Moritz Lübstorf vom Aero-Club Butzbach hat mit dem Segelflugzeug LS 8-18 von Butzbach aus über 800 Kilometer am Stück und ohne einen Motor in der Luft verbracht. FOTO: PV
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Moritz Lübstorf vom Aero-Club Butzbach hat mit dem Segelflugzeug LS 8-18 von Butzbach aus über 800 Kilometer am Stück und ohne einen Motor in der Luft verbracht. FOTO: PV

Butzbacher Rekordflug

  • vonred Redaktion
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(pm). Moritz Lübstorf vom Aero-Club Butzbach hat am Montag vergangener Woche nicht nur einen neuen persönlichen Rekord im Segelflug aufgestellt, sondern auch den bisher weitesten Streckenflug mit einem Segelflugzeug von und nach Butzbach absolviert.

854 Kilometer Flugstrecke in sechs Schenkeln, 8:50 Stunden Flugzeit bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 96,8 Kilometern pro Stunde lauten Zahlen hinter der beeindruckenden Leistung des Butzbacher Piloten. Bereits vor ein einigen Wochen hatte Lübstorf mit seinem Fliegerkollegen Justus Grünthaler einen Flug von 580 Kilometern absolviert - seine bis dato persönliche Bestleistung.

Zwischen Detmold und der Wetterau

Mithilfe eines Schleppflugzeugs wurde der Segler exakt um 12 Uhr mittags in die Luft gebracht und konnte bei einer hohen Basis bereits zu Beginn gute Steigwerte erzielen. Die Kunst des Piloten besteht darin, die thermischen Bedingungen ideal auszunutzen. Hierbei hat Lübstorf offensichtlich ganze Arbeit geleistet, gute Linien getroffen und musste wenig "kurbeln", d.h. durch Kreisflüge zusätzlich Höhe gewinnen.

Zunächst führte sein Flug Richtung Norden bis nach Detmold. Aufgrund besserer Wetterbedingungen im Süden entschied er sich in der Folge umzudrehen und zunächst Richtung Süden und dann nach Westen bis Pirmasens - nahe der französischen Grenze - zu fliegen. Dabei galt es, stets den in diesem Sektor liegenden Lufträumen der großen Flughäfen Frankfurt am Main, Frankfurt/Hahn und der US-Militärbasis Ramstein auszuweichen.

Gegen 17 Uhr drehte Lübstorf über Pirmasens wieder Richtung Norden ein und verlängerte seinen Flug über das Sauerland und den Vogelsberg. Die sogenannte Basis, die knapp unter der Wolkengrenze liegt und Segelflugzeuge für den idealen Auftrieb nutzen, lag zu diesem Zeitpunkt in rund 2700 Metern Höhe. Schließlich landete der Butzbacher nach knapp neun Stunden Flug, um 20.50 Uhr wieder in Butzbach.

Wie bei vielen Sportarten steckt auch hinter der Leistung des Piloten ein starkes Team, das einen solchen Flug überhaupt erst möglich macht. Bereits am Vortag waren umfassende Wetter- und Luftrauminformationen eingeholt, die ideale Startzeit festgelegt und die Strecke eingegrenzt worden. Auch während des Fluges wurde sein Flug vom Butzbacher Flugplatz aus verfolgt, die Geschwindigkeit überwacht und das Satellitenbild im Auge behalten, um den Piloten jederzeit mit weiteren Informationen versorgen zu können.

1000 Kilometer als nächstes Ziel

Der Traum jedes Segelflugpiloten liegt übrigens bei der "magischen" 1000-Kilometer-Marke, die Lübstorf trotz seines Rekordflugs noch bevorsteht. Diese hatte Tobias Meiler vom benachbarten Aero-Club Bad Nauheim einen Tag zuvor mit einem Segelflug mit 1014 Kilometern geknackt. Auch für ihn war das sein bis dato längster Streckenflug gewesen - und auch für den Flugplatz Ober-Mörlen, der Heimat der Bad Nauheimer Segelflieger, der längste je gemessene Segelflug.

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