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Butzbach auf DM-Rang drei

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(pv) Wyk auf der Insel Föhr war Austragungsort der Endrunde um die Deutschen Unihockey-Meisterschaften der Damen. Nach dem zweiten Platz im letzten Jahr vor heimischen Publikum hatte sich das Team des SV Floorball Butzbach den Titelgewinn zum Ziel gesetzt; umso mehr als bekannt wurde, dass der Titelverteidiger aus Halle aufgrund personeller Probleme nicht anreisen würde. Allerdings waren auch die Teams aus Wyk, Bremen und Seebergen zu den Favoritinnen zu zählen.

Kurz vor Meisterschaftsbeginn wartete Wyk mit einer Überraschung auf: Mit einem Blitztransfer wurde Nationaltorhüterin Nancy Gatsch aus Weissenfels verpflichtet. Somit war klar, dass dieses Team zu den absoluten Top-Favoritinnen gezählt werden musste.

Im ersten Spiel traf Butzbach auf Kiel, den norddeutschen Vizemeister. Nach einer kurzen Anlaufzeit konnten die Hessinnen bis zur Pause auf 6:1 davonziehen. In der zweiten Halbzeit nahm das Team das Tempo raus, um Kräfte zu sparen, und prompt wurde dieser Durchgang nur mit 4:3 gewonnen.

Später stand das Spitzenspiel der Gruppe A auf dem Programm. Mit Bremen wartete eine Mannschaft mit Bundesliga-Erfahrung auf die Butzbacherinnen. Zur Pause lag Butzbach mit 0:1 hinten, fand aber besser ins Spiel und konnte innerhalb von einer Minute das Spiel drehen. Kurz vor Schluss stellte sich der Schiedsrichter nochmals in den Mittelpunkt des Geschehens und gab Butzbachs Top-Stürmerin Manuela Spröwitz eine umstrittene Strafe wegen »Spielens ohne Stock«. Die Strafe war fast abgelaufen als Bremen noch die Überzahl nutzen und den Ausgleich zum 2:2 erzielen konnte.

Trotz des Unentschiedens wurde Butzbach aufgrund des besseren Torverhältnisses Gruppensieger und musste im Halbfinale - dem vorgezogenen Finale - gegen die starken Gastgeberinnen antreten. Zur Pause war dieses Spitzenspiel beim Stand von 4:4 absolut ausgeglichen, und beide Teams hatten noch alle Möglichkeiten in der Hand, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden. In der zweiten Halbzeit konnten die Butzbacherinnen das hohe Tempo der deutlich jüngeren, angriffslustigen Wykerinnen nicht mehr mitgehen. Mit 0:5 wurde der zweite Abschnitt verloren, und das Ausscheiden war besiegelt. Die Enttäuschung war groß, und Trainer Martin Unger hoffte, dass er die Mädels nochmals für das »kleine Finale« motivieren konnte.

Im »kleinen Finale« wartete wiederum Bremen (2:5 gegen VfR Seebergen) auf die Wetterauerinnen. Auch hier entwickelte sich ein äußerst knappes, spannendes Spiel mit hochkarätigen Chancen auf beiden Seiten. Bis zum Seitenwechsel hatte Butzbach die Nase vorn und konnte mit einem 2:0 in die Pause gehen. Doch auch im zweiten Abschnitt ging es eng zu, und die Butzbacherinnen mussten alles geben, um den glücklichen 5:4-Sieg und somit den Gewinn der Bronzemedaille zu sichern.

Trotz des Erfolges kam bei der Siegerehrung auch Wehmut bei den Spielerinnen und dem Trainer auf, denn in dieser Formation werden die Butzbacherinnen nicht wieder auflaufen. Mit Manuela Spröwitz, Hilke Grosse und Petra Sprenger ziehen sich gleich drei erfahrene und überaus erfolgreiche Nationalspielerinnen vom Leistungssport zurück, so dass sich die Butzbacherinnen auf einen gewaltigen Schnitt im Team einstellen müssen.

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