Der Roggauer Vereinsboss und Interimstrainer Florian Fünffinger übt sich nach dem Spiel am vergangenen Sonntag in Selbstkritik.
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Der Roggauer Vereinsboss und Interimstrainer Florian Fünffinger übt sich nach dem Spiel am vergangenen Sonntag in Selbstkritik.

Gruppenliga Frankfurt-West

FSG Burg-Gräfenrode: Selbstkritik und Schiri-Ärger nach Spielabbruch

  • Erik Scharf
    vonErik Scharf
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Dieses Fußballspiel war das Gesprächsthema im Kreis Friedberg am vergangenen Wochenende. Fünf Platzverweise für die FSG Burg-Gräfenrode, Spielabbruch nach 86 Minuten. FSG-Chef und Interimstrainer Florian Fünffinger hat seine Sicht der Dinge erklärt.

Bevor Florian Fünffinger darüber erzählt, was da am vergangenen Sonntag auf dem Sportplatz des SV Gronau passiert ist, stellt der Erste Vorsitzende und Interimstrainer der FSG Burg-Gräfenrode klar: "Wir tragen einen großen Teil der Schuld. Das ist nicht die FSG Burg-Gräfenrode, wie wir sie präsentiert sehen wollen."

Seine Mannschaft hat am vergangenen Sonntag im Spiel der Gruppenliga Frankfurt West beim SV Gronau nach 86 Minuten bei Schiedsrichter Stefan Schäfer (Ranstadt) um Spielabbruch gebeten. Es standen nach vier Gelb-Roten Karten und einem verletzungsbedingten Ausscheiden nur noch fünf FSG-Spieler bei den Gästen auf dem Platz. Auch Fünffinger, eigentlich bekannt dafür, einer von der ruhigen Sorte zu sein, sah an der Seitenlinie Gelb-Rot wegen Meckerns.

Das Interesse an den Geschehnissen in Gronau war groß, trotzdem war sich die Mehrheit auch ohne allzu viele Details einig: Für eine Gruppenliga-Mannschaft sei ein solcher Auftritt unwürdig.

Der Spielbericht: SV Gronau - FSG Burg-Gräfenrode

Fünf Platzverweise für eine Mannschaft und ihren Trainer in einem Spiel ist ligaunabhängig ein schlechtes Zeichen, das weiß auch Fünffinger. "Man muss die Reaktionen unserer Spieler nicht verstehen, aber bei der Spielführung des Schiedsrichtergespanns kann so etwas passieren." Der Ärger über Schiri Schäfer, der früh im Spiel die Kontrolle verloren habe, und dessen Assistenten ist auch lange nach dem Spiel noch groß.

Dabei war die FSG eigentlich auf einem guten Weg, im Duell zweier akut abstiegsbedrohter Gruppenligisten zu punkten. "Wenn wir unsere Chancen nutzen, führen wir schnell mit zwei, drei Toren. Dann hätten wir uns das alles erspart", sagt Fünffinger. Zumal Gronau nach einer knappen halben Stunde den ersten Platzverweis des Tages kassierte. "Auch die Entscheidung war völlig überzogen", sagt Fünffinger, der in diesem Zusammenhang auch betont, dass der Roggauer Ärger sich "ausschließlich gegen den Schiedsrichter richtet, Gronau kann für all das nichts und hat damit auch nichts zu tun".

Doch der Aufsteiger aus Burg-Gräfenrode wird in Überzahl noch vor der Pause zweimal klassisch ausgekontert, eine dicke Portion Frust gab es obendrauf, die direkt nach Wiederanpfiff weiter wuchs. "Kurz nach der Pause kriegt Georg Agi Gelb-Rot, obwohl er seinen Gegenspieler nur minimal am Fuß touchiert hatte. Völlig überzogen, da waren sich alle einig", sagt Fünffinger. In der Folge beschwerte sich Niklas Arheidt beim Linienrichter über den Platzverweis seines Teamkollegen und wurde direkt hinterhergeschickt. "Die dritte Gelb-Rote hat David Kakur bekommen, obwohl er das Foul gar nicht begangen hatte. Da hat sogar ein Gronauer Spieler den Schiri darauf hingewiesen", sagt Fünffinger.

Kritik am Linienrichter

Zu diesem Zeitpunkt waren knapp 75 Minuten gespielt, die Gastgeber führten bereits mit 3:0 und auch Fünffinger musste da schon hinter die Barriere klettern. "Der Linienrichter auf unserer Seite ist mehrfach mit dem Rücken zum Spiel gelaufen, um sicherzugehen, dass an unserer Bank keiner vor der Barriere stand, der dort nicht stehen durfte. Auf das Spielfeld hat er nicht geschaut. Ich habe ihn dann zweimal gebeten, sich doch auf das Spiel zu konzentrieren", schildert Fünffinger. Offenbar zweimal zu viel für das Gespann. Einer der beiden Assistenten hatte schon vor dem Anpfiff für Verwirrung im Roggauer Lager gesorgt: "Einem unserer Spieler hat er gesagt, er käme direkt vom Frühschoppen", sagt Fünffinger.

Als Gronau nach 80 Minuten das 4:0 erzielte, war auch Markus Vancura schon vom Platz gestellt worden, sechs Minuten später setzte Burg-Gräfenrode dem Spiel ein Ende. "Das habe ich in der Form auch noch nicht erlebt. Man liest ja immer mal wieder davon, dass eine Mannschaft mehrere Platzverweise kassiert, aber nicht, dass es so eskaliert", sagt Fünffinger.

Die FSG hat bei Klassenleiter und Friedbergs Kreisfußballwart Thorsten Bastian (Rockenberg) Beschwerde gegen das Schiedsrichtergespann eingelegt. Zur Wertung des Spiels sagte Bastian, dass "davon auszugehen ist, dass das Spiel mit 4:0 für den SV Gronau gewertet werden wird".

Für Burg-Gräfenrode und Florian Fünffinger spielt das nur noch eine untergeordnete Rolle, auch wenn man weiterhin mit nur vier Punkten das Tabellenende der Gruppenliga ziert. "Wir werden mannschaftsintern darüber reden, denn bei allem Ärger: so geht es natürlich nicht."

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