Der Charakter stimmt

  • vonTanja Weber
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Grünen-Politiker Thomas Zebunke startete zum dritten Mal beim Ockstädter Cross-Triathlon und feierte ein Finish unter 1:11 Stunden. Dies war für den Friedberger die selbst gesetzte Benchmark. Der studierte Agrarwissenschaftler arbeitet im hessischen Umweltministerium in Wiesbaden und ist für Qualitätsmanagement, Marketing und Förderung des Ökolandbaus zuständig, bringt sich seit rund 30 Jahren in die Politik ein und kandidierte zuletzt im März für die Landratswahl.

Grünen-Politiker Thomas Zebunke startete zum dritten Mal beim Ockstädter Cross-Triathlon und feierte ein Finish unter 1:11 Stunden. Dies war für den Friedberger die selbst gesetzte Benchmark. Der studierte Agrarwissenschaftler arbeitet im hessischen Umweltministerium in Wiesbaden und ist für Qualitätsmanagement, Marketing und Förderung des Ökolandbaus zuständig, bringt sich seit rund 30 Jahren in die Politik ein und kandidierte zuletzt im März für die Landratswahl.

Herr Zebunke, Sie gehören zu den regelmäßigen Startern in Ockstadt. Was gefällt Ihnen speziell an der Veranstaltung?

Zebunke: Ich mag den Cross-Triathlon besonders, da er zu den kleineren von Vereinen getragenen Veranstaltungen im Wetteraukreis gehört. Genau wie der in Maibach hat dieser Triathlon den Charakter eines Dorf- oder Familienfestes. Auch wenn einige sehr ambitionierte Triathleten am Start sind, ist es schon eher eine Jedermann-Veranstaltung, mit Breitensportcharakter und für Einsteiger und Jugendliche geeignet. Weil das Schwimmen für viele Triathlon-Einsteiger die größte Hürde darstellt, kommen die Veranstalter den Breitensportlern mit einer 300 Meter Schwimmstrecke entgegen. Auch für die Radstrecke braucht man keinen Triathlon-Boliden, es reicht ein Trekking oder Mountainbike. Sehr schön finde ich, dass man mit der Teilnahme das Quellwasserschwimmbad Ockstadt und dessen Förderverein unterstützt. Das ist ein Beitrag für ein lebendiges Gemeinwesen und trägt dazu bei, dass Kinder früh schwimmen lernen – in ländlichen Gebieten sind die vielen Bäderschließungen schon zum Problem geworden.

Welches ist Ihre Lieblingsdisziplin?

Zebunke: Ich bin ein Spätberufener und war auch in der Schulzeit kein guter Sportler. Angefangen hat es vor etwa zwölf Jahren mit dem Rennradfahren. Die anderen beiden Disziplinen sind dann hinzugekommen, und 2008 stand der erste Triathlonwettkampf in Maibach an. Für mich als Agraringenieur und Naturschützer bedeutet Triathlon gleichzeitig ein großartiges Landschaftserlebnis. Wenn ich Rad fahre oder laufe, nehme ich vielfältige Eindrücke aus unserer Region auf. Das Freiwasserschwimmen fordert auch mir Überwindung ab, aber dafür ist es eines der letzten Abenteuer (lacht).

Gibt es in der Wetterau von Ihnen bevorzugte Trainingsstrecken?

Zebunke: Wenn ich Rennrad fahre, klingeln mich die Kollegen oft Samstagmorgens aus dem Bett, und dann geht es meist auf der Ironman-Radstrecke durch die südliche Wetterau. Eines der schönsten Radreviere überhaupt ist Oberhessen, der vordere Vogelsberg bis hinauf nach Stornfels oder den Hoherodskopf. Auf dem Vulkan- und Niddaradweg geht es dann etwas gemütlicher zurück. Mit meiner Laufgruppe mache ich oft Winterstein und Johannisberg unsicher. Geschwommen wird meisten im Usa-Bad, ab Mai auch im Langener Waldsee oder aber einem der Bäder, die auf dem Heimweg von der Arbeit liegen.

Ist die European Ironman Championship in Frankfurt auch einmal ein Ziel für Sie?

Zebunke: Das ist mir definitiv zu viel Trainingsaufwand. 20 Stunden in der Woche, die für ein ordentliches Finish auf der Langdistanz nötig sind, bekomme ich zeitlich nicht hin. In diesem Jahr steht die Mitteldistanz im Rahmen des Frankfurter City Triathlons als Saisonhöhepunkt im August an. Da ich im Frühjahr aufgrund meines Landrats-Wahlkampfes jedoch auf ein Trainingslager verzichtet habe, muss ich erst mal schauen, ob ich bis August genügend Umfänge trainieren kann. Drei Wochen vor dem City-Triathlon starte ich in Mühlacker über die Olympische Distanz. Danach entscheide ich, ob ein Start über die halbe Ironmandistanz Sinn macht.

Wie bekommen Sie das Training neben dem stressigen Alltag im Job und in der Politik hin?

Zebunke: Das funktioniert nur, indem ich meinen Alltag sehr strukturiert gestalte und oft früh aufstehe. Meine Rückfahrt von der Arbeit verbinde ich mit dem Radtraining. Neben meinem Beruf im Umweltministerium in Wiesbaden geht es im Herbst in eine neue Wahlkampfphase. Ich kandidiere als Direktkandidat im östlichen Wetteraukreis für den hessischen Landtag. Der Sport ist für mich ein willkommener Ausgleich, hilft mir abzuschalten und den Kopf frei zu bekommen. Manchmal bekomme ich auch gute Ideen für Aktionen und Reden während des Lauftrainings.

Ist Ihre Familie auch sportlich, wie steht sie zu dem Training?

Zebunke: Meine Familie unterstützt mich zum Glück bei allem, was ich so treibe. Meine Frau und meine 16-jährige Tochter sind gelegentlich sportlich unterwegs, wenn auch nicht im Ausdauersport, sondern eher beim Reiten und in der Gymnastik.

Was würden Sie sich, was Triathlon-Veranstaltungen betrifft, für die Wetterau wünschen?

Zebunke: Wir haben ja schon eine Reihe großartiger Sportveranstaltungen im Landkreis. Der Wintersteinlauf in Friedberg, an dem ich in der Regel teilnehme, gehört genauso dazu wie der Oberhessencup oder der Ockstädter und Maibacher Triathlon. Und Friedberg als Stadt unterstützt und fördert mit Straßensperrungen unter anderem den Friedberger Altstadtlauf. Natürlich wird am 8. Juli für die Ironman European Championship der Wendepunktbereich bis zur Burg auf Friedbergs Flaniermeile ebenso gesperrt. Das alles kostet Geld, aber auch das hält unsere Gesellschaft zusammen, bietet Integrationsmöglichkeiten. Sportpolitik ist eben mehr als Startschuss geben und Pokal überreichen. Alle Veranstalter sollten sich gut abstimmen, damit Wettkämpfe, die die gleiche Zielgruppe ansprechen, sich nicht überschneiden. Für mich liegt es nahe, einen Triathlon möglichst über die Olympische Distanz rund um das Usa-Wellenbad auszutragen. Schwimmen im 50 Meterbecken, Rad fahren zwischen Bad Nauheim und bis zum Kreishaus über die Kaiserstraße in Friedberg als zuschauerfreundlicher Rundkurs, Laufen in den Usa-Wiesen Richtung Burgfeld oder Kurpark und eine Wechselzone auf dem Vorplatz des Bades wären sicher zu realisieren. Natürlich bräuchte man dazu "Macher", die die aufwendige Organisation in die Hand nehmen. Beide Städte müssten eng mit dem Zweckverband des Usa-Wellenbades zusammenarbeiten und die Sportvereine würden bestimmt unterstützen.

Herr Zebunke, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen eine verletzungsfreie Triathlonsaison!

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