Ilbenstadt ist die Stimmung momentan bestens.

Fußball

Daniel Contin: Seit der Trainer-Ausbildung ist alles anders

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Eigentlich wollte Daniel Contin die Fußballschuhe schon lange im Keller verstaut haben. Doch als Spielertrainer des VfR Ilbenstadt ist er immer noch erfolgreich aktiv. Das hat einen einfachen Grund.

Drei Spiele, drei Siege - der VfR Ilbenstadt ist perfekt in die Saison der Fußball-Kreisliga A gestartet. Das hätten dem Aufsteiger, der in der vergangenen Saison als Meister der B-Liga, Gruppe 2, den Sprung in die A-Liga schaffte, die Wenigsten zugetraut. Nach dem der VfR zwischen 2015 und 2017 von der Kreisoberliga bis in die B-Liga durchgereicht wurde, hat Spielertrainer Daniel Contin den VfR wieder in die Spur gebracht. Der 38-Jährige erzählt, warum er trotz Ankündigung seine Laufbahn als Fußballer zu beenden, immer noch kickt, wie der Verein mit dem Saisonstart umgeht und wie man Ex-Profi Jan Fießer an die Klostermauer lotste.

Daniel Contin, vor zwei Jahren wollten Sie Ihre Laufbahn beenden. Nun kicken Sie als Spielertrainer beim VfR Ilbenstadt immer noch. Was ist schiefgelaufen?

Daniel Contin:Ich hatte schon immer mit Verletzungen zu kämpfen, als 18-Jähriger habe ich gefühlt das letzte Mal drei Spiele am Stück gespielt. Eigentlich stand der Entschluss, deswegen war ja auch der Trainerjob so interessant für mich.

Und dann?

Contin:Seit meiner Trainerschein-Ausbildung habe ich mich mehr mit Ernährung beschäftigt. Jetzt lasse ich zum Beispiel Zucker größtenteils weg. Das hat - Stand jetzt - gut geholfen. Aber irgendwann will ich schon hauptsächlich an der Seitenlinie stehen, deswegen bin ich ja Trainer geworden.

Sie kicken also noch aus Spaß an der Freude, oder weil es derzeit noch keinen Besseren im zentralen Mittelfeld gibt?

Contin:Weil es Spaß macht. Ich kann mein Hobby gerade wieder richtig genießen, ohne nach jedem Spiel wegen muskulärer Probleme eine Pause einlegen zu müssen. Ich hoffe natürlich, dass mir irgendwann jemand den Platz streitig macht. Aber aktuell haben wir noch Personalsorgen.

Woran liegt das?

Contin:Einige sind noch im Urlaub, andere beruflich sehr eingespannt. So, wie bei allen anderen Mannschaften auch. Allerdings fehlt uns Christopher Wolf derzeit sehr mit seiner Zweikampfstärke und Torgefahr. Ihn sehe ich übrigens auf meiner Position.

So lief die A-Liga am Wochenende


Mit Ex-Profi Jan Fießer hat der VfR noch einen vielversprechenden Spieler geholt. Wie kam der Kontakt zustande?

Contin:Jan trainierte gemeinsam mit Dominik Reichardt die U 17 bei Eintracht Frankfurt. Dominik ist selbst über die Entwicklung in Ilbenstadt begeistert und hat Jan gefragt, warum er eigentlich nicht mehr spielt. Jan ist 32 Jahre alt, das ist in den unteren Ligen kein Alter. Er ist zwar beruflich eingespannt, will aber so oft wie möglich dabei sein. Wir sind stolz, dass wir Jan bei uns im Team haben. Aber er muss sich auch erstmal beweisen...(lacht).

Weil sonst die, die immer im Training sind, murren würden?

Contin:Wenn es danach geht, würden wir nur mit sechs, sieben Leute spielen (lacht). Im Ernst: Momentan stellt sich die Mannschaft von alleine auf. Zuletzt mussten zwei Jungs aus der Reserve durchspielen. Mein Co-Trainer Oliver Stein, der eigentlich als Aktiver schon aufgehört hat, ist doch nochmal aufgelaufen - mit geliehenen Schienbeinschonern. Er hatte keine eigenen mehr.

Dafür läuft es sportlich aber ziemlich gut. Drei Spiele, drei Siege. Und das als Aufsteiger.

Contin:Neun Punkte sind richtig super. Wir hatten nach fünf Spielen mit fünf, sechs Punkten kalkuliert. Aber das ist eine Momentaufnahme, das wissen wir selbst. Wir können das schon realistisch einschätzen und wollen, so banal es klingt, jeden Zähler im Kampf gegen den Abstieg mitnehmen. Das Ziel bleibt, mit unserer jungen Mannschaft mit viel Ilbenstädter Hintergrund eine gute Rolle in der Liga zu spielen.

Wie überzeugen Sie auswärtige Spieler?

Contin:Mit der sportlichen Perspektive, aber das ist natürlich schwer. Dafür haben wir ein tolles Mannschaftsgefüge, wir unternehmen auch abseits des Platzes viel.

Was ist aus dem Nachwuchsbereich zu erwarten?

Contin:Aktuell haben wir in der A-Jugend zwei Ilbenstädter, die in der Spielgemeinschaft mit Nieder-Wöllstadt spielen. Die Jungs haben wir uns im Pokalspiel vergangenen Woche gegen Bad Vilbel angeschaut. Die wollen wir natürlich überzeugen, in Ilbenstadt zu bleiben. Wir wissen aber auch, dass es auf Dauer nicht nur mit Einheimischen gehen wird.

Wie lange haben Sie noch vor, zu spielen?

Contin:Ich habe meiner Verlobten gesagt, dass ich mit 35 Jahren aufhöre, das war noch zu meiner Steinfurther Zeit. Ihrer Unterstützung habe ich es aber zu verdanken, dass ich auch heute noch spiele. Solange ich mich gut fühle und mich meine Knochen tragen, möchte ich weiter Fußball spielen, weil es mir unglaublich viel Spaß macht. Und wenn es in der zweiten Mannschaft ist. Der Fokus liegt aber auf dem Trainerjob.

Sie haben seit März die B-Lizenz. Wie geht es da weiter?

Contin:Ich fange nächstes Jahr den Lehrgang zur Elite-Jugend-Lizenz an, außerdem hospitiere ich gerade am DFB-Stützpunkt in Karben. Jugendfußball ist ein sehr reizvolles Thema.

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