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Carnevale nach dem 6:1 in Duisburg: »Wir sind im Rollen«

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(mn) Die Duftmarke ist gesetzt. Dem 10:0-Heimerfolg gegen Dortmund haben die Roten Teufel Bad Nauheim am Sonntagabend einen unerwartet deutlichen 6:1 (3:1, 2:0, 1:0)-Sieg in Duisburg folgen lassen und gehen mit der optimalen Ausbeute von sechs Zählern aus dem Auftakt-Wochenende der Zwischenrunde der Eishockey-Oberliga West in das Derby am Donnerstag in Frankfurt.

Die Mannschaft von RT-Trainer Frank Carnevale bot dabei eine über 60 Minuten überzeugende und sehr starke Leistung, profitierte vor 907 Zuschauern von ihrer Effektivität in der ersten halben Stunde (4:1 nach 25 Minuten) und hatte in Thomas Ower den besseren Torhüter. Als doppelte Torschützen traten Kapitän Chris Stanley und Eddy Rinke in Erscheinung. Carnevale frohlockte nach der Partie: »Wir sind im Rollen. Das war ein fantastisches Spiel meiner Mannschaft«. Sein Gegenüber Franz Fritzmeier stellte unterdessen fest: »Wir hatten nicht den Hauch einer Chance. Bad Nauheim hat 60 Minuten sehr, sehr gut gespielt«.

Der EV Duisburg hatte auf die unerwartete Niederlage nach Penaltyschießen in Krefeld (2:3) mit zahlreichen personellen Ergänzungen aus den Kooperationen mit den DEL-Klubs Köln und Düsseldorf reagiert. Im 22-Mann-Kader waren gleich 14 Förderlizenzspieler aufgeführt, darunter Namen wie Philipp Riefers oder Marcel Ohmann vom Stammpersonal der gestern spielfreien Haie. Bei den Roten Teufeln fehlte gegenüber dem Auftakt am Freitag Patrick Sattler, der mit dem Junioren-Team am Wochenende zwei Bundesliga-Erfolge feierte.

Duisburg kam wie erwartet über jugendlichen Elan, Geschwindigkeit und Körperspiel, Bad Nauheim über Routine und eine ungeheure Kaltschnäuzigkeit. Und die Roten Teufel profitierten in den ersten 20 Minuten von ihrer Effektivität im Abschluss, die den Gastgebern etwas den Wind aus den Segeln nahm, zumal die Gäste Körperspiel und Tempo annahmen. Chris Stanley erzielte quasi mit dem ersten Torschuss die Führung der Hessen (4.), nur drei Minuten später nutzte Janne Kujala die fehlenden Zuständigkeiten der EVD-Verteidigung und erhöhte. Im Powerplay weckte Philipp Riefers die Hoffnungen der Hausherren (11.), die Harry Lange aber quasi im Gegenzug zu dämpfen verstand. Seine Reihe hatte im EVD-Drittel mit vehementem Nachsetzen den Puck erkämpft, und schließlich staubte der Mittelstürmer im Nachschuss zum 1:3 ab (12.). Eddy Rinke und Daniel Oppolzer hätten das Resultat gar noch in die Höhe schrauben können. Auf der anderen Seite klärte RT-Torwart Thomas Ower in just jenen (Schlüssel-)Szenen, die den Füchsen Auftrieb hätten geben können.

Mit permanentem Nachsetzen ließen die Roten Teufel die jungen Wilden aus der Wedaustadt auch im zweiten Abschnitt nicht ins Spiel kommen, provozierten immer wieder Turnovers gegen die zunehmend ratlosen Füchse. Einen solchen Puckgewinn nutzte Chris Stanley zum vierten Treffer, als er einen Mike-Schreiber-Schlenzer unhaltbar abfälschte (25.). Bad Nauheim kontrollierte die Partie. Zwar kam Duisburg durchaus mit Tempo ins Gäste-Drittel, doch zerschellten diese Vorstöße an der RT-Defensive vor Thomas Ower, der dahinter alles hielt, was durchkam. Mit dem fünften Treffer sorgten die Hessen noch vor der zweiten Pause für die Vorentscheidung. Stanley hatte Auge gezeigt, und Eddy Rinke fand die Lücke (37.).

Im letzten Drittel fehlte angesichts der geklärten Verhältnisse der Dampf der ersten 40 Minuten. Duisburg wirkte zunehmend ideenlos und überhastet. Rinke markierte schließlich den Endstand.

EV Duisburg: Linda – Markus Schmidt, Klingsporn, Keussen, Opree, Woidtke, Püllen, Raaf-Effertz, Palka – Clarke Breitkreuz, Fox, Schmölz, Riefers, Brett Breitkreuz, Ohmann, Preibisch, Hanke, Fischbuch, Fomynich, Marius Schmidt, Schöbel.

EC Bad Nauheim: Ower – Baum, Schreiber, Lee, Ketter, Pöpel, Pietsch – Oppolzer, Stanley, Rinke, Maaßen, Lange, Strauch, Striepeke, May, Kujala, Schlicht, Baldys.

Tore: 0:1 (4.) Stanley (Rinke), 0:2 (7.) Kujala (May, Striepeke), 1:2 (11.) Riefers (Brett Breitkreuz – 5-4), 1:3 (12.) Lange (Strauch, Schlicht), 1:4 (25.) Stanley (Schreiber, Rinke), 1:5 (37.) Rinke (Stanley), 1:6 (59.) Rinke (Oppolzer). – Strafminuten: Duisburg 10, Bad Nauheim 14. – Zuschauer: 907.

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