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Der Tag der Champions wird heiß

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(web) Durchkommen am Tag der Champions. Das ist das große Ziel der Lokalmatadoren aus der Wetterau am kommenden Sonntag. Dabei spekuliert der eine oder andere auf eine neue Bestzeit und die Hawaii-Qualifikation. Dies wird bei den erwarteten Temperaturen von über 30 Grad nahezu unter Hawaii-ähnlichen Bedingungen stattfinden.

Mit dabei unter den 3000 Startern sind aus der Wetterau in diesem Jahr unter anderem Bianca Feuerbach, Sylvia Heller, Volker Weil, Florian Bartels, Yves Vilarnau, Jörg Jung und Markus Schilling, die sich 20 Minuten nach den Profis um 7 Uhr morgens in die Fluten des Langener Waldsees stürzen.

Unter den Profis ist dieses Jahr das Aufgebot stark wie nie zuvor im Reigen der Titelträger. Es werden dabei sein Sebastian Kienle, 2014 Weltmeister auf Hawaii und Anfang Juni Sieger des Ironman 70.3 Kraichgau, Olympiasieger Jan Frodeno, der im Vorjahr Dritter in Hawaii wurde, der Belgier Frederik van Lierde, der in Hawaii in 2013 und in diesem Jahr den Ironman South Africa gewann, der Schwabe Andi Böcherer, 70.3-Sieger Pays d’Aix und St. Pölten, oder Vize-Weltmeister Andreas Raelert aus dem hohen Norden, der die Weltbestzeit von 7:41:33 Stunden auf der Langdistanz inne hat. Im Damenbereich starten einmal mehr die Schweizerin Caroline Steffen, die 2012 in Frankfurt Europameisterin wurde, ihre Landsmännin Daniela Ryf (WM-Zweite Hawaii 2014) oder Julia Gajer, die Deutsche Meisterin auf der Langdistanz 2014 des Challenge Roth.

Sylvia Heller, Volker Weil: Hochzeit

Sylvia Heller und Volker Weil vom RVW Gambach bekamen die Startplätze für den »Längsten Tag des Jahres« am »Schönsten Tag des Lebens«, nämlich ihrer Hochzeit im vergangenen Jahr, von Freunden geschenkt. Beide sind seit 2008 Triathleten, weil ihnen Rennradfahren alleine zu langweilig war. Volker Weil hat seine sportlichen Wurzeln im Kunstradfahren, das er noch immer betreibt. Da es für die Oppershofener der erste Wettkampf über die Langdistanz ist, wollen sie nur im Ziel auf dem Frankfurter Römer ankommen. Vorbereitet hat sich das sportliche Ehepaar im Trainingslager auf Fuerteventura, Mallorca und im Odenwald. Als Testwettkampf wurde der Moret-Triathlon Anfang Juni im südhessischen Münster genutzt, an dem Sylvia Heller unter den Top Ten des Frauenfeldes landete. Die Fahrrad-Fachverkäuferin startet im pinkfarbenen Radtrikot mit der Startnummer 737, Volker Weil im petroliumfarbenen Oberteil mit der Startnummer 1809.

Florian Bartels: Durchkommen

Geradezu akribisch vorbereitet hat sich Florian Bartels für seine Premiere auf der Langdistanz bereits seit Dezember 2014. Entgegen seiner sonstigen Gewohnheit, eine Winterpause in den ungemütlichen Trainingsmonaten einzulegen, setzte sich der Deutsche AK-Vizemeister über die Olympische Distanz von 2014 bereits in den Wintermonaten bei jedem Wetter zu mehrstündigen Ausfahrten auf sein Trainingsrennrad, das er extra wettertauglich mit Schutzblechen ausgestattet hat. Gecoacht mit Trainingsplänen von einschlägigen Fach-Websides in Abstimmung mit C-Trainer Oliver Weber, blieb er die gesamte Zeit verletzungsfrei und gesund. Lange Radausfahrten in Mallorca mit der Königsetappe über die Küstenstraße zum Puig Major hinauf, Sa Calobra hinab und wieder hinauf von 200 Kilometern und 3700 Höhenmetern steckte er gut weg und bestätigte seine starke Wettkampfform mit Gesamtplatz drei des südhessischen Mitteldistanzklassikers Moret. 2006 fing der Bauingenieur nach Fußball, Windsurfen, Tischtennis und Laufen seine Triathlonlaufbahn beim TV Windecken an, ehe er in der 2. Bundesligamannschaft vom Triathlon Wetterau Fuß fasste. 2009 versuchte er sich bereits mit Erfolg auf der Halbdistanz, als er sich in Wiesbaden für die 70.

3-WM in Clearwater, Florida, qualifizierte. »Mein primäres Ziel ist es, gesund über den roten Teppich am Römer zu laufen, wenn ich es dann noch in 9:30 bis 10 Stunden schaffe, wäre das super«, bilanziert der zielstrebige Ausnahmeathlet bescheiden. »Die Hawaii-Quali ist für mich eher nebensächlich, da wir im Oktober nach Töchterchen Finja zum zweiten Mal Nachwuchs erwarten und ein Flug da nicht mehr infrage kommt.« Florian Bartels geht mit der Startnummer 1477 im schwarzen Orca-Einteiler an den Start.

Jörg Jung: Anknüpfen

Bereits dreimal an den Weltmeisterschaften in Hawaii hat der Butzbacher Jörg Jung, ebenfalls Triathlon Wetterau, teilgenommen. Auch über die Halbe Distanz qualifizierte er sich mehrmals für die 70.3-WM. Jung startet zum achten Mal über die Langdistanz und das zweite Mal in Frankfurt. »Ich würde mich freuen, am Sonntag möglichst nah an meine Zeit von 2013, also 9:36 Stunden, zu kommen. Die Trainingsumfänge und – Intensitäten habe ich noch einmal reduzieren müssen, sodass es spannend wird, ob ich einen der begehrten 75 Slots für Hawaii bekomme«, resümiert Jung realistisch.

Und in seiner Altersklasse, der AK 45–49, die die teilnehmerstärkste Startklasse ist, sind es lediglich elf Qualifikationsplätze für die WM in Kailua-Kona, Hawaii, im Oktober. Dies ist bei einer Starterzahl von 510 Aktiven alleine in der AK 45-49 ein Tropfen auf dem heißen Stein. Jung startet mit der Nummer 2451.

Yves Vilarnau: Schmerzfrei bleiben

Für Yves Vilarnau, der seit 1995 im Triathlon Wetterau aktiv ist und schon um die 100 Wettkämpfe über die verschiedenen Distanzen gefinisht hat, geht es in erster Linie nach verletzungsbedingten Schmerzen im Training darum, gesund und schmerzfrei durchzukommen. Auch er ist zum achten Mal über die Langdistanz am Start. Neben dem Ausdauersport gehört das Klettern zu den Leidenschaften des Bad Nauheimers. Vilarnau geht mit der Nummer 2683 ebenfalls in der AK 45 an den Start.

Bianca Feuerbach: Ewiges Feuer

Bianca Feuerbach aus Ober-Wöllstadt startet nach 2011 zum zweiten Mal in Frankfurt. Hier realisierte sie auf ihrer Premiere eine sehr gute Endzeit von 11:20 Stunden und beeindruckte mit einer Marathonzeit am Main von unter vier Stunden. Die Kriminalbeamtin im Einbruchskommissariat der Stadt Frankfurt war schon immer sportlich auf hohem Niveau aktiv, schließlich spielte sie lange Zeit Fußball beim FFC und FSV Frankfurt sowie in der Hessenauswahl der Polizei, wo sie drei Deutsche Meistertitel gewann.

Im Oktober 2014 begann Feuerbach nach dreijähriger Wettkampfpause mit strukturiertem Training und einem Vorbereitungstrainingslager im März im kühlen Mallorca sowie dem Start am 70.3 Mallorca in Alcudia im Mai. Im Schnitt trainierte die 39-Jährige 14 Stunden wöchentlich. Feuerbach (Nr. 853) startet im schwarz-weißen Zweiteiler. »Ich hoffe, an meine Zeit von 2011 anzuknüpfen«, sagt Feuerbach.

Markus Schilling: Strukturiert

Für Markus Schilling, ein Nachbar von Bianca Feuerbach aus Ober-Wöllstadt, war es in der Vorbereitung auf den IM Frankfurt besonders wichtig, strukturiert nach Plan seine »wenige Freizeit« sinnvoll und gesund zu investieren. Schließlich ist der selbstständige Firmenberater im E-Commerce-Business häufig auf Reisen und möchte sich zu Hause neben dem Sport auch seiner Frau und der sechsjährigen Tochter widmen können. Für Schilling ist es die erste Langdistanz, im Mai 2012 startete er über die Sprintdistanz in Fulda, Anfang Juni finishte er über die Mitteldistanz in Hannover-Wasserstadt in 5:22 Stunden.

Die Einzeldisziplinen trainiert er bereits seit zehn Jahren, nachdem das Basketballspielen aus beruflichen Gründen nach dem Studium zeitlich nicht mehr möglich war. »Nachdem mich in Sydney 2004 während meines Studienaufenthaltes die Kindergartenkinder beim Schwimmen überholt haben, beschloss ich, das Kraulschwimmen zu erlernen«, so Schilling, der es mag, sich auf ein Ziel intensiv vorzubereiten. Der 36-jährige Wöllstädter startet mit der Nummer 1571 im rot-weißen ärmellosen Trikot und fiebert der Atmosphäre am Main schon entgegen.

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